"Manchmal hasse ich dich." - Ardy.

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Jamie Pov.

Ich raste schnell an Ardys verdutzem Blick vorbei, denn dieser stand angelehnt an der Küchentür. In meinem Zimmer machte ich die Türe schnell zu und schmiss meinen Rucksack auf den Boden. Schnell kramte ich meine Hausaufgaben raus und versuchte mich darauf zu konzentrieren. Doch jede Sekunde, egal welches Wort ich versuchte zu schreiben, die Gedanken ließen mich nicht in Ruhe. Es tut einfach weh, wenn dein Bruder dir an den Kopf wirft, dass er sich wünscht, dass es dich nicht gibt. Eigentlich war ich mittlerweile viel mehr enttäuscht, als sauer. Und traurig. Ich fragte mich immernoch, wie ich es am Wochenende mit ihm auf der Familienfeier aushalten soll. Mein Handy gab Gerüusche von sich.

Melissa: Heyyyy, wieso singen Taddl und Ardy in einem Lied übers Kiffen? :o<3

Ich hob eine Augenbraue.

Jamie: Tun sie?

Melissa: Ja, in 700 Main St, glaub' ich.

Jamie: Okay, wusste ich nicht..

Ich legte mein Handy weg und schmiss es auf mein Bett. Die Wut stieg in mir hoch. Ich raste wutentbrannt aus dem Zimmer, schnurstracks in die Küche, wo sich meine beiden Mitbewohner aufhielten. "Kifft ihr?" fragte ich laut und verschränkte meine Arme vor der Brust. "Jamie..." sagte Taddl erschrocken. "Habt ihr was genommen?" stellte ich ihn erneut vor die Frage. "Nein.. also.. ne.. nur vielleicht.. einmal.. aber-" "Einmal? Weisst du wie schädlich das ist?" unterbrach ich ihn. "Jamie, wir werden ja wohl selber wissen was wir tun, danke", keifte Ardy mich an und stand auf. "Seit ihr eigentlich bescheuert?" schrie ich. "Was hast du jetzt schon wieder für ein Problem?" fragte der braunhaarige genervt. "Wir haben nichts genommen", versuchte mich Taddl zu beruhigen. "Lüg' sie halt an." Provokant sah Ardy mich und meinen Bruder an. Ich kniff meine Augen zu einem Schlitz zusammen. "Was meint er?" motzte ich Taddl an. Er sah hilflos aus, versuchte uns alle friedlich zu stellen. Doch das ging nach hinten los. "Manchmal hasse ich dich, Jamie", kam abfällig von Ardy.

In der selben Sekunde stiegen Tränen in meine Augen. "Ist das dein Ernst?" Brüllte ich ihn an, während meine Tränen sich den Weg durch meine Wimpern bohrten. "Wer hat sich monatelang um dich gekümmert, hat die Schule halb abgebrochen, ist Nachts drei Stunden zu dir gefahren, wer ist Abends mit dir eingeschlafen, wer hat sich alle deine Sorgen anhören müssen, wer hatte Rund um die Uhr für dich Zeit, wer hat sich wegen dir mit seinen Eltern gestritten, wer hat dich versucht aufzumuntern, während du heulend zusammen gebrochen bist, wer war Tag und Nacht bei dir, weil du depressiv warst?" Ich schrie alles raus. "Mhm.." er überlegte. "Simon und Felix." Er grinste immernoch. War ihm es gerade eigentlich egal, was ich alles für ihn geopfert habe, dass ich vor seinen Augen wegen ihm weinte, litt und schrie? "Wie kannst du so kalt sein?", meine Stimme senkte sich. Ich sah zu Taddl. Dieser sah nur zu Boden und traute sich nicht was zu sagen. "Du bist so falsch", sagte ich in normaler Tonlage zu ihm. Meine Tränen flossen quer über meine Wangen und meine Hände waren zu Fäusten geballt. Doch langsam lockerten sie sich. Auch Ardys grinsen war verschwunden. Nurnoch ein Lächeln. Tat ihm es gut, andere Menschen leiden zu sehen. "Untermensch", schrie ich noch einmal, machte auf dem Absatz kehrt und rannte aus der Wohnung. Meine Sicht war schon längst verschwommen, doch trotzdem rannte ich die Treppen runter. Ich rannte gegen irgendwen, doch ich wollte nicht aufsehen. "Schätzchen, was ist los?", hörte ich Rewis Stimme. Rewi? War er nicht irgendwo um zu lernen? Doch darüber machte ich mir gerade keine Gedanken. Ich wollte mich losreißen, doch er hielt mich fest. Ich kniff meine Augen zusammen, schluchzte nurnoch laut. Es tat so weh.

Rewi ging in die Hocke und war mit mir auf Augenhöhe. Er wischte mir die Tränen mit seinem Daumen weg und sah mich einfühlsam an. "Komm mit", er nahm mich bei der Hand und wir gingen erneut an unserer Wohnung vorbei, aus der ich nur leise Taddls Stimme hörte. Ich wollte nicht zuhören, deshalb versuchte ich mich an Rewi zu klammern. An seiner Wohnung rief er einmal "Palle?" um zu prüfen ob er da war. Doch keine Reaktion. Er schloss hinter uns die Tür und dann gingen wir in sein Zimmer und setzten uns auf's Bett. "So, erklär mir mal was los ist", bat er und legte seinen Arm um mich. Ich lehnte mich an ihn und versuchte aufzuhören zu weinen. "A.. Ar.. Ardy meinte er hasst mich", stotterte ich. Er sah mich geschockt an. "Hat er das gesagt?" Schwer atmend nickte ich. Es tat einfach weh. Ich wollte das nichtmehr, ich wollte nichtmehr weinen. "Atme ganz ruhig, und regelmäßig. Hör zu, ich mach dir einen Tee. Felix (Rotpilz) wollte eigentlich gleich kommen, stört dich das?" Zögernd schüttelte ich den Kopf. Rewi drückte mir ein Kuss auf die Stirn und deckte mich zu. Dann ging er in die Küche und ich hörte nurnoch wie der Wasserkocher anging.

Geschwisterliebe. [Taddl FF]Lies diese Geschichte KOSTENLOS!