26. Kapitel- Prinz Louis

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Wir misteten zusammen den Stall aus, dann durften sie den Kühen Futter geben und dann kam das Highlight für sie- wir holten zwei Ponys aus dem Stall und wir begannen zusammen, sie zu putzen. Lucas hatte mir gegenüber bald jegliche Scheu abgelegt und lauschte mir mit leuchtenden Augen, als ich ihm von Corni, dem frechen Haflinger, den wir zusammen säuberten, erzählte, wie er mal ausgebüxt und in einer Wäscherei gelandet war.

„Wollt ihr ein bisschen mit uns reiten?", fragte Maja schliesslich zufrieden. Sofort jubelten die zwei Kinder auf und Maja lachte auf. „Dann ist ja gut. Kommt, wir satteln sie zusammen."

Gerade, als ich Lucas aufs Pferd half, hörte ich zwei Automotoren brummen und wusste, dass es nicht die Eltern sein konnten, da die normalerweise das Auto weiter entfernt abstellten.

„Wer ist das, Saphira?", fragte Lucas etwas ängstlich und klammerte sich an Cornis Mähne fest. Ich warf einen Blick über die Schulter und sah die ganze Mannschaft versammelt dastehen. Ups.

„Das sind meine Freunde", erklärte ich ihm lächelnd und mahnte ihn gleich darauf: „Jetzt gut festhalten!"

Eifrig nickte er und schon lief ich hinter Maja und dem alten, dicken Isländerpony Fred mit Anna auf dem Rücken her in das kleine Roundpen, wo wir sie einige Runden im Schritt führten. Still strahlte Lucas vor sich hin und ich merkte erst, dass die Jungs mit Sophia und Perrie am Zaun standen als Corni neugierig schnaubte und die Ohren verdrehte. Ich schaute zu ihnen rüber und musste grinsen. Ihre Gesichter waren überrascht, doch nicht negativ.

„Ist da dein Prinz?", fragte Lucas mich leise, doch nicht leise genug. Ich wurde etwas rot und flüsterte zurück: „Was denkst du denn?"- „Ja! Der da!"

Er zeigte mit einer solchen Bestimmtheit auf Niall, dass ich überrascht eine Augenbraue hob. „Und wieso das?"- „Weil Prinzen blond sind."- „Sicher?"- „Ja."- „Aber das ist er nicht", verriet ich ihm und sofort schaute er enttäuscht, doch dann fragte er: „Wer denn?"- „Der mit den schwarzen Haaren ist mein Bruder, der ist es auch nicht. Jetzt hast du nicht mehr viel Auswahl", grinste ich leicht und winkte ihnen zu, was sie erwiderten. „Der da!"
Und jetzt zeigte er auf Louis. „Kann sein. Aber ich weiss nicht, ob ich seine Prinzessin sein darf, da muss ich noch warten, bis er mich fragt."- „Oh. Aber das wird er doch, oder?"- „Das weiss ich nicht", schmunzelte ich und hielt Corni an. „Nein! Ich will nochmal!", verzog Anna das Gesicht und umklammerte den Hals von Fred. „Schau mal, Anna, Fred möchte auch noch gerne auf die Weide", erklärte Maja ihr, doch das klappte nicht gut. Auch Lucas weigerte sich, Corni loszulassen, weshalb ich etwas ratlos danebenstand und Corni am Zaumzeug festhielt.

„Schau mal, deine Eltern kommen!", lockte jetzt Maja, was Anna zum Zögern brachte. Auf einmal stand jemand neben mir und flüsterte mir ins Ohr: „Er will nicht runter, oder?"- „Nein", murmelte ich etwas verlegen zu Louis zurück, doch er nickte nur und trat grinsend zu Lucas heran, der ihn misstrauisch musterte. „Hi, ich bin Louis und du?"

Er zeigte erst auf sich, dann auf Lucas. „Ist das Englisch?", wollte Lucas wissen. Ich nickte. „Ja, genau. Du sollst sagen, wie du heisst."- „Lucas!"

Louis nickte und fuhr fort: „Du hast gesagt, ich sei ein Prinz!". „Louis!", zischte ich ihn an, doch er grinste mich nur frech an. „Ja! Du bist ein Prinz!", kicherte Lucas jetzt und streckte vorsichtig eine Hand nach Louis aus, was der ihm nachmachte. Kurz schlug er bei Louis ein, was den breit Schmunzeln liess. „Und die Prinzessin?"- „Da, Saphira!", zeigte Lucas. Louis nickte und zeigte erst auf mich, dann wieder auf sich. „Saphira ist die Prinzessin, ich der Prinz?"- „Jaha", nickte Lucas eifrig und lockerte seine Griffe.

„Willst du wissen, wie du auch ein Prinz wirst?", fragte Louis jetzt und ich übersetzte es Lucas rasch. Der nickte heftig und ich stellte ihm die Bedingung: „Dann musst du aber runterkommen, damit Corni sich nicht langweilt, er möchte gerne auf die Weide!"- „Okay."

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