Kapitel 73 - Zwanzig Spanierinnen

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Oben ist ein supersüßes Fanedit von xxmiszstylezxx ! :)

Nachdem wir uns erst einen Vortrag von Misses Heath anhören konnten, wie unverantwortlich es war, unsere Requisiten einfach so rumliegen zu lassen und dass wir nun das Theaterstück komplett ablasen können, haben wir ihr gesagt, dass es nicht unsere Schuld war, sondern Chris', denn er hatte einen Schlüssel und dann konnte sich Chris in der Cafeteria vor allen anderen einen Vortrag von Misses Heath anhören. Allerdings verschaffte uns auch die Tatsache, dass er vor allen anderen blamiert wird, keine Genugtuung, denn jeder von uns ist am Ende.

Benja sitzt weinend am Cafeteriatisch, Hardy versucht ihn aufzumuntern und Charly versucht sich vergeblich über Chris lustig zu machen, der gerade von Heath eine Drohung bekommt, dass sie seine Eltern anruft. Normalerweise würde es mich amüsieren, wie klein er sich vor ihr macht und Angst bekommt, aber ich bin zu schlecht gelaunt. Ich habe kurz nach Harry geguckt, doch er ist nicht mehr hier. Wahrscheinlich hat er sich vom Acker gemacht, falls Chris ihn mit einbezieht und er keinen Ärger bekommt.

Lediglich Brandon sieht mich von weiten an, neben ihm sitzt Jessica, die gerade über Chris lacht. Er sieht traurig aus, versucht mir irgendetwas mit seinen Blicken zu sagen, doch ich kann nichts hineininterpretieren. Diese mentalen Gespräche kann ich nicht mit jedem führen.

Dann piept mein Handy irgendwann auf. Eine Nachricht von Brandon.

Das mit eurem theaterstück ist ziemlich scheiße ... Chris hat die moralpredigt verdient. Ich wünschte nur Harry wäre nicht feige genug sich die kacke anzuhören.

Ich spüre Brandons Blick auf mir, während ich die Nachricht anstarre, doch ich sehe nicht hoch. Ich antworte einfach nur: Scheiße passiert.

Und dann stecke ich mein Handy in meine Schultasche. Wenigstens ist Harry meiner Bitte nachgegangen und hat mich nicht versucht zu kontaktieren, das hätte alles noch viel schlimmer gemacht. Auch wenn ein kleiner Funke in mir verletzt ist, weil er es nicht getan hat. Aber meine Gefühle verstehe ich in letzter Zeit sowieso nicht, mir Gedanken darüber zu machen, habe ich schon längst aufgegeben.


„Violet, du musst aber", bettelt meine Mutter am nächsten Morgen, während ich mein Kopf in mein grünes Kissen drücke, damit sie endlich verschwindet. „Ich habe dir schon beim letzten Mal gesagt, dass es nur eine Ausnahme war. Ich lasse dich nur Zuhause, wenn du wirklich krank bist und nicht, weil du keine Lust hast."

„Mom", murre ich in mein Kissen. „Bitte! Ich bin krank! Seelisch!"

Sie seufzt. „Liebling, ich verstehe dich ja, aber du darfst die Schule nicht vernachlässigen. Außerdem will ich mir nicht wieder eine Predigt von Rosy anhören, die für Gerechtigkeit sorgen will, weil sie in die Schule muss und du nicht."

Jetzt ziehe ich meine Decke über meinen Kopf und mache damit komplett dicht. „Ich will nicht! Das Theater läuft scheiße, alles läuft scheiße! Benja darf heute auch zuhause bleiben!"

„Eigentlich ist es mir ja echt egal, aber Rosy!"

„Man, Mama! Rosy ist deine neunjährige Tocher!"

„Das hat noch lange nichts zu bedeuten!" Sie atmet durch und ich kann mir vorstellen, wie sie sich genervt ihren Nasenrücken reibt, wie sie es immer tut, wenn sie nachgibt. „Na gut. Du kannst froh sein, dass ich dich so lieb hab."

Ich grinse, auch wenn sie es nicht sehen kann. „Danke, Mom. Ich hab dich auch lieb."

Allerdings ist zuhause bleiben dann doch nicht so entspannend, wie ich mir das vorstelle, also wie immer eigentlich. Mom hat mir einen Zettel geschrieben mit Dingen, die ich zu tun habe, wie den Haushalt machen und einkaufen gehen. Dennoch kommen mir diese Aufgaben nur zu Gute, denn dann denke ich weniger an Harry und unser versautes Theaterstück, sondern an meine Einkaufsliste, die im Laden immer wieder durchgehe.

Violet Socks I HSWo Geschichten leben. Entdecke jetzt