Harry Edward Styles

Wir waren bereits eine Weile schweigend nebeneinander an der Promenade entlang gelaufen, als ich Pilar irgendwann fragte:

„Vermisst du sie?“

„Wen?“, fragte sie, ohne vom Horizont vor uns aufzusehen.

„Deine Mutter.“

Sie erwiderte eine Zeit lang nichts, bis sie schließlich zaghaft nickte.

„Ja, ich denke schon.“

„Wie alt warst du, als sie gegangen ist?“

„12.“

Ihre Stimme war leise, aber dennoch sicher.

„Es ist manchmal echt hart, wenn du zwar einen Vater hast, aber dennoch die Mutter fehlt. Man fragt sich, ob nicht vielleicht alles einfacher oder insgesamt anders gewesen wäre, wenn sie hier gewesen wäre. Vielleicht hätte sie mich in manchen Situationen besser verstanden, sie war nicht so robust wie Dad.“

Ich nickte verständnisvoll und wieder trat Schweigen zwischen uns ein, jeder hing seinen eigenen Gedanken nach.

„Vermisst du sie nicht, also deine Familie?“

Ich drehte meinen Kopf Pilar zu, da diese stehengeblieben war, um mich fragend anzublicken.

„Meine Schwester, ja.“, murmelte ich als Antwort und Pilar schenkte mir ein kleines Lächeln, welches ich bestmöglich versuchte zu erwidern, ehe sie ihre zierlichen Arme ausbreitete.

Ich tat es ihr nach und ein paar Sekunden später lagen wir einander in den Armen, während mein Kopf auf ihrem lag und sie ihren gegen meine Brust drückte.

„Ich mag deine Umarmungen.“, nuschelte sie gegen mein Shirt und ein kleines Schmunzeln schlich sich auf meine Lippen, ehe sie noch hinzufügte:

„Und du magst Noemi.“

„Sie ist ein Mädchen wie jedes andere auch.“

„Aber du flirtest mit ihr!“, warf sie mir vor und löste sich wieder von mir.

„Sie flirtet genauso mit mir wie ich mit ihr.“, grinste ich und Pilar zog eine Grimasse.

„Mit mir flirtest du nicht.“

„Ist da etwa jemand eifersüchtig?“, fragte ich neckisch und wuschelte ihr einmal spielerisch durch die Haare, doch sie erwiderte nichts, sondern überkreuzte einfach nur ihre Arme vor der Brust.

„Komm schon, Pilar. Wen bringe ich denn gerade nach Hause? Dich, Noemi oder Alyssa?“

„Wer ist Alyssa?!“, war das einzige, was von ihr zurückkam, und ich musste laut anfangen zu lachen.

„Was denn?“, fragte sie verwirrt, doch ich beachtete sie gar nicht, sondern lachte einfach nur weiter.

„Du bist so süß, wenn du eifersüchtig bist. Dabei hast du doch gar keinen Grund dazu.“, brachte ich heraus und sie streckte mir beleidigt ihre Zunge heraus.

Ich legte meinen Arm um ihre Schultern und brachte uns beide so dazu weiterzulaufen, ehe ich fragte:

„So, zufrieden?“

Pilar nickte, sagte aber nichts, doch dennoch erblickte ich ein kleines Grinsen auf ihren Lippen.

Den Rest des Weges verbrachten wir schweigend, wobei mein Arm keine Sekunde von ihrer Schulter rutschte, und beobachteten die Sonne, die langsam aber sicher drohte im schimmerndem Meerwasser unterzugehen. Die meisten Touristen waren in ihre Hotels oder aber Bars oder Restaurants geflüchtet, lediglich ein paar Schaulustige hatten sich am Strand versammelt, um wohl den Sonnenuntergang zu bestaunen, der vermutlich in 20 Minuten eintreten würde.

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