Zoé Pilar Perez

„Mein Gott, ich glaube, das gerade war eins der atemberaubendsten Erlebnisse in meinem ganzen Leben.“, murmelte Harry vor sich hin, während wir nebeneinander einem Trampelpfad zurück in den Kern Barcelonas folgten.

„Was war denn noch besser als die Seilbahn?“, fragte ich neugierig und blickte Harry von der Seite an.

„Ich weiß es nicht, ehrlich gesagt habe ich noch nicht viel Beeindruckendes erlebt, würde ich sagen.“

„Nicht? Ich dachte, du schreibst Reiseführer, dann musst du doch schon viel von der Welt gesehen haben.“

„Ja, aber ich habe erst einen einzigen geschrieben bist jetzt und der war über London, eine Stadt, die ich auch so schon kannte.“

„Und als was hast du dann vorher gearbeitet? Du bist schließlich schon 20.“

„Gar nicht“, antwortete er „Ich wollte immer Sänger werden, vor Leuten auftreten und sie mit dem, was mir Spaß macht, unterhalten. Aber irgendwie hat das nicht geklappt. Ich weiß nicht, ob das an meiner Stimme liegt oder an der Tatsache, dass niemand mir so richtig Aufmerksamkeit geschenkt hat.“

„Jetzt sag aber nicht, dass du bei irgendwelchen Castingshows mitgemacht hast.“, kicherte ich leise, doch er antwortete ernst:

„Ich habe darüber nachgedacht, aber mal ganz ehrlich: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass du dich dort gegen unzählige Andere durchsetzen kannst und entdeckt wirst? Ziemlich gering, denke ich. Und ich glaube nicht, dass Simon Cowell, Louis Walsh oder irgendein anderer von den Juroren ausgerechnet an mir Gefallen finden würde.“

Ich nickte nur nachdenklich, bis Harry irgendwann fragte:

„Und du?“

„Was ist mit mir?“

„Willst du für immer in eurem Café arbeiten oder hast du bereits irgendwelche Pläne für die Zukunft?“

„Ich weiß es noch nicht wirklich, aber ich denke, mein Vater verlangt quasi schon von mir, dass ich das Café mal übernehme.“

„Aber du willst nicht.“, meinte Harry, wobei sich seine Aussage mehr nach einer Frage anhörte.

„Eigentlich nicht, nein.“

„Was willst du dann?“

Ich musste nicht lange überlegen, bis ich antworten konnte, da ich es sofort wusste.

„Ich möchte die Welt sehen und Städte bereisen, von denen ich nicht mal mehr wusste, dass sie existieren. Ich möchte den Eifelturm in Paris besteigen, Fahrrad fahren in den Niederlanden, die Berliner Mauer in Deutschland anschauen, mit einem roten Doppeldeckerbus fahren in Großbritannien und noch viel mehr.“

Ich lächelte bei der Vorstellung und auch auf Harrys Lippen setzte sich ein Schmunzeln, ehe er lachte:

„Glaub mir, die Doppeldeckerbusse sind nicht so toll, wie sie auf Fotos immer aussehen. Sie sind total überfüllt!“

Ich zuckte nur grinsend mit den Schultern und führte uns um eine Ecke, sodass wir kurz darauf eine kleine Gasse durchquerten.

„Du möchtest also Tourist spielen, obwohl du selbst Touristen nicht leiden kannst?“

Ich nickte. „Ja, irgendwie schon.“

„Du bist eigenartig, Zoé Pilar Perez.“

„Das Kompliment kann ich nur zurückgeben, Harry Edward Styles.“

Wir liefen eine Weile nebeneinander her, ohne dass jemand von uns beiden auch nur ein Wort sagte, da wir einfach nur unseren Gedanken nachhingen und stillschweigend die anderen Passanten beobachteten.

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