Zoé Pilar Perez

„Denkst du, es ist richtig, was wir hier machen?"

„Willst du meine ehrliche Antwort?", kam es sofort von Harry zurück und gequält nickte ich.

Ich lag auf meinem Rücken und Harry lag halb auf mir drauf, seinen Kopf auf meinem Bauch platziert, während meine Finger mit seinen dicken, weichen Locken spielten.

„Nein, ich glaube es ehrlich gesagt nicht. Dein Vater wird mich killen - ich habe ihm seine Tochter weggenommen!"

Harry biss sich in die Innenseite seiner Wange und begutachtete meine Reaktion auf seine Worte achtsam, bis ich auf einmal laut anfing zu lachen.

Meine Gefühle fuhren Achterbahn und ich war nach all dem Schreien, Weinen und Liebkosen dermaßen durcheinander, dass ich die Ernsthaftigkeit der Situation einfach nicht mehr wahrhaben wollte. Lachen war im Moment vielleicht am wenigsten das, was mir helfen würde, doch dadurch strömte ein kleiner Hauch von Fröhlichkeit und Unbeschwertheit durch meinen Körper, der von dem schmerzenden Druck auf meiner Brust ablenkte.

„Ich bin bescheuert, Harry."

„Im Moment finde ich deine Reaktion sogar ziemlich angemessen, du kannst ab und zu um einiges eigenartiger sein, wenn du möchtest."

„Vielen Dank"

„Gern geschehen, Pilar."

Langsam robbte Harry auf allen Vieren näher zu mir heran und ich konnte nicht anders, als nach seinem Gesicht zu greifen und meine immer noch zu einem Grinsen verzogenen Lippen auf seine zu pressen. Es war wirklich gut, dass Harry bei mir war. Er hielt mich am Boden, passte darauf auf, dass ich nicht völlig den Verstand verlor. Die Wärme, die von seinem Körper ausging, zeigte mir, dass ich nicht alleine war, und auch, wenn seine Berührungen mich verrückt machten, sorgten sie heute zeitgleich dafür, dass meine unschönen Gedanken verstummten.

Und so dauerte es nicht lange, bis meine Hand unter sein Shirt fuhr und es ihm über den Kopf zog.

„Harry", flüsterte ich gegen seine Lippen, „Du bist mein Verstand."

Meine Hände begannen zitternd, an seinem Gürtel herum zu frimmeln, bis sich Harry Finger um meine schlangen und meine Bewegungen somit stoppten. „Nicht jetzt, Pilar. Du bist nicht klar am Denken."

„Ist mir egal."

„Mir aber nicht."

Mit seinen Händen auf meinen Schultern drückte er mich sachte zurück auf die Matratze, da ich zuvor über ihm gelehnt hatte, und fuhr mir - als würde er sich somit entschuldigen wollen - mit seiner Hand zärtlich durch die Haarsträhnen, die mir ins Gesicht gefallen waren. Sein Shirt hatte er auch wieder angezogen.

Auf einmal ertönte ein lautes Klopfen, worüber ich mich eigentlich hätte freuen sollen, da es die peinliche und neu aufkommende Stille zwischen Harry und mir durchbrach, doch sobald Harry aufgestanden und die wenigen Schritte bis zur Tür gelaufen war, um diese zu öffnen, zog sich meine Stirn in Falten nach oben.

„Alessandro", knurrte ich, als dieser den Kopf zur Tür hereinstreckte, und sprang schnell ebenfalls aus dem Bett, um auf den Spanier zuzulaufen. „Bist du eigentlich von allen guten Geistern verlassen?!"

„Ganz ruhig, Prinzessin"

Ein fettes Grinsen lag auf seinen Lippen, welches ich ihm am liebsten weggeschlagen hätte.

„Hi, Zoé"

Mein Blick fiel auf Noemi, die nun ebenfalls Harrys Zimmer betrat und wenigstens einen Teil der Anspannung auflöste, indem sie mir ein zaghaftes Lächeln schenkte.

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