Zoé Pilar Perez

Ich klopfte mir meine Hände an meiner Schürze ab, ehe ich meinen Blick über das heute nicht allzu sehr gefüllte Café, in dem ich als Kellnerin arbeitete und das meiner Familie gehörte, schweifen ließ. Alle Kunden schienen bereits durch meinen Vater versorgt zu sein, weshalb ich mich nach draußen begab. Die Straßen waren voller Menschen, was besonders für den Sommer nicht ungewöhnlich war, und dennoch würde ich mich nie daran gewöhnen. Denn auch, wenn ich mit dem Tourismus aufgewachsen war, war ich nicht gut darauf zu sprechen. Vielleicht lag es daran, dass diese riesige Menge an Touristen unsere Stadt Barcelona komplett überfüllten oder dass sie unsere Straßen zumüllten, aber viel mehr lag es vermutlich daran, dass man nie wirklich seine Ruhe hatte.

So kam es, dass ich als waschechte Spanierin mehrmals am Tag angesprochen wurde, um beispielsweise den Weg zum berühmten Fußballstadion zu erklären oder ich wurde gefragt, ob es denn stimmen würde, dass jede Spanierin ein Flamencokleid besitzen würde.

Erschöpft von meinem Nachmittag im Café stützte ich mich auf das Geländer, das hinter dem Café einen kleinen Fußweg vom offenem Meer abtrennte.

Warmer Wind fegte durch meine Haare und ließ sie mir ins Gesicht peitschen, doch ich achtete nicht darauf, sondern atmete nur einmal tief ein und anschließend wieder aus.

Mein Blick, der zuvor auf dem rauschendem Meer gelegen hatte, glitt weiter nach rechts und abwesend beobachtete ich die Menschen, die um mich herumschwirrten, bis mein Blick auf einen jungen Mann nur ein paar Meter weiter von mir entfernt traf. Er stand genauso wie ich an die Reling gelehnt und starrte gedankenverloren auf das Meer. Seine braunen Locken hatte er unter einen großen Hut gesteckt und seine langen Beine steckten in einer schwarzen, engen Jeans. Anhand der Kamera, die um seinen Hals baumelte, konnte man deutlich erkennen, dass er ein Tourist war.

Natürlich.

Seufzend wollte ich gerade meinen Kopf abwenden, als ich bemerkte, wie der Mann seinen Kopf ebenfalls in meine Richtung drehte und sich unsere Blicke ineinander verfingen. Er kniff seine Augen ein wenig zusammen - anscheinend blendete die Abendsonne ihn - doch trotzdem legte sich ein freches Lächeln auf seine Lippen. Ich merkte, wie sein Blick meine Augen losließ und meinen Körper hinunterwanderte, weshalb ich letztendlich doch meinen Blick von ihm abwendete und mit dem Kopf im Nacken in den Himmel starrte, welcher in Rosarot- und Lilatönen gefärbt war.

„Hi."

Eine raue Stimme schmiegte sich in meine Gedanken, doch ich wendete meinen Kopf nicht der Richtung zu, aus der sie kam.

Hola.", gab ich trotzdem leise zurück, obwohl ich vermutete, dass mein Gruß im Stimmengewirr um mich herum untergegangen war.

English?", fragte dieselbe samtige Stimme wie vorhin und schließlich konnte ich mich doch dazu überreden, die Person neben mir anzuschauen.

„Natürlich."

Es war der Mann, der zuvor ein paar Meter von mir entfernt gestanden hatte, der mir nur ein breites Grinsen schenkte und mir somit seine strahlenden Zähne offenbarte.

Er entgegnete nichts mehr, sondern stellte sich einfach wie selbstverständlich neben mich.

„Harry."

„Wie bitte?"

„Ich heiße Harry. Harry Styles.", teilte er mir mit und hielt mir seine Hand entgegen.

Ich versuchte seine Hand desinteressiert bestmöglich zu ignorieren und beobachtete wieder das klare Meer, in dem gerade die Sonne versank und somit unsere gesamte Umgebung in ein orangenes Licht getaucht wurde.

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