50. Kapitel- Londonwards

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Mittwoch, 09.09.2015

Gähnend drehte ich den Stift in meinen Händen. Uni bis um sechs Uhr abends war einfach nicht mein Ding- und Alines auch nicht, denn sie schlief mit dem Kopf auf ihren Unterlagen friedlich neben mir, vor sich die Tasche ausgebreitet, sodass man es nicht sofort bemerkt. Als wir endlich erlöst wurden wartete Mario mit dem Auto auf uns. Er fuhr uns jetzt regelmässig heim, aber vor allem, weil er Aline gerne sehen wollte und ich nur wenig weiter wohnte. Zayn war zwar immer noch in Bäretswil, doch er hatte in letzter Zeit irgendetwas im Kopf und ich verstand nicht ganz, was er da ausheckte. Doch Perrie auch nicht, wie sie mir verriet. Und wir hatten beide gedacht, wenn es etwas für Perrie wäre, hätte er mit mir drüber gesprochen und umgekehrt. Naja. Safaa und Waliyha waren noch einige Wochen ihrer Sommerferien hier gewesen, doch abgesehen von meinem geplanten Semester in London hatte ich nichts zu tun.

Ganz im Gegensatz zu Louis und den anderen dreien, die in Arbeit versoffen- seit sie ihre Pause bekannt gegeben haben stürzten sich alle um sie, um möglichst noch einen Termin vorher zu erwischen, und der Hype war grösser denn je. Ich wusste nicht, ob ich ihn vor Weihnachten wiedersehen würde- doch ich hoffte es. Immerhin konnten wir fast jeden Tag telefonieren oder skypen, was ein kleiner Trost war. Und Zayn half mir viel, indem er mich beschäftigte- er wollte unbedingt, dass wir uns das Haus teilten und aber auch, dass wir es umgestalteten. Deshalb kämpften wir uns Raum für Raum vor und strichen neu, was schon zweimal in einer wilden Farbschlacht ausgeartet war. Im einen Zimmer sah man das auch, aber das war ihm egal - er meinte, dass das Zimmer davon lebe. Meine Sachen waren immer noch in meiner Wohnung und ich war immer noch skeptisch wegen dem Umzug, doch Zayn war so fixiert darauf, dass ich es ihm nicht ausreden konnte.

Ich wurde in Wetzikon ausgeladen und sprang dort in den nächsten Bus, der mich heimbrachte. Zu meiner Musik summend schaute ich aus dem Fenster und ignorierte die paar Gymnasiastinnen, die eifrig Fotos von mir machten- wie fast jeden Tag. Zwar hatte die Uni erst Montag begonnen, aber es reichte, wenn ich einkaufen ging und es gab Fotos von mir im Netz. Nur verstand ich nicht, wieso sie das taten und mich nicht ansprachen. Ich meine, entweder mag man mich als Zayns Schwester oder Louis' Freundin, dann will man mich kennen lernen. Oder man mag mich nicht und lässt es. Die meisten machten ein Mischmasch und das verwirrte mich, doch mit Ignorieren klappte es bisher ganz gut.

Als ich endlich die Tür von zuhause öffnen konnte roch ich erleichtert den Duft eines Auflaufs. Zayn hatte irgendwie doch noch das Kochen für sich entdeckt und probierte diverse Dinge aus, die leider nicht alle essbar waren, oft aber ganz lecker.

„Hey, bin wieder da!", rief ich fröhlich und hängte meine Jacke auf, dann bückte ich mich und begrüsste Nala, die mir um die Beine strich. Ich behielt sie jetzt immer hier, denn wenn ich doch nicht umziehen würde, dann würde sie sich schnell wieder zurückgewöhnen. Aber bis jetzt klappte es ganz gut hier oben.

„Hey, Phi."

Zayn war konzentriert über ein Buch gebeugt, das ziemlich dick aussah, und im Ofen schlummerte ein Nudelauflauf. „Was machst du da?", erkundigte ich mich und er klemmte die Zunge zwischen die Zähne, während er mich näherwinkte. Ich stellte mich auf die Zehenspitzen und las mit.

... Ich bereue es irgendwie, den Deal eingegangen zu sein. Ich vermisse meine zwei Babys jetzt schon und liebe sie von ganzem Herzen. Ich hoffe, dass wir uns noch einigen können wegen den Namen, doch ich nenne sie Sophia und Noam. Sophia und Noam Malik.

Was zum Teufel...?!

„Du hast das Tagebuch deiner Mutter geklaut?!", fragte ich entsetzt und er schüttelte den Kopf. „Safaa war es."- „Na, das macht es ja auch besser!", schnaubte ich und schaute nach dem Auflauf.

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