Eine Stunde langen Wartens später kam Mehmet endlich zurück.
"Und hat alles geklappt?", fragte ich ihn aufgeregt.
"Ja sowie ich es dir versprochen habe. Halit bringt Meltem in ein anderes Land und sorgt dafür, dass es ihr gut geht", erwiderte er daraufhin und setzte sich ins Auto.
"Okay und in welchen Land bringt er sie? Wann kann ich Kontakt zu ihr aufnehmen?", fragte ich ihn weiter.
"Das darf ich dir nicht sagen. Ich weiß es selber auch nicht. Das ist das Beste, glaub mir wenn dich welche unter Druck setzen, kannst du nichts sagen, weil du es ja nicht weißt. Wenn du Kontakt aufnehmen kannst, meldet Halit sich", klärte er mich auf und startete den Wagen.
"Okay", erwiderte ich nur.
"Wir müssen uns jetzt nur noch einfallen lassen, was wir deiner Familie sagen. Sie werden bestimmt schon an unseren Haus warten", schmuzelte Mehmet. Meine Familie habe ich schon ganz vergessen. Was sagen wir ihnen nur? Was werden sie mit uns machen? Mein Vater wird mich verstoßen.
"Wir sagen ihnen die Wahrheit", sagte ich nur. Was anderes fiel mir im Moment nicht ein.
"Dein ernst? Die werden uns so lange quälen bis wir ihnen sagen wo Meltem ist", entgegnete er daraufhin.
"Ja da hast du wohl Recht. Aber ich weiß ehrlich nicht was wir ihnen sonst sagen sollen", gab ich ehrlich zu.
"Okay. Dann regel ich das schon. Mach dir keine Sorgen", sagte Mehmet. Der Rest der Fahrt sagte keiner mehr was. Jeder war in seinen eigenen Gedanken vertieft.
Ich weiß immer noch nicht, was Mehmet mit diesen Halit zu tun hat. Meltem werde ich auch in der nächstn Zeit nicht sehen. Geschweige denn mit ihr reden. Mein Leben ist einfach für die Tonne. Ich verstehe auch nicht meine Eltern, wie sie meine kleine Schwester schon mit 14 verheiraten wollen. Das geht ja mal gar nicht. 16 ist schon viel zu jung, wie ich finde. Plötzlich hielt der Wagen und ich merkte, dass wir schon Zuhause waren. Zum Glück wartete noch niemand auf uns. Ich war so erleichtert.
"Da haben wir nochmal Glück gehabt. Wir gehen jetzt erst mal schlafen. Spätestens morgen werden sie hier sein", sagte Mehmet und stieg aus. Ich tat es ihn gleich und folgte ihn ins Haus.
"Gute Nacht", entgegnetee er nur und ging die Treppe hoch.
"Mehmet, warte mal kurz. Ich muss mich bei dir bedanken. Was du heute für mich und Meltem getan hast, war einfach nur unglaublich. Ich habe es nie von dir erwaret, dass du mir hilfst und selbst Ärger riskierst. In Gegensatz zu meiner Schwester habe ich echt Glück mit dir. Ich danke dir für alles was du bisher für mich gemacht hast. Du hast so viel Verständnis für mich. ich weiß gar nicht wie ich es dir zurück geben soll", kam einfach alles mal aus mir raus. Ich hatte ehrlich Glück ihn geheiratet zu haben und nicht so einen wie Ali.
"Aisha, du musst dich für nichts bedanken. Ich mache es gerne für dich. Und außerdem ist es nicht in Ordnung eine 14 jährige zu Heirat zu zwingen. Ich regel das morgen aber jetzt gehen wir schlafen", sagte er. Ich ging zu ihn und küsste ihn auf die Wange.
"Gute Nacht, Mehmet", erwiderte ich und ging in meinen Zimmer.
Was für ein Tag heute. Ich werde wohl nie normal leben können. Ich hoffe so sehr, dass es Meltem gut geht. Ayla muss ich auch noch irgendwie helfen. Aber wie nur? Gegen Ali komme ich doch nie an. Vor ihn hab ich auch Angst auch wenn man es nicht glauben mag. Ich habe auch Angst. Ich zeige meine Angst nur nicht. Das zeigt nur Schwäche. Diese nutzen andere Menschen aus um dich zu zerstören. Ich zog mir meinen Pyjama und ging ins Bett. Was erwartet mich wohl morgen? Wird es sehr schlimm werden? Meinen Vater möchte ich nicht nochmal sauer erleben. Heute hat mir gereicht. Nach langen rumgewälze schlief ich dann auch irgendwann ein.
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Der Traum von Freiheit
AdventureDiese Geschichte handelt von einem jungen Mädchen das gegen ihren Willen verheiratet wird.
