Zoé Pilar Perez

Tibidabo

Um ehrlich zu sein, war ich noch nie auf dem Tibidabo gewesen, ich wusste nicht einmal wirklich etwas über diesen Berg, außer, dass er der größte Gipfel in der Nähe war und es auf ihm sogar einen Freizeitpark gab, doch Harry hatte sich anscheinend schon genauer darüber informiert. Während wir nämlich einige Tage zuvor mit Noemi und Alessandro in einem kleinen, gemütlichen Eiscafé saßen und die beiden sich die ganze Zeit gegenseitig abgeschleckt hatten, anstatt ihr Eis, hatte er mir bereits einen Vortrag darüber gehalten, wie „Sehenswert und spannend“ dieser Berg doch war. Ich war noch nie ein großer Fan von Bergen gewesen, denn man musste sie wohl oder übel besteigen, was wiederrum hieß, dass man sich ganz schön viel bewegen musste, doch wer war ich, um Harry mit den süßen Grübchen, den strahlenden Augen und den langen Locken eine Idee abzustreiten?

Es war unglaublich heiß, die Sonne prallte geradezu vom Himmel und die Straße vor uns flimmerte vor Hitze. Lediglich der Fahrtwind kühlte mich ein wenig ab, während er meine Haare komplett zerzauste. Harry saß neben mir auf dem Fahrersitz, hatte das Lenkrad seines alten, klapprigen Autos locker mit einer Hand umschlungen, die andere lag auf meinem Knie, und fuhr in einem angenehmen Tempo die Serpentinen des – meiner Meinung nach – riesigen Berges hinauf.

„Wie hoch ist dieser Berg denn noch?“, fragte ich den Lockenkopf gequält und versuchte die Sonne irgendwie vor meinem Gesicht abzuschirmen, doch nach jeder Kurve wurde ich erneut geblendet, weshalb ich es schließlich aufgab.

„Ich habe keine Ahnung. Willst du Musik hören?“

Ich nickte und er öffnete mit der Hand, die zuvor auf meinem Bein gelegen hatte, das Handschuhfach, woraufhin ich mich etwas vorbeugte und seine bescheidene CD-Sammlung begutachtete.

„Adele und Elvis Presley? Ich hätte dich irgendwie anders eingeschätzt.“

„Was hättest du denn erwartet?“, schmunzelte Harry, doch begann anschließend, als ich Elvis wieder wegsteckte, zu schmollen.

„Coldplay vielleicht, oder Emeli Sandé.“

„Coldplay müsste da auch noch irgendwo liegen.“, gab Harry zurück und kurz darauf fand ich tatsächlich das Album Ghost Stories der besagten Band.

Sobald die ersten Töne erklungen waren, fiel es mir deutlich leichter, die Hitze zu ignorieren, und schon nach kurzer Zeit sangen Harry und ich laut den Text mit, wobei ich mich wie eine sterbende Ziege und er wie ein geborener Popstar anhörte, doch das war mir gänzlich egal. Das Einzige, was wirklich zählte, war Harrys Hand in meiner, der kühlende Fahrtwind und die Tatsache, dass wir zusammen wegfuhren – wenn auch nur für eine Nacht.

Harry hatte mir erzählt, dass er sich von Alessandro einen Schlüssel zu einer kleinen Hütte oben auf dem Berg geben lassen hatte, die Alessandros Onkel gehörte, und auch, wenn es dort nur ein Schlaf-, Wohn- und Badezimmer gab, wusste ich bereits, dass ich es lieben würde. Weil Harry mit mir dort war.

Harry Edward Styles

Kaum waren wir nach einer doch längeren Autofahrt als gedacht aus meinem Wagen ausgestiegen griff ich nach Pilars Hand und sie begann, schnurstracks auf die Seilbahnen zuzulaufen, doch ich blieb stehen und schüttelte den Kopf.

„Ich musste schon einmal wegen dir Seilbahn fahren, Pilar, das tu ich mir garantiert nicht noch einmal an.“

„Schön, und wie willst du dann auf den Berg kommen?“, fragte sie nach und zog skeptisch die Augenbrauen in die Höhe, doch auch ein Hauch von Belustigung schwang in ihrer Stimme mit.

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