Zoé Pilar Perez

„Willkommen im Zentrum der wunderschönen Altstadt Barcelonas – Barri Gòtic!“

Barri Gòtic?“, fragte Harry nach und ich nickte lächelnd.

Hier in Barri Gòtic waren die Touristen wie ausgestorben, dafür spazierten allerdings ziemlich viele Spanier durch die engen, verwinkelten Gassen mit ihren vielen, kleinen Geschäften und Museen, um sich etwa mit Freunden zu treffen oder einfach mal seine Ruhe zu haben.

„Bist du oft hier?“

„Geht so“, antwortete ich ihm, während wir stehen blieben, damit Harry sich die Auslage eines Schaufensters eines kleinen Schmuckladens anschauen konnte. „Wenn ich hier bin, dann meistens in meinem Lieblingscafé.“

„Du gehst zur eigenen Konkurrenz?“, meinte Harry spielerisch und ich verdrehte meine Augen.

„Harry, das ist nicht unsere Konkurrenz, unser Café ist ein paar viele Kilometer von hier entfernt.“

Harry zuckte nur grinsend mit den Schultern. „Welches ist denn dein Lieblingscafé?“

Ich zeigte in eine kleine Gasse rechts von uns, in der sich das süße, verwunschene Café, das ich meinte, befand und Harry nickte, ehe er nach meiner Hand griff und genau in diese Richtung lief.

„Was hast du vor?“, fragte ich ihn irritiert und er richtete seinen Blick für einen kurzen Moment auf mich, ehe er wieder nach vorne blickte.

„Ich habe Kaffeedurst.“

„Ach ja? Sicher, dass du nicht doch einen Tee möchtest?“

„Du meinst, um das Klischee zu erfüllen?“

Ich nickte zwinkernd und Harry schüttelte kurz lachend den Kopf, ehe er die Ladentür öffnete und ein kurzes Klingeln dem Inhaber verkündete, dass er neue Kunden hatte.

Wenig später saßen wir bereits an einem kleinen Tisch am Fenster und hatten jeweils eine Tasse vor uns stehen – Harry mit Kaffee und ich mit Tee.

„Scheint so, als hätten wir Rollen getauscht.“, hatte Harry gegrinst, woraufhin ich nur gemeint hatte:

„Scheint so, als würdest du mich britisch machen.“

„Oh Gott, das kann man falsch verstehen!“, hatte Harry geseufzt und sich die Hände gegen die Stirn geschlagen, während ich nur meine Augenbrauen zusammen gezogen hatte.

„Echt, kann man das? Ich nicht.“

„Ich schon.“

„Perversling.“

Gedankenverloren rührte ich mit meinem Löffel den Tee, während ich Harry dabei beobachtete, wie er mich beobachtete. Ich wusste nicht, wie ich darüber denken sollte, dass sein Blick seit einer gefühlten Ewigkeit auf mir lag, aber komischer Weise störte es mich nicht – vermutlich weil ich meine Augen genauso auf ihn gerichtet hatte.

Langsam führte er seine Tasse zu seinen Lippen und nahm einen kleinen Schluck, ehe er sie wieder auf dem Tisch abstellte, sich einmal mit der Zunge über die Lippen fuhr und allein mit dieser kleinen Geste eine Gänsehaut in meinem Nacken verursachte.

Als ich meinen Blick wieder von seinen pinken Lippen losriss, um ihm erneut in die Augen zu schauen, grinste Harry mich amüsiert an und wackelte vielsagend mit seinen Augenbrauen, weshalb ich peinlich berührt durch meine Haare fuhr und meinen Blick auf die Tischplatte heftete. Ich hörte Harrys leises, raues Lachen und hoffte innigst, nicht rot zu werden, bis ich mich schließlich räusperte und mit dem kleinen Sonnenanhänger meines Armbands spielte.

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