2. Kapitel - Ghöch

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Samstag, 28.03.15

„Aufwachen, Knuffelmonster..."

Ich fuhr erschrocken hoch und knallte frontal mit jemandem zusammen, der sich als Zayn herausstellte. „Sorry, ich bin mich nicht gewöhnt, dass mich jemand weckt", gab ich verlegen zu und rieb mir die Nase, die schmerzhaft Bekanntschaft mit... ja, mit was eigentlich gemacht hatte? „Und warum Knuffelmonster?", fiel mir ein und schaute Zayn böse an. Er lächelte nur. „Deine Haare sehen so cool aus und du bist niedlich, also."

Ach so. Gut zu wissen... vielleicht.

„Hast du Hunger?", fragte ich und suchte auf dem Boden nach meinen Socken- morgens war meine Wohnung immer eiskalt, im Sommer angenehm, im Winter weniger. „Geht", murmelte er und stand ebenfalls auf. „Wenn du duschen willst, geh einfach- im Schrank sind frische Handtücher. Kannst es dann in den Wäschekorb legen."

Er nickte und verschwand im Bad. Ich dagegen tapste in die Küche, setzte Kaffee auf und holte das Müesli und die Früchte aus dem Schrank, dann checkte ich mein Handy. Nur Aline hatte mir geschrieben, sie fragte mich, ob ich heute Abend auf die Party ginge. Ich schrieb ihr zurück, dass ich es noch nicht wisse, und setzte mich dann ans Fenster. Es war trübes Wetter, wie immer eigentlich. Hoffentlich schneite es nicht mehr, dann wäre es noch bescheuerter als eh schon. Nala sprang auf meinen Schoss und machte sich breit, abwesend streichelte ich sie, während ich über Zayn nachdachte. Warum flüchtete er genau hierher? Ich meine, er war doch weltberühmt... und da gäbe es sicher praktischere Orte, vor allem so ganz ohne Bodyguard!

„Ich bin fertig."

Erschrocken fuhr ich herum und wäre fast vom Fensterbank gefallen, Nala fauchte unwillig. „Okay."

Er stand oberkörperfrei da und ich liess kurz den Blick über ihn wandern- nicht schlecht, aber er war irgendwie auch verdammt dünn. „Du musst mehr essen", stellte ich trocken fest. „Komm, wir essen, ich geh nachher noch duschen."

Ich setzte Nala vorsichtig auf dem Boden ab und ging in die Küche zur Kaffeemaschine rüber. Dort holte ich die Kanne und stellte sie auf den Tisch, zusammen mit einer Flasche Milch. „Willst du was anderes?", fragte ich Zayn, der inzwischen doch ein Shirt anhatte. „Nein, das ist super. Ist doch ein Schweizer Produkt, nicht?"- „Müesli? Ja, und alle sprechen's falsch aus", ich verdrehte die Augen und nahm mir eine Banane, schälte sie und biss davon ab. „Was ist deine Lieblingsfrucht?", fragte ich Zayn amüsiert, weil ich sah, wie er mit sich haderte. „Auch Banane, aber dann hat's keine mehr."

Ich nahm die letzte Frucht dieser Sorte aus der Schale und knallte sie ihm hin. „Iss. Wir gehen heute eh einkaufen!"- „Stimmt ja", ich musste lächeln und er auch, nachdem er erst mal davon abgebissen hatte. „Sag mal, was ist das da drüben für ein Foto?", fragte er mit vollem Mund. Ich folgte seinem Blick und sah es.

„Das ist... kompliziert", seufzte ich schliesslich und legte die Schale ordentlich zusammen weg, dann trank ich einen Schluck Kaffee. „Willst du's mir erzählen?", seine braunen Augen bohrten sich fest in meine und wirkten irgendwie... mitfühlend. Genau.

„Ich... mal schauen. Nicht heute", wich ich aus und schüttelte mir Flocken in das Schälchen. „Ist das gut?", fragte Zayn misstrauisch. „Es sieht so... gesund aus."- „Ist es auch, beides. Probier's einfach. Ich habe immer Probleme ausserhalb der Schweiz, um gutes Müesli zu finden, weil es hier einfach die besten Sorten gibt. Tja."

Tatsächlich schmeckte es ihm einigermassen, immerhin schüttete er sich nochmal nach. Auf einmal fiel mein Blick auf die Uhr. „Verdammt, es ist schon elf! Wir müssen los, ich... wollte noch schwimmen gehen. Da kannst du eigentlich auch mitkommen, ausser..."- „Ich muss schauen", murmelte Zayn und half mir, das Geschirr im Spüler zu verstauen. Den liess ich gleich laufen und fragte dann: „Können wir los?"- „Klar."

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