Zoé Pilar Perez

„Oh mein Gott!", schrie jemand neben mir und erschrocken fuhr ich hoch.

„Was? Oh scheiße, mein Kopf..."

Stöhnend ließ ich mich wieder in das weiche Federbett zurücksinken ohne überhaupt zu realisieren, wo ich war. Erst als ich wieder zögerlich die Augen öffnete, stellte ich fest, dass ich ganz sicher nicht zuhause war, denn in diesem Raum lagen Boxershorts verstreut auf dem Boden und auf dem Bettbezug pragte das Logo eines Fußballvereins. Ich drehte mich ein wenig zur Seite, wobei ich meinem Kopf zuliebe hektische Bewegungen vermied und erblickte Alessandro neben mir im Bett.

„Alessandro?! Warum liege ich in deinem Bett?!"

Er zuckte nur hilflos mit den Schultern und erleichtert stellte ich fest, dass ich meine Klamotten noch trug. Wenigstens etwas.

„Willst du eine Tablette?"

Ich nickte und kurz darauf reichte er mir ein Glas Wasser und die gewünschte Tablette; Sachen, die er praktischerweise schon auf seinem Nachttisch gelagert hatte. Auch wenn die Wirkung leider noch nicht so schnell einsetzte, konnte ich wenigstens immer besser nachdenken, und so fragte ich:

„Aber jetzt nochmal: Wie bin ich in deinem Bett gelandet?"

„Ich weiß es auch nicht, okay? Ich kann mich an nichts mehr erinnern außer eine kleine Brünette von dem Hotel ein paar Meter neben eurem Café!"

„Miranda?"

„Keine Ahnung, was ihr Name war.", meinte er und zuckte mit den Schultern, als sich auf einmal ein Grinsen auf seine Lippen schlich.

„Was ist?", fragte ich genervt und kuschelte mich in die Decke, wobei ich das Gefühl hatte Christiano Ronaldo abzuknutschen.

„Und wir hatten eine Wette!"

„Was für eine Wette?"

„Du hast mit mir gewettet, dass du am Ende der Party mehr neue Farbkleckse hast als ich! Schade, dass wir keinen Wetteinsatz ausgemacht haben, das wäre bestimmt lustig geworden."

Im nächsten Moment stieg er aus dem Bett und fummelte an den Rollladen herum, bis diese runtergelassen waren und es komplett dunkel in seinem Zimmer war.

Nun ja, fast komplett dunkel. Denn Alessandros und meine Körper leuchteten bunt in verschiedensten Farben auf.

„Steh auf, Prinzessin, dann werden wir sehen, wer gewonnen hat!"

„Nenn' mich nicht so.", brummte ich, stand aber schließlich doch gequält und stöhnend auf und gesellte mich zu ihm vor einen riesigen Spiegel.

Man konnte sofort erkennen, dass Alessandro mehr von anderen Leuten berührt worden war als ich, denn außer den pinken Flecken, die ich ihm auf der Wange und am Arm verpasst hatte, pragten noch unterschiedlichste Farbvariationen an seinem Hals, seinem Bauch und auch auf seiner Stirn, was ziemlich eigenartig aussah.

Ich hingegen wurde durch deutlich weniger Flecken beleuchtet, obwohl es mich wunderte, wer die rote Farbe an meinem Hintern hinterlassen hatte und woher das Lila auf meinem Fuß stammte, doch viel auffälliger war die blaue Farbe, die fast schon mehr vorhanden war als meine eigene. Dicke, blaue Abdrücke bedeckten meine Hüfte, meine Oberschenkel, meinen Hintern, meinen Rücken, meine Arme und eine Spur in genau dieser Farbe zog sich von meinem Dekolleté hoch über meinen Hals bis zu meinen Lippen, die total mit blauer Farbe verschmiert wurden.

„Uhh, Königsblau. Das scheint ein edler Herr gewesen zu sein, wenn er deinen Körper so liebkost hat.", scherzte Alessandro und ich blickte ihn böse durch die Dunkelheit an.

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