12. Kapitel- Sturmschäden

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Montag, 13.04.15

Aufgeregt hüpfte ich neben Zayn in der Eingangshalle des Unispitals auf und ab, das Kopftuch drohte jede Sekunde zu verrutschen. Zayn neben mir dagegen wurde von Sekunde zu Sekunde blasser und drohte schon fast mit der Wand zu verschmelzen, da waren wir endlich an der Reihe.

„Hallo, wir würden gerne feststellen lassen, in welchem Verwandtschaftsgrad wir zueinander stehen", erklärte ich der Dame. Sie nickte nur flüchtig, schaute mich nicht einmal an- die war wohl im Stress.

„Dritte Etage links."

Okay.

Ich schubste Zayn vorwärts zu den Fahrstühlen, wo wir uns mit einer Gruppe von Ärzten reinschmuggelten. Im dritten Stock angekommen lief ich erst in die falsche Richtung, doch das merkte ich rasch, als ich gefragt wurde, wer meiner Familie denn Alzheimer habe.

Also drehten wir um und fanden dann sofort die richtige Station.

„Guten Tag, was können wir für Sie tun?"- „Wir würden gerne feststellen lassen, in welchem Verwandtschaftsgrad wir zueinander stehen", leierte ich runter. Die Frau nickte langsam und schaute in ihrem Computer nach: „Haben Sie denn einen Termin?" Fuck.

„Nein, aber es wäre wirklich wichtig."- „Wir haben eigentlich alles voll, tut mir leid..."- „Und da lässt sich nichts machen?" –„Naja, wenn es Ihnen nichts ausmacht, etwa das Dreifache zu zahlen, könnten Sie morgen Abend um halb Acht noch drankommen."- „Perfekt!"- „Gut, dann schreibe ich das auf... das Resultat kriegen Sie dann... Mittwochabend. Ihren Namen?"- „Saphira Graham."- „Okay, und seiner?"- „Eh... Zayn Malik."

Die Frau schaute erstaunt auf, dann nickte sie langsam und gab den Namen ein. „Sie haben hier die ärztliche Schweigepflicht, das wissen Sie."- „Ja, danke vielmals. Bis morgen dann!"

Ich zog Zayn wieder hinter mir her, doch kaum waren wir draussen hielt er mich fest: „Was war jetzt?"- „Wir müssen bis morgen warten und das Dreifache zahlen, sonst wäre es erst gar nicht gegangen", seufzet ich und schaute mich aufmerksam um. „Na gut", brummte Zayn missbilligend. „Gehen wir noch einkaufen?"- „Ja, klar. Was brauchst du?"- „Essen und so... du isst mir ja die Hälfte weg."- „Gar nicht wahr", verteidigte mich, doch leider war es so.

Wenig später standen wir in einem Migros und ich holte ihm, was er wollte. Sah für Aussenstehende nach einem total konservativem, islamischen Paar aus, doch das war mir egal- er kannte sich nun mal nicht aus hier im Gegensatz zu mir.

„Und Schokolade?"- „Ja, bitte, Wali liebt sie."- „Ach ja, die kommt ja!", strahlte ich los und holte gleich fünf Tafeln.

„Gut, das wäre alles... denke ich."

Wenig später hatten wir alles im Auto verladen und waren auf dem Heimweg; die Scheibenwischer zuckten und der Regen plätscherte stetig auf die Frontscheibe.

„Was machen wir, wenn wir nicht Geschwister sind?"- „Dann... keine Ahnung... ich hab dich aber total lieb, ja?"- „Ich dich auch", grummelte Zayn in seinen nicht vorhandenen Bart hinein und brachte mich damit zum Schmunzeln.

„Und was erklärst du der Presse?"- „Erst mal gar nichts, das geht niemand was an."

Er hatte scharf die Worte zwischen den Zähnen herausgepresst und umklammerte mit das Steuer so fest, dass die Knöchel weiss heraustraten. Hoppla.

„Okay, sorry."- „Nein, schon gut... ich komm nur immer noch nicht damit zurecht, wie ich öffentlich gemobbt werde von den Leuten, die sich Directioner und somit eigentlich auch Fans von mir nennen", flüsterte er heiser und schloss kurz die Augen, während er an der Ampel wartete. Ich seufzte, dann beschloss ich, dass es meine Aufgabe war, ihn glücklich zu machen. „Ich schwänz morgen die Uni und wir gehen zusammen irgendwohin, okay?"

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