Kapitel 14 - Gott der Geilheit

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Ich mache heute Spinatpizza. Meinst du, es reicht eine oder soll ich gleich zwei machen? Deine Mutter

Ich lege stöhnend den Kopf in den Nacken, als ich die Nachricht von Mom auf meinem Handy sehe, während ich mit Benja, Hardy, Charly und Carla in der Cafeteria der Schule sitze und sie sich über das kommende Wochenende unterhalten.

Schnell schreibe ich zurück, damit Mom bloß nicht auf komische Gedanken kommt.

Spinatpizza? Das klingt schon wieder viel zu gesund. Wie wäre es mit Pizza überbacken mit Käse über dem Käse?

„Aber die Musik dort ist immer so schrecklich", sagt Charly, während sie sich die wabbeligen Pommes der Cafeteria in den Mund schiebt. „Außerdem waren Diskos noch nie unser Ding."

„Aber diesmal soll ein echt guter DJ da sein", versucht Hardy sie zu überreden. „DJ Mäh."

Benja hebt skeptisch eine Braue. „Dj, was zur Hölle?"

„Es könnte auch DJ Muh sein", sagt Charly wieder. „Ich werde nicht gehen. Zu so doofen Diskos könnt ihr alleine gehen."

Ich habe schon alles vorbereitet. Es wird gut schmecken, versprochen. Also eine oder zwei? Deine Mutter, poppt wieder die Nachricht von Mom auf.

„Ich finde, wir könnten dort mal hingehen", sagt nun Carla, während sie sich ihre schwarzen Haare zu einem Zopf bindet. „Wir sind immer auf irgendwelchen Partys, eine Disko wäre mal was anderes."

„Eben", meint Hardy. „Und wenn es euch nicht gefällt, können wir auch zu mir. Ich habe sturmfrei."

Es wird gut schmecken?, schreibe ich wieder meiner Mutter. Das hast du bei den letzten hundert Versuchen auch gesagt. Rosy wird noch eine Lebensmittelvergiftung von deinem Jamie Oliver Essen bekommen.

„Du hast sowieso immer was zu meckern", sagt Benja zu Charly. „Diesmal passt du dich uns an und nicht andersrum, du Diva."

Charly verdreht die Augen. „Ich wette, wir werden nicht länger als zwölf Uhr dort sein. Das lohnt sich nicht, denn im Nachhinein sind Clubs immer ätzend."

Ich klinke mich in die Konversation ein, während ich die nächste Nachricht von Mom lese. „Jetzt stell dich mal nicht so an. Das ist nur ein Abend."

„Ein Abend, der meine kostbare Zeit verschwenden könnte."

Violet, ich diskutiere nicht schon wieder mit dir, schreibt Mom. Dahinter hat sie einen rotanlaufenden Emoji gesetzt. Ein oder zwei Pizzen? Ich will eine klare Antwort oder ich mach direkt drei, damit wir morgen noch etwas davon essen können. Deine Mutter

„Man, Mutti", meckere ich leise vor mich hin, derweil ich meine Antwort eintippe.

Du willst also wirklich, dass Rosy irgendwann an einer Lebensmittelvergiftung krepiert. Ist akzeptiert. Sie stört sowieso unser geselliges Familienleben. Mach eine Pizza, das sollte reichen, um das Gift in ihrem Körper zu verteilen. Übrigens musst du nicht immer schreiben, dass du meine Mutter bist. Ich weiß, dass du meine Mutter bist. Deine Tochter

„Hast du mich gerade Mutti genannt?", fragt mich Charly empört.

Ich sehe durcheinander von meinem Handy zu ihr und dann wieder zu meinem Handy. „Nein, ich habe nur – Also – Egal." Ich lege mein Handy weg. „Also gehen wir nun dieses Wochenende ins Red Flags oder nicht?"

Benja nickt. „Jap. Charlys Meinung zählt mittwochs nicht."

Charly runzelt die Stirn. „Gar nicht. Mittwochs ist Carla an der Reihe!"

Violet Socks I HSWo Geschichten leben. Entdecke jetzt