46. Kapitel- Alicia Jones

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Samstag, 11.07.15

Die gestrigen Verhandlungen hatten nichts mehr gebracht; Liam hatte nur zugestimmt, dass er Sophia nicht mehr beleidigen würde- was er auch hielt. Louis hat mir versprochen, auf Sophia zu achten, während sie zu fünft einkaufen fuhren und Zayn und ich uns zu Noams Adoptiveltern aufmachten - also jetzt.

„Meinst du, sie empfangen uns?", fragte ich leise und er konnte nur mit den Schultern zucken, da er offenbar auch keine Ahnung hatte. „Ich hoffe es nun mal", sagte er dann schlicht und schob mir seine Sonnenbrille auf die Nase. „Wieso das?"- „Damit sie nicht geschockt sind und uns sofort abwehren, weil wir Noam ähnlich sehen." Er selbst trug eine Beanie und seine normale Brille, was ihn schon einiges verändert aussehen liess.

„Achtung!"

Aus dem Nichts kam ein Ball zu uns geflogen und ein kleiner Junge kam uns entgegengerannt, hinter sich ein Mädchen im selben Alter. „Danke, Mister!", strahlte er, als Zayn ihm den Ball zuschob. „Kein Ding. Könnt ihr uns sagen, wo die Familie Jones wohnt?"- „Das bin ich! Ich heisse Dima Jones!", strahlte der Junge breit und zeigte dann auf ein Haus direkt neben uns. „Mama und Papa sind da drin, wenn ihr zu ihnen wollt. Spielt ihr dann mit uns Fussball?"- „Das schauen wir mal", schmunzelte ich leicht und öffnete das Gartentor. Rasch witschten die zwei Kinder an uns vorbei und rannten mit Geschrei auf die Rasenfläche. Ich klammerte mich an Zayns Hand fest und lief mit ihm die Treppe hoch zum schön gestalteten Eingang der Villa. „Die haben auch n bisschen Geld", murmelte Zayn und liess den Finger bewundernd über eine Stuckverzierung wandern. Jup, das hier hatte eine Stange Geld gekostet, auch wenn es sicherlich schon älter war.

„Klingeln?"- „Ja, bitte."

Ich drückte drauf und schloss dann die Augen, drückte Zayns Hand fester und versuchte, regelmässig zu atmen. Als ich ein Kratzen an der Tür hörte, riss ich die Augen wieder auf und trat einen Schritt zurück, versteckte mich halb hinter Zayn. Ich hatte keine Ahnung warum, aber irgendwie hatte ich inzwischen förmlich Angst, dass wir verjagt werden könnten oder sonst was Schlimmes geschehen könnte.

„Guten Tag?"

Ich blickte in blaue, freundliche Augen einer dunkelhaarigen Frau im mittleren Alter. „Guten Tag, Mrs. Jones. Ich bin Zayn Malik und das ist meine Schwester Saphira Graham. Dürfen wir Ihnen einige Fragen stellen?"- „Malik... klar. Ich weiss, was ihr wollt. Kommt doch rein, bitte."

Sie öffnete uns die Tür und ich folgte Zayn über die Schwelle, guckte mich neugierig um. Hier war Noam aufgewachsen. Es war ein helles, freundliches Haus und ich hätte mich auch wohlgefühlt hier, ich verstand alle, die hier gerne wohnten- und Noam hatte das vermutlich auch getan.

„Wollt ihr gerne etwas trinken? Wasser, Cola oder Saft?"- „Saft, gerne", brachte ich heraus und liess den Blick durch die Küche schweifen. Da! Familienfotos!

Ich trat neugierig näher und man sah sofort, dass Noam nicht ganz der Typ der Familie war. Der Mann, der wohl Mr. Jones war, hatte zwar dunkles Haar und auch dunklere Haut als normal, aber er war ein mediterraner Typ und das sah man auf den ersten Blick auch seinen leiblichen Kindern an.

„Hier, bitte. Setzen wir uns doch in die Laube, dort ist es herrlich kühl."

Wir folgten Mrs. Jones und setzten uns dann dicht nebeneinander ihr gegenüber hin. Sie schob uns zwei Gläser zu, dann betrachtete sie uns und seufzte dann. „Ihr seht ihm so ähnlich", war alles, was sie sagte. Ich senkte den Blick und spielte mit dem Daumenhäutchen, das mich seit heute Morgen störte. Ich hatte trotz Louis' Bemühungen schlecht und viel zu kurz geschlafen.

„Wollt ihr erst eure Fragen stellen oder... soll ich erst ein bisschen was erzählen?" Ich überliess Zayn die Antwort, der wie aus der Pistole geschossen „Erzählen!" antwortete. „Na gut. Wir waren Nachbarn der Familie Malik, als wir noch in Bradford wohnten. Und schon lange wussten wir, dass sie finanzielle Probleme hatten und wirklich jede Münze zweimal umdrehten, ehe sie sie ausgaben."

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