36. Kapitel- Louis' Mädchen

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„Ich geh ihm nach."- „Sicher, dass er nicht allein sein will?", fragte Fizzy nach und musterte mich misstrauisch. Ich blickte zu den Jungs und musste dann lächeln. Sie schienen meine Meinung zu teilen, denn sie nickten mir auffordernd zu. Mehr brauchte ich nicht und ich schlüpfte aus den Socken, öffnete die Tür und liess sie vorsichtig wieder ins Schloss fallen.

„Ich hab die Sekunden gezählt. Wer hat dich aufgehalten? Mom oder Fizzy?"

Louis lehnte hinter dem Baum in der Einfahrt und zündete sich eine Zigarette an. „Fizzy", meinte ich nur ruhig und wedelte mir den Rauch vor den Augen weg.

„Okay. Komm."

Er griff nach mir und zog mich zu sich ran, woraufhin ich die Arme um seinen Thorax schlang und mich zufrieden an ihn schmiegte. Er umschlang mich einarmig und rauchte ruhig weiter, achtete darauf, mir den Rauch nicht ins Gesicht zu blasen. Gleichzeitig schlenderten wir die Strasse runter. Es war ruhig, doch in den ersten Häusern gingen bereits die Lichter an. vereinzelt schlich eine Katze herum, dort schnüffelte ein Hund, der wohl kein Zuhause hatte, an einer leeren Packung Fleisch rum.

„Hier lang."

Louis führte mich durch sein Heimatort, der ihm so vertraut sein musste wie seine Hosentasche. Er hatte immerhin achtzehn Jahre hier gelebt.

„Kannst du Fussball spielen?", fragte Louis auf einmal. Hä? Amüsiert fragte ich zurück: „Keine Ahnung, wieso meinst du?"- „Weil ich Fussball liebe", grinste er spitzbübisch und ich fuhr ihm kurz über die Wange. Er war so niedlich gerade. Ich konnte kaum die Finger von ihm lassen, er zog mich magisch an.

„Morgen bringe ich es dir bei."- „Ah? Das geht so schnell?", lachte ich überrascht und hüpfte über ein kleines Mäuerchen. Wir waren bei einem Spielplatz angelangt und setzten uns jetzt auf die Schaukeln, die eigentlich viel zu klein für uns waren.

„Wenn du talentiert bist?", schmunzelte Louis und begann, mich mit Fachbegriffen vollzuhäufen, bis ich in einen hemmungslosen Lachanfall ausbrach und er selbst grinsen musste. Lange redeten und lachten wir, ich gähnte immer wieder, doch ich wollte nicht zurück. Es war richtig. Hier, bei Louis.

Irgendwann ging die Sonne dann auf und ein Lieferwagen fuhr an uns vorbei. „Oh. Komm, wir holen frische Brötchen und schlafen nachher", schlug ich vor und sofort stimmte Louis begeistert zu. Er stand auf und hielt mir die Hand hin, woran ich mich müde hochzog. Etwas zu heftig, denn ich stolperte direkt gegen ihn und er fing mich auf. „Hoppla", flüsterte er und meine Mundwinkel bogen sich nach oben. „Danke fürs Auffangen", murmelte ich und er strich mir als Antwort nur leicht über den Rücken, dann griff er nach meiner Hand.

„Komm, bevor wir entdeckt werden."

Wir schlenderten zum nächsten Bäcker, der extra für uns schon aufmachte und uns noch ofenwarme Brötchen mitgab und uns noch je ein missfallenes Schokocroissant geschenkt. Wir bedankten uns und verspeisten es auf dem Weg zurück. Wir waren sicher eine halbe Stunde gelaufen, doch keine Sekunde hatte Louis meine Hand losgelassen und mir das Gefühl der Sicherheit gegeben.

Schliesslich kamen wir beim Haus der Tomlinsons an und es lag todruhig da. „Warte... hier."

Louis zog einen Schlüssel zur Hosentasche raus und öffnete die Tür. Niemand war da, alle schienen zu schlafen. Louis brachte die Tüte mit dem Brot in die Küche, dann liefen wir zu zweit hoch. Im zweiten Stock des Hauses grollte uns ein tiefes Schnarchen entgegen und Louis schnitt eine Grimasse.

„Niall sägt gerne, wenn er zu wenig Schlaf hat", flüsterte er und zog mich zu einer angelehnten Tür. Da sahen wir Niall und Harry, eng nebeneinander- und Harry trug nichts. Gar nichts. Komplett nackt lag er da und ich verdeckte mir rasch die Augen. Louis lachte rau auf und zog mich weiter, das nächste Zimmer. Da lagen Zayn und Liam, nicht minder nahe, in einem Mädchenzimmer. „Lotties Zimmer", flüsterte Louis und dann endlich kamen wir zur Türe am Ende des Flurs. Er zog sie auf und präsentierte mir stolz sein Jugendzimmer. Es war chaotisch und alles lag durcheinander, doch es sah gemütlich aus. An der Wand hingen hunderte Fotos, dort hing ein Fussballshirt und auf dem Nachttisch stand ein grosses Porträt von Louis und Eleanor. Ich schluckte, als ich es erblickte, und dann fielen mir auch sonst viele Fotos mit Eleanor auf. Oh.

Leaving (ZM/1D)Lies diese Geschichte KOSTENLOS!