Zoé Pilar Perez

„Wow.“

Harrys Blick klebte auf der Transbordador Aeri, einer riesigen Seilbahn über den Hafen und auch einen Teil der Stadt von Barcelona, und schoss immer mal wieder Fotos von ihr mit seinem Handy.

Wir standen am Grunde des Turms, in dem sich ein Lift befand, der uns zu den Gondeln der Seilbahn befördern sollte, und Harry hatte seinen Kopf in den Nacken gelegt, um einen möglichst guten Blick auf die Attraktion zu haben, wobei er stetig die Augen zusammenkniff, da die heiße Mittagssonne unglaublich stark blendete.

„Hast du Lust?“, fragte ich ihn und deutete mit dem Kopf auf den Eingang zum Lift, wartete jedoch nicht auf seine Antwort, sondern zog ihn einfach nur am Handgelenk mit in die Richtung.

Es dauerte nicht lange, bis wir uns mit mehreren Touristen eingeengt in einem Fahrstuhl befanden und ich spürte den leichten Druck aufgrund der extremen Geschwindigkeit nach oben in meinem Körper, doch viel schlimmer war, dass ein Tourist, der vermutlich aus den Niederlanden oder so stammte, andauernd kurz davor war, mir die Ecke seiner Stadtkarte ins Auge zu rammen. Hoffentlich würde die Karte nachher im Wind davonfliegen.

Ein lautes Pling verdeutlichte, dass wir wieder aussteigen konnten und Harry und ich liefen zusammen den kurzen Weg zu den  Gondeln.

„Wackeln die Dinger?“, fragte er skeptisch und begutachtete die roten Gondeln gründlich, bevor er seinen Blick auf mich legte.

„Ein bisschen schon.“, antwortete ich grinsend und beobachtete amüsiert, wie Harry sich nervös auf die Unterlippe biss, als wir auf einmal angesprochen wurden:

„Entschuldigen Sie, bevorzugen sie eine Gondel mit oder ohne Dach?“

„Pepe?!“, meinte ich nur und wurde anschließend sofort von meinem Cousin in eine herzliche Umarmung gezogen.

„Hey, Zoé! Was machst du denn hier?“

„Ich wollte eigentlich dem Typen neben mir Barcelona von oben zeigen. Harry, das ist Pepe, mein Cousin. Pepe, das ist Harry.“

Die beiden schüttelten einander die Hände, ehe ich Pepes vorherige Frage beantwortete:

„Und wir nehmen eine Gondel ohne Dach.“

Harrys Kopf drehte sich sekundenschnell in meine Richtung und mit aufgerissenen Augen starrte er mich ungläubig an, doch ich kicherte nur.

„Geht das überhaupt? Ich meine, das ich doch bestimmt total gefährlich. Was ist denn, wenn jemand da raus fällt?!“

„Harry, es wird nichts passieren, du musst keine Angst haben.“, versuchte ich ihn belustigt zu beruhigen und piekte ihn in den Bauch, doch er tippelte nur unruhig von einem Fuß auf den anderen.

„Ich habe keine Angst.“

Pepe schenkte mir einen verstehenden Blick und ich nickte ihm zu.

„Ach und Pepe, könntest du uns vielleicht einen Gefallen tun?“

„Was denn, Cousinchen?“

„Könntest du uns eine Gondel für nur uns zwei arrangieren?“

„Solange du dich nicht darin schwängern lässt – warum nicht? Heute ist zum Glück sowieso nicht so viel los, das Wetter ist zu gut, es sind alle am Strand.“

„Pepe!“, empörte ich mich und Harry stammelte zeitgleich irgendwas Unverständliches vor sich hin, wobei sein Akzent noch mehr als sonst zur Geltung kam und es  mir fast unmöglich machte ihn zu verstehen, und zeigte abwechselnd auf mich und auf ihn.

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