Zoé Pilar Perez

Mein Kopf lag auf Harrys Bauch, ich blickte verträumt zu ihm hoch und ließ die Sonnenstrahlen auf meiner Haut und ihn mit meinen Haaren spielen und fuhr mit meinen Fingerspitzen sachte über seine warme Haut, während ich seinem Summen lauschte, das allerdings so leise war, dass es beinahe im lauten Rauschen des Meeres hinter uns unterging.

„Ich möchte auch ein Tattoo.“, murmelte ich und strich behutsam über den Rechten der zwei Vögel auf seiner Brust, die mit schwarzer Tinte unter seiner straffen Haut verankert worden waren.

„Wieso?“

„Weil ich Tattoos schön finde.“

„Du kannst dir nicht einfach so ein Tattoo stechen lassen, sonst wirst du es nachher bereuen. Du brauchst eine Bedeutung dafür, an die du jedes Mal erinnert werden willst, wenn du es dir ansiehst. Etwas, an das du dich selbst mithilfe eines Tattoos erinnern willst.“, meinte er und schloss seine Augen.

„Hast du denn für jedes deiner Tattoos eine Bedeutung?“, fragte ich ungläubig nach und er schüttelte leicht den Kopf.

„Ich bereue die Kritzeleien um mein Handgelenk, sie bedeuten mir alle nichts, ich verbinde rein gar nichts mit ihnen.“

Er seufzte leise und umfasste mit seiner anderen Hand sein Handgelenk, während ich nicht wusste, was ich darauf antworten sollte.

„Wieso hast du dir sie stechen lassen?“

„Ich weiß nicht. Ich wollte unbedingt wieder neue Tattoos und habe vermutlich einfach nicht groß darüber nachgedacht.“

Stille kam ein, während ich gedankenverloren mit meinen Fingern nun über den großen Schmetterling mitten auf seiner Brust fuhr.

„Wieso hast du dir den Schmetterling stechen lassen?“

„Raupen legen ihre Hüllen ab und sind frei, sie werden zu wunderschönen Schmetterlingen, ohne dem überhaupt bewusst zu sein. Wenn wir Menschen all unsere Sorgen ablegen würden, könnten auch wir dieses Freiheitsgefühl erleben und offen für Neues, Schönes sein, doch die meisten tun dies nicht. Ich versuche es, und der Schmetterling erinnert mich daran.“

Ein Lächeln legte sich bei seinen Worten auf meine Lippen, ehe ich scherzte:

„Ich hätte nie gedacht, dass hinter der Motte so tiefgründige Worte lägen.“

Auch Harry schmunzelte leicht, bevor er antwortete:

„Hätte man gar nicht von mir erwartet, was?“

Ich lachte leise und ließ mich rücklings neben ihn in den Sand fallen, als Harry auf einmal das Thema wechselte, indem er sagte:

„Du hattest übrigens Recht, als du letztens irgendwann meintest, dass Alessandro und Noemi kein Paar sind.“

„Ich weiß, sie sind Freunde mit gewissen Vorzügen oder so.“

Harry erwiderte nichts mehr und ich konnte mir einfach nicht verkneifen, die Frage zu stellen, von der mich die Antwort nur zu sehr interessierte:

„Was sagst du dazu?“

„Es ist der letzte Schwachsinn. In gewisser Weise binden sie sich schließlich doch aneinander, obwohl sie genauso gut jeden Tag mit einem anderen Mädel beziehungsweise einem anderen Kerl schlafen könnten.“

„Sie vertrauen einander.“, murmelte ich und Harry nickte, ehe er meinte:

„Letztendlich wird sich einer der beiden in den anderen verlieben und dann ist das Chaos unvermeidbar.“

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