35. Kapitel- Die Tomlinsons

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Wenig später spielte ich mit den kleinen Zwillingen, bis sie sich nur noch kloppten. Da packte ich die zwei und setzte sie vor den Fernseher, wo ich eine DVD mit nur Tierbildern mit Ton einschob, die extra für die zwei Kleinen angeschrieben war- und ich erkannte Louis' Stimme sofort. Er sang mehrere Lieder und mir wurde klar, dass das ein Geschenk gewesen sein musste.

In der Küche suchte ich nach Esssachen für die zwei und zog mir schliesslich Harry zu Rate, der schon öfters hier gewesen war und mir übers Handy diktierte, wo die Sachen waren. Sie waren nicht mehr weit von Doncaster und ich war grenzenlos erleichtert das zu hören.

Hoffentlich ging es Louis gut. Ich würde es nicht ertragen, wenn er zusammenbrechen würde oder gar ausrastete. Ich wollte ihn nicht im Spital besuchen müssen.

Meine Gedanken schweiften von Louis im Spital zu Zayns Nachricht. Eigentlich lag auf der Hand, was er meinte, aber nicht, wieso er es schrieb. War es so offensichtlich, dass ich in Louis verliebt war? Dann wäre es ein bisschen peinlich. Schlimm genug, dass wir schon für werdende Eltern gehalten wurden.

Als der Brei aus Karotten und Kartoffeln meiner Meinung nach eine gute Konsistenz und einen annehmbaren Geschmack hatte klatschte ich eine Portion auf einen Teller und packte die zwei in ihre Hochstühle, wo ich ihnen abwechselnd einen Löffel in den Mund schob und ihnen dabei ein deutsches Märchen erzählte. Sie lauschten mir eifrig und schlangen den komischen Brei in sich hinein, doch ihre Äuglein wurden immer kleiner und kleiner, Doris riss sie immer wieder kräftig auf und Ernest rieb sich mit den Kartoffel-Karotten-Brei-Händen drüber.

Schliesslich hatten Doris genug, während Ernest den Rest mit Vergnügen in sich hineinschaufelte. Gerade, als ich den letzten Resten zusammenkratzte, knackte etwas hinter mir und ich drehte mich um. Da standen sie, alle vier Jungs. Wo sie Perrie und der Rest von Little Mix gelassen haben, war mir nicht klar, doch auch gerade egal. Ich sagte nichts, sondern schaute sie nur stumm an. Zayn rührte sich als erster, er liess seine Tasche fallen und kam zu mir, schloss mich fest in die Arme und ich konnte endlich loslassen und weinen. Es war einfach zu viel gewesen die letzten vierundzwanzig Stunden. Viel zu viel.

Zayn sagte nichts, sondern stand nur da und hielt mich fest. Harry, Liam und Niall kümmerten sich um Doris und Ernest, worüber ich wirklich froh war, denn jetzt hätte ich die Schlafzimmer suchen müssen und dann Zähne putzen und umziehen und was weiss ich noch.

„Du hast das wunderbar gemacht", flüsterte Zayn mir ins Ohr und küsste mich auf die Wange, dann hob er mich sanft hoch und trug mich zum Sofa, wo er mich ächzend absetzte. Er hatte sich vor zwei Wochen mal über Rückenschmerzen beklagt, was jetzt wieder zu kommen schien, doch er scherte sich nicht drum.

„Sie schlafen friedlich", verkündete Niall wenig später und stellte ein Gerät, das ich als Babyfon vermutete, auf den Fernsehtisch, dann schaute er mich an. Ich blinzelte verschämt und wischte mir übers Gesicht.

„Hey, ist okay, Phi", sagte Harry und setzte sich neben mich, legte mir eine Hand auf den Arm und musterte mich mitfühlend. „Das darf schon mal überwältigend sein." Ich biss mir auf die Lippe, dann nickte ich und richtete mich ein bisschen auf. „Habt ihr etwas zu essen?"- „Ja, gerade noch geholt."

Niall brachte mir eine Tüte mit labbrigen Pommes und dazu einen fettigen Wrap, doch es kam mir total lecker vor. Ich schlang alles in mich hinein und wischte mir schliesslich die Finger mit der Serviette ab.

„Wollen wir hier warten oder zu Louis fahren?", fragte Harry leise und ich blickte zu Liam, der immer noch im Türrahmen lehnte und viel älter aussah, als er war. Sie machten gerade eine Krise nach der anderen durch, wurde mir klar. Fehlte nur noch Niall und Harry, dann hätten alle Jungs etwas zu beissen.

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