Zoé Pilar Perez

„Geht doch.“, murmelte ich zu mir selbst, als ich die riesige Statur in der Mitte des Labyrinths vor mir entdeckte, und lief langsam auf ein großes Brunnenbecken davor zu, ehe ich mich auf den steinernen Rand davon setzte.

Mein Blick fiel auf die Wasseroberfläche, auf mein Spiegelbild, und ich begutachtete mich. Unordentliche, dunkle Locken umrahmten mein Gesicht und meine Augen strahlten Müdigkeit aus, die leider nicht von Make-Up vertuscht wurde, da ich keines trug. Und trotzdem hatte Harry gesagt, ich würde wunderschön aussehen. Ein Lächeln legte sich auf meine Lippen und ich fuhr mir durch die Haare, als sich auf einmal zwei Hände auf meine Schultern legten.

„Buh!“

Schreiend sprang ich von meinem Sitzplatz auf und schlug um mich, bis ich auf einmal das Gleichgewicht verlor und mit einem Platschen in das dreckige Brunnenwasser fiel.

„HARRY DU ARSCHLOCH!“

Harrys Lachen verlor sich in meinem lauten Geschrei und ich strampelte wie wild mit meinen Armen und Beinen, um schnell wieder aus dem lauwarmen Nass herauszukommen.

„Eigentlich wollte ich dich nur ein bisschen erschrecken, aber ich konnte ja nicht ahnen, dass du gleich in den Brunnen fällst.“, lachte Harry hinter mir und schlug sich mit der Hand auf den Oberschenkel, während ich ihm böse Blicke schickte.

„Hilf mir lieber hier raus.“, brummte ich und nachdem er sich wieder halbwegs beruhigt hatte, hielt er mir tatsächlich seine Hand entgegen, die ich zufrieden annahm – nur um anschließend daran zu ziehen, sodass er auch mit einem Bauchplatscher baden ging.

Nach Luft schnappend tauchte er auf und sah sich verwirrt um, ehe seine Augen meine fanden. Provozierend blinzelte ich ihn an, bevor ich mich mit einem Satz aus dem Brunnen hievte und mich auf der Steinkante niederließ.

„Das hast du davon, Edward.“

„Sei lieber still.“, murmelte er und strich sich die nassen Locken aus dem Gesicht, ehe auch er wieder aus dem Becken kletterte.

Amüsiert zog ich eine Augenbraue in die Höhe, ehe ich fragte:

„Was sonst?“

Harry stöhnte und presste seine Handfläche gegen meinen Mund, weshalb ich kichern musste und er auch ein bisschen grinsen musste, ehe ich mich auf den Rasen neben uns fallen ließ, sodass ich geradewegs in den Sternenhimmel starrte.

„Ich bin nass.“, murmelte Harry und ich nickte.

„Ich auch. Du bist Schuld.“

„Ich konnte ja nicht wissen, dass du so schreckhaft bist.“

„Bin ich eigentlich auch gar nicht, du hast mich ja schließlich praktisch schon darein geschubst.“, versuchte ich zu argumentieren, während sich Harry neben mich legte.

Die eigentlich warme Brise kam mir plötzlich ziemlich kalt vor, als sie durch meine durchnässten Klamotten fegte, und eine Gänsehaut zierte meinen Körper, weshalb ich meine Arme um mich schlang und die Beine anzog.

„Gar nicht.“

Ich sagte nichts mehr, sondern seufzte nur, und so kam es, dass wir einfach nur still nebeneinander saßen und die hellen Sterne über uns beobachteten, bis Harry irgendwann fragte:

„Ist dir kalt?“

„Seh ich so aus?“

Er antwortete nicht, sondern robbte nur näher zu mir, legte einen Arm um meine Schulter und klemmte eines meiner Beine zwischen seine Knie.

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