45. Kapitel- Noams bester Freund

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Freitag, 10.07.15

Ich hatte überhaupt nicht gut geschlafen. Nach zwei Stunden dösen war ich aufgewacht und hatte mich von da an nur herumgewälzt, Louis mehrmals fast geweckt und dann, als ich wieder eingenickt war, hatte ich einen Albtraum.

Lachend rennen alle an mir vorbei- Rea und Mara, Perrie und Zayn, Liam und Sophia, Harry und Niall, Aline und Mario... und Louis mit einem braunhaarigen Mädchen in den Armen.

„Was wollen wir machen?", lacht Kim, der jetzt an der Gruppenspitze auftaucht und mich nur kurz mit dem Blick streift. Ich nähere mich zögernd, den Blick auf Louis gerichtet, der jetzt wegen dem Mädchen laut auflacht. „Wollen wir die arme, kleine Phi, die allein hier ist, nicht auch ein bisschen in die Mitte nehmen?"- „Jaaa!", johlt Louis und kommt mit verzerrtem Grinsen auf mich zu. ich runzle die Stirn. „Louis, wo sind wir? Und was ist mit Noam, wieso suchen wir nicht ihn?" Jetzt lacht er höhnisch auf und klatscht in Hände, dreht sich zu den anderen. „Habt ihr das gehört? Wieso suchen wir nicht Noam?", äfft er mich nach und mir steigen die Tränen in die Augen. „Hör auf", flüsterte ich, doch er dreht sich nur um und brüllt mich an: „Du bist ein Nichts, Phi, weil dein Scheiss-Bruder tot ist! Ja, gestorben, weil du nicht aufgepasst hast! Also geh und heul dich woanders aus!"

Das war der Moment, in dem Louis mich mit heftigem Schütteln wecken konnte. Völlig aufgelöst flüchtete ich in seine Arme, auch wenn es ja er gewesen war, der mich beleidigt hatte. Aber das war der Traumlouis. Nicht der Echte.

Der hatte gerade die Arme fest um mich geschlungen, sprach beruhigend auf mich ein und strich mir immer wieder sanft über den Rücken. „Schhhh", murmelte er und wiegte mich langsam hin und her, küsste mich sanft aufs Haar. Sein regelmässiger, kräftiger Herzschlag im Ohr und seine Anwesenheit brachte mich dann aber rasch dazu, mich zu beruhigen.

„Willst du mir davon erzählen?", fragte Louis behutsam, doch ich schüttelte den Kopf und wischte mir die Tränen weg. „Hat er von mir gehandelt?" Ich erstarrte und gab ihm somit die Antwort. Sein Atem stockte kurz, doch dann griff er sanft nach meinem Gesicht und brachte mich dazu, ihn anzuschauen.

„Was auch immer du Schlimmes von mir geträumt hast- ich verspreche dir, ich werde dich nicht verlassen und dir beistehen, so weit wie es geht und du mich ertragen kannst. Ich liebe dich, Saphira Graham. Und es erschreckt mich manchmal, wie rasch das alles gegangen ist, doch dann brauch ich nur in mich hineinzuhorchen, um sicherzugehen, dass es das richtige ist, was wir da tun. Ich liebe dich."

Diese drei Wörter hatten fast eine magische Wirkung auf mich und ich schloss die Augen, holte einmal tief Luft und erzählte ihm von meinem Traum. Er schwieg und hörte mir aufmerksam zu, doch am Ende murmelte er gepresst: „Das würde ich nie, nie tun. Auch nicht zu einer fremden Person, nicht zu meinem ärgsten Feind! Wenn eine geliebte Person stirbt, dann soll der trauern dürfen! Und zudem- Noam lebt noch. Das wissen wir, okay? Und wir finden ihn. Europa ist nicht riesig, das schaffen wir irgendwie. Ich bin bei dir."

Etwas beruhigt nickte ich gegen seine Brust und murmelte dann: „Ich liebe dich auch."

Sein breites Lächeln spürte ich förmlich, als er mich auf die Wange küsste, dann hievte er mich wieder auf die Matratze zurück und verordnete: „Jetzt schläfst du noch ein bisschen, ja? Du siehst ziemlich müde aus."- „Hab auch vorhin noch nicht viel geschlafen", brummelte ich und platzierte mich vorsichtig vor Louis, doch der schien mich nicht zu verstehen und lag einfach nur neben mir, spielte mit meinen Haaren und schien in Gedanken versunken zu sein.

„Louis?", flüsterte ich schliesslich, als ich es nicht mehr aushielt. „Hm?"- „Kann ich kuscheln kommen?"- „Hm? Ja klar! Komm her."

Er breitete die Arme aus und zog mich an seine Brust. Und so, mit seinem beruhigenden Atmen und seiner Nähe, konnte ich dann endlich gut schlafen.

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