eins

3.7K 76 14
                                        

Anmerkung:
Bevor ich mit dieser Geschichte beginne, wollte ich eine Sache loswerden: Ich bin kein langjähriger und intensiver Fan! Als ich allerdings mehr oder weniger durch Zufall auf das Album „Walls" gestoßen bin, habe ich es sofort geliebt. Ich wurde einfach inspiriert und wollte euch an dieser Geschichte Teil haben lassen. Bitte nehmt es mir nicht übel, wenn nicht alle Details stimmen, sondern auch etwas künstlerische Freiheit mit eingeflossen ist.
Viel Spaß beim Lesen :)

eins
- Liv's point of view -

Ich war genervt, eindeutig genervt! Am Meisten aber über mich selbst! Wie konnte ich auch so bescheuert sein und denken, dass es eine gute Idee wäre, am 23. Dezember mal schnell in die Stadt zu fahren, um meine Weihnachtsgeschenke zu besorgen. „Schnell", dass ich nicht lache. Schon alleine die Fahrt mit der U-Bahn von meiner Wohnung in das Zentrum der Stadt hat mich meine letzten Nerven gekostet. Zu dem Zeitpunkt, als ich am meiner favorisierten Haltestelle ausgestiegen war, war ich schon klatsch nass geschwitzt. Und zudem war ich, wie bereits erwähnt, komplett fertig mit den Nerven.

Genervt pustete ich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht, welche sich anscheinend bei der Jagd nach den Geschenken aus meinem ohnehin schon katastrophalen Dutt gelöst hatte. Schwitzend und mit einem leichten Anflug von schlechter Laune schob ich mich also durch die Menschenmasse Londons. Anscheinend war jeder der über 8 Millionen Einwohner Londons genau heute auf die Idee gekommen, die letzten Besorgungen vor den Weihnachtsfeiertagen zu erledigen. Nun ja, ich war ja auch heute unterwegs, um last minute alles das zu besorgen, was ich schon locker in den letzten 4 Wochen hätte erledigt haben können. Allerdings war ich auch ausgebildeter Profi darin, alle Punkte auf meiner To-Do-Liste so weit nach hinten zu verschieben, dass mir meistens nichts anderes übrig blieb, als alles auf den letzten Drücker zu erledigen.

Während ich also mit dem Strom meiner einkaufswütigen Mitmenschen durch die Straßen mitgerissen wurde, ging ich im Kopf meine Liste an Geschenken durch. Tatsächlich war ich was das anging, ein äußerst unkreativer Zeitgenosse. Erst dauerte es ewig, bis ich eine Idee hatte und letztendlich bekam doch jeder immer das Gleiche. Whiskey für meinen Vater, damit er sich die stressigen Weihnachtsfeiertage schön trinken konnte und völlig überteuerte Duftkerzen für meine Mutter, die sie im ganzen Haus verteilt. Das und noch andere Kleinigkeiten hatte ich schon gekauft, weshalb mein Arm fast abfiel, während ich durch die Innenstadt hetzte.

Nur noch das Geschenk für meine kleine Schwester fehlte. Dieses besondere Verhältnis zu seinen Geschwistern können nur diejenigen verstehen, die selbst welche haben. Würde ich mir für meine kleine Schwester eine Kugel einfangen? Auf jeden Fall! Würde ich immer zu ihr halten? Natürlich! Stehe ich immer kurz davor sie umzubringen, wenn sie sich wieder ohne zu fragen meine Sachen ausgeliehen hat? Zu 100%. Ergänzend dazu muss ich natürlich noch erwähnen, dass meine kleine Schwester abnormal nervig ist. Aber ich denke, dass es ein ungeschriebenes Gesetz gibt, in dem steht, dass kleine Geschwister einfach nervig zu sein haben. Für das kleptomanische Problem meiner kleinen pubertären Schwester was jeglichen Inhalt meines Kleiderschranks anging, hatte ich allerdings seit geraumer Zeit eine Lösung gefunden. Ich schenkte ihr einfach immer die Sachen, die sie von mir klaute, um im aller besten Fall meine Sachen wieder zurückzubekommen. Die Trefferwahrscheinlichkeit müsste ungefähr bei 80% liegen, kann ich also nur empfehlen.
Dies war also der Grund, weshalb ich mich auf der Zielgeraden zu einem Skatershop befand, um dort hoffentlich schöne Vans zu finden, da ich meine schon seit mindestens einem Jahr nicht mehr gesehen hatte.

Erschöpft holte ich erst einmal Luft, während ich den Laden betrat. „Los Liv, nimm deine letzte Energie zusammen. Das ist der letzte Laden, danach kannst du wieder nach Hause und in deine bequeme Jogginghose", machte ich mir selbst Mut. Ich lief, durch meine eigene Motivationsansprache an mich selbst, so gepusht in den Laden, dass ich direkt mit meinen Unmengen an Einkaufstüten an dem Tresen hängen blieb. Entschuldigend lächelte ich den Verkäufer an und lehnte die mir angebotene Hilfe sogleich dankend ab. Ich wusste wo ich hinwollte. Geradewegs lief ich zu den fast deckenhohen Regalen, in denen sich schön nebeneinander die Vans tummelten, als hätten sie nur auf mich gewartet.

Na, dann lasset das Shoppen beginnen!

moments (Louis Tomlinson ff) Where stories live. Discover now