Zoé Pilar Perez

Ich kam nicht drumherum Noemi zu erzählen, woher ich Harry kannte und was ich alles über ihn wusste, weshalb es schließlich dazu kam, dass wir uns zusammen an einen Tisch im Café setzten, sodass ich immer aufspringen konnte, wenn neue Kunden kamen.

„Und hat er eine Freundin?“

Ich stöhnte genervt auf über Noemis gefühlte 300. Frage, ehe ich möglichst desinteressiert wirkend mit den Schultern zuckte.

„Keine Ahnung?!“

„Interessiert dich das gar nicht?“, fragte Noemi und zog verwundert ihre Augenbrauen zusammen, sodass sich eine kleine Falte zwischen ihnen bildete, während sie sich über den Tisch ein wenig näher zu mir beugte.

„Nicht wirklich.“

„Du konntest noch nie gut lügen.“ Und damit hatte sie Recht.

Ich hatte es noch nicht mal mehr geschafft, meinem Dad am 1. April glaubwürdig zu erzählen, dass ich mit Alessandro zusammen sein würde (Zugegebener Weise waren wir sogar mal zusammen, aber das ist eine andere Geschichte). Wie also könnte ich meine beste Freundin davon überzeugen, dass ich nicht gerne wissen würde, wie es mit Harry Edward Styles‘ Beziehungsstatus aussah, wo sie die wirren Gedankengänge in meinem Gehirn doch fast schon besser deuten konnte als ich?!

„Ich meine es ernst!“, versuchte ich sie zu überzeugen und fuchtelte wie wild mit meinen Armen in der Luft herum, um meine Behauptung zu unterstreichen.

„Aber du musst zugeben, dass er attraktiv ist!“

Ein kleines Grinsen schlich sich auf meine Lippen und ich versuchte ihrem Blick auszuweichen, doch sie meinte:

„Hey, antwortete mir!“

Ich lachte nur ausweichend und strich mir meine Haare aus dem Gesicht, in der Hoffnung, dass sie sich endlich zufrieden geben würde, doch mir war klar, dass sie das nicht tun würde.

„ZOÉ PILAR PEREZ!“, rief sie laut und haute mit ihren Handflächen auf den Tisch, an dem wir saßen, sodass eine Blumenvase darauf gefährlich ins Schwanken kam und ich sie noch schnell in die Hand nahm, bevor ich die vielen irritierten Blicke der wenigen Kunden auf uns bemerkte.

„Antworte ihr lieber, Pilar.“, nahm ich plötzlich eine Stimme hinter mir wahr und mein Gehirn brauchte ein paar Minuten, bevor ich von Spanisch wieder zu Englisch wechseln konnte.

Zwei große Hände legten sich auf meine Schultern und kurze Locken kitzelten mich am Ohr, als sich Harry, der hinter mir stand, vorbeugte, um mir einen kleinen Kuss auf die Wange zu drücken.

„Haaarry, was willst du?“, fragte ich und drehte mich in seine Richtung, nur um in sein grinsendes Gesicht inklusive Grübchen zu schauen.

„Du hast vergessen, meinen Kaffee abzurechnen.“

„Oh“

„Du solltest wirklich mehr darauf achten, dass alle deine Kunden bezahlen, Pilar.“, fügte er noch hinzu und ich stand seufzend auf, um mein Portmonee und die Quittung zu holen. Ich hatte wirklich keine Lust, von einem englischen Tourist, der mit Zweitnamen Edward hieß, gedemütigt zu werden – auch nicht, wenn er vielleicht ganz okay aussah.

„Wie oft habt ich dir schon gesagt, dass du mich nicht Pilar nennen sollst?!“, grummelte ich noch leise, bevor ich Harry und Noemi endgültig den Rücken zudrehte, doch Harry lieferte mir noch eine Antwort, die noch viel leiser war als mein Gemurmel zuvor, weshalb vermutlich sogar nur ich es verstanden hatte:

Itchy FeetLies diese Geschichte KOSTENLOS!