Broken

By Irem2804

360K 16.7K 1.6K

Mein Leben war bis vor einem halben Jahr noch sorgenfrei. Ich hatte eine problemlose Familie, die besten Freu... More

Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Neues Jahr
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52
Kapitel 53
Kapitel 54
Kapitel 55
Kapitel 56
Kapitel 57
Kapitel 58
Kapitel 59
Kapitel 60
Kapitel 61
Kapitel 62
Kapitel 63
Kapitel 64
Kapitel 65
Kapitel 66
Kapitel 67
Kapitel 68
Kapitel 69
Kapitel 70
Kapitel 71
Kapitel 72
Kapitel 73
Kapitel 74
Kapitel 75
Kapitel 76
Kapitel 77
Kapitel 78
Kapitel 79
Kapitel 80
Kapitel 81
Kapitel 82
Kapitel 83
Kapitel 84
Kapitel 85
Kapitel 86
Kapitel 87
Kapitel 88
Kapitel 89
Kapitel 90
Kapitel 91
Kapitel 92
Kapitel 93
Kapitel 94
Kapitel 95
Kapitel 96
Kapitel 97
Kapitel 98
Kapitel 99
Kapitel 100
Kapitel 101
Kapitel 102
Kapitel 103
Kapitel 104
Kapitel 105
Kapitel 106
Kapitel 107
Kapitel 108
Kapitel 109
Kapitel 110
Kapitel 111
Kapitel 112
Kapitel 113
Kapitel 114
Kapitel 115
Kapitel 116
Kapitel 117
Kapitel 118
Kapitel 119

Kapitel 28

3.7K 162 9
By Irem2804

''Beeil dich!'', rief Abigail nach mir.

Es war wieder Montag. Da ich gestern Abend noch den Abwasch gemacht hatte, also sichtlich müde und erschöpft ins Bett gestiegen bin, hab ich auch verschlafen. Schnell nahm ich meine Tasche, zog meine weißen Converse an und schaute noch das letzte mal in den Spiegel an meinem Kleiderschrank. Ich trug eine normale Jeans und einen dicken rosanen Pullover mit weißem Aufrduck drauf. ''Du siehst gut aus. Komm jetzt.'', rief Abigail ungeduldig. Ich stopfte mir einen Kaugummi in den Mund, da wir sowieso keine Zeit mehr hatten Frühstücken zu gehen und rannte dann mit Abigail die Treppen runter.

Ich hatte jetzt Deutsch. Mit der schrecklichsten Lehrerin aller Zeiten.

Ich versuchte meine Atmung zu beruhigen und klopfte dann leise an die Tür, in der Hoffnung sie hätte es einfach nicht gehört. Doch zu meinem Pech ertönte ein dumpfes 'Herein.' Ich drückte langsam die Türklinke runter und blickte dann in ein wutentbranntes Gesicht meiner Deutsch und Geschichtslehrerin. ''Mrs. Stone! Warum sind sie zu spät?'', fragte sie sauer und strich ihren Rock glatt. ''Ich hab verschla-.'' ''Antworten sie nicht auf meine Frage!'', schrie sie laut, sodass ihre Brille von ihrer Nase abrutschte.

Okaay.

Sie beruhigte sich und richtete dann ihre Brille.

''Setzten.''

Etwas verwirrt über ihr Verhalten nickte ich und ging mit schnellen Schritten auf einen leeren Platz in der vorletzten Reihe zu. Ich legte meine Tasche auf den Boden und lies mich auf den Stuhl plumsen, als mir sofort ein Zettel von der Seite untergeschoben wurde. Verwirrt nahm ich ihn in die Hand und blickte zu meinem Nachbarn. Ein Junge, vielleicht zwei Jahre älter als ich, grinste mich verschmitzt an und fuhr sich durch seine blonden Haare.

Er sah aus wie einer dieser typischen Surferboys - blonde Haare, blaue Augen, groß.

Ich hielt den Zettel in meiner Hand und tippte mit meinen Fingern auf dem Tisch. Ich weiß nicht mal worüber Mrs. Baker redet. So wie immer eigentlich. Seitdem ich hier bin hab ich die Schule vollkommen vernachlässigt. Früher, also auf meiner alten Schule, war ich garnicht so, wusste immer worüber wir redeten und träumte nicht immer vor mich hin.

Meine Neugier gewann und ich faltete den kleinen Zettel auf. Für einen Jungen hatte er schon eine ordentliche Schrift.

>> Krieg ich deine Nummer? << stand auf dem Zettel. War das sein Ernst? Ich zerknüllte den Zettel wieder und warf ihn ihm dann gegen den Kopf. ''Mrs. Stone! Hier wird nichts herumgeworfen!'' Genervt verdrehte ich meine Augen und lehnte mich mit verschränkten Armen an die Stuhllehne. Warum hat es jeder Lehrer auf mich abgesehen? Ich bin hier noch erst seit zwei Wochen und schon hassen die mich.

Die restliche Stunde nahm mich Mrs. Baker, ohne das ich es wollte, dran und erntete dann öfters genervte Blicke von mir. Ich weiß das das respektlos war, aber wenn sie mich ohne Grund hasst kann ich auch nichts dafür.

Als es klingelte packte ich schnell meine Sachen, die ich während des Unterrichts rausgenommen hatte und flüchtete aus dem Raum, als jemand mein Handgelenk umfasste und ich abrupt stehen blieb. ''Lass mich los!'', zischte ich und drehte mich zu der Person um. Es war dieser blonde aus dem Deutschkurs. Ich riss grob mein Handgelenk aus seinem Arm und verschränkte meine Arme vor der Brust. ''Nicht so grob, Kleine.'' ''Nenn mich nicht so!'', zischte ich wieder und verengte meine Augen zu Schlitzen. ''Du bist mir bis jetzt gar nicht so aufgefallen.'', meinte er und fuhr sich durch seine blonden Haare. ''Krieg ich jetzt eigentlich deine Nummer?'', fuhr er fort.

Ohne etwas zu erwiedern drehte ich mich um und machte mich auf den Weg zum Englischraum. ''Warte doch!'', schrie er mir nach und rannte mir hinterher. Je näher er kam, desto mehr verschnellerte ich meine Schritte, als er mich wieder grob am Handgelenk packte.

''Jetzt lass mich verdammt noch mal los du Arsch!'', schrie ich und ein paar Leute blickten verwirrt zu uns, ehe sie sich wieder ihren eigenen Sachen wendeten.

Ich hasse es wenn man mich so grob anfasst, da ich mich dann einfach nur eingeengt und unwohl fühle.

''Wow. Wow.'', sagte er gelassen und hob abwährend seine Hände. ''Ich frag dich doch nur nach deiner Nummer.'' ''War das nicht Antwort genug?'', schnaubte ich und funkelte ihn wütend an. ''Nein, nicht so ganz.'' Das darf doch nicht wahr sein.

''Okay. Nochmal für den feinen Herr hier.

Du.kriegst.meine.Nummer.nicht. Nicht jetzt, nicht heute, gar nicht! Und jetzt lass mich verdammt noch mal in Ruhe!'', entgegnete ich ihm und wendete mich dann wieder von ihm ab. Was versteht er daran denn nicht. Zum Glück lies er es dabei und lief mir nicht mehr nach.

Vor dem Englischraum erblickte ich Ryan und begrüßte ihn mit einer Umarmung. ''Und? Bist du bereit?'' Verwirrt schaute ich ihn an. ''Referat?'' ''Ouh. Shit. Ich hab meine Karteikarten im Zimmer vergessen. Ich geh sie schnell holen.'', rief ich, ehe ich die Treppen hoch flitze und in mein Zimmer rannte.

Nach zwei Minütiger Suche fand ich sie dann unter einem Block und flitzte dann wieder die Treppen runter, doch so tollpatschig wie ich war übersah ich die letzte Stufe und stolperte. Ich hielt mich mit meinen Händen an einem Rücken fest und knallte auch noch gegen sie.

''Vorsicht.'', sagte eine hohe, aber dennnoch nette Stimme und drehte sich zu mir um. ''Oh, sorry. Tut mir Leid. Hab anscheinend die letzte Stufe übersehen.'', meinte ich und strich mir meine Haare aus dem Gesicht. Vor mir stand ein Mädchen, etwas kleiner als ich und blickte mich aus ihren wunderschönen grauen Augen an. ''Kein Problem. Ich bin Diana und du?'', grinste sie und richtete ihre glatten schwarzen Haare. Ich lächelte leicht und antwortete ihr. ''Madison, kannst mich aber Madi nennen. Sorry, muss aber jetzt los, hab gleich ein Englischreferat, wir sehen uns.'', quasselte ich und winkte ihr zum Abschied, ehe ich wieder zurück zum Englischraum rannte.

Sie dachte bestimmt ich wäre vollkommen verrückt.

Nervös wippte ich mit meinem Fuß auf und ab. Ryan und ich waren gleich an der Reihe und im Gegensatz zu mir war er ganz ruhig. Ich las mir meine Karteikarten nochmal durch und versuchte mich ein wenig zu beruhigen. ''Madison und Ryan. Ihr seit an der Reihe.'' Ich schluckte und stand langsam auf. Ryan half mir dabei das Plakat an die Tafel zu kleben und stellte sich dann neben mich. ''Hey. Beruhig dich. Einfach ganz ruhig und ganz langsam reden, dann wird das.'', flüsterte er mir zu und ich nickte leicht.

Mit einem Handzeichen von Mr. Brown begann Ryan zu reden.

''Welcome to our presentation.''

Wird schon schief gehen, würde ich mal sagen.

~*~*~*~

Zufrieden und glücklich gingen Abigail und ich nach dem Unterricht in unsere Zimmer. Ich war einfach nur froh das ich blöde dieses Referat und auch die restlichen Stunden hinter mir hatte.

Das breite Lächeln in Mr. Browns Gesicht nach dem Referat bedeutete bestimmt etwas gutes. Ich hatte es geschafft ohne zu stottern, auch wenn ich paar Aussprachefehler hatte, das Referat vorzutragen.

Erschöpft schmiss ich mich auf das Bett und schloss meine Augen. Es war erstmal Montag und ich war jetzt schon müde. Außerdem musste ich heute wieder den Abwasch machen. War das nicht schon genug? Ich meine wir machen den ganzen Dreck von anderen Schülern sauber, nur weil wir eine Essensschlacht veranstaltet haben.

''Was sollen wir jetzt machen?'', fragte ich gelangweilt und setzte mich auf. Wie von der Tarantel gestochen stand Abi auf, holte aus ihrem Schrank eine Box raus und schloss ihr Handy daran. Sie machte die Lautstärke auf ganz laut und schon dröhnte das Lied 'Wings' von Little Mix.

Sie stellte sich in die Mitte des Raumes und grinste mich an. In der Hand hielt sie ihren roten Kamm und schrie sich die Seele aus dem Leib. Lachend betrachtete ich sie und stand auch auf, nur um in das Badezimmer zu gehen und mein Deo zu holen.

''Mamma told me not to waste my life'', rief ich und stieg in das Refrain ein. Wir tanzten im Zimmer herum und hielten unsere Mikrofone in die Luft. Lachend stiegen wir auf unsere Betten und sangen mit lauter Stimme weiter. Abigail hüpfte und sang mit kratziger Stimme das Lied weiter. Ich wartete auf meinen Einsatz und setzte dann das Lied fort. Zusammen liefen wir im Zimmer, hüpften auf unseren Betten rum und lachten einfach nur.

Dieses Gefühl einfach keine Sorgen zu haben und glücklich zu sein hatte ich vermisst. Und Abigail hat es möglich gemacht es wieder zu fühlen.

Wir sangen weitere drei Lieder von Little Mix, bis wir uns dann erschöpft Kopf an Kopf auf den Boden legten. ''Das war ja mal richtig geil.'', rief Abi aufgeregt und lachte. Ich stieg in ihr Lachen mit ein und streckte ihr meine Faust hin. Sie schlug dagegen, stand auf und half mir dann wieder auf die Beine.

~*~*~*~

Nach dem Abendessen mit Ryan und Abi verabschiedete ich mich von ihnen und ging in Richtung Küche, da ich mal wieder den Abwasch machen musste. Ich hoffte eigentlich nur, dass Blake einfach rechtzeitig hier aufkreuzt und keine dummen Spielchen macht, da ich auf so etwas verzichten konnte.

Ich machte die große und schwere Tür auf und betrat dann die große Küche. Die nahezu immer genervte Frau drehte sich mit einem Kochlöffel zu mir und warf mir eine saubere Schürze ins Gesicht.

Okay, manieren waren wohl nicht so ihre Stärke.

''Los. Ich hab nicht den ganzen Tag Zeit.''

Hat die ihre Tage?

Grummelnd band ich mir die Schürze um die Hüfte, nahm einen Lappen und begann die Teller erstmal nur mit Wasser auszuwaschen. Wehe Blake kommt heute wieder zu spät. Wie aufs Stichwort wurde die schwere Küchentür aufgemacht und ein lachender Blake kam rein.

Seine Lache war rau und tief und breitete eine Gänsehaut auf meinem Nacken aus.

Als ich mich zu ihm umdrehte, verstummte sein lachen sofort und er verdrehte seine Augen.

''Ja, die Freude liegt ganz meinerseits.'', erwiederte ich sarkastisch und wendete mich dann den dreckigen Tellern zu. Er seufzte genervt auf, schloss die Küchentür und gesellte sich dann zu mir. Ich warf ihm einen Lappen zu, den er mit leichtigkeit auffing und begann dann die restlichen Teller abzuwaschen.

''Wenn du etwas schneller wischen würdest, dann könnte ich auch schneller abtrocknen.'', meinte er nach einer Weile genervt. ''Wenn du es so eilig hast, dann hilf mir doch beim schrubben.'' Er warf den Lappen in das Spühlbecken und lehnte sich, mit verschränkten Armen, an den großen Schrank neben uns.

''Ich bin hier nicht für die Drecksarbeit verantwortlich.''

Jetzt war ich diejenige die wütend den Lappen auf den Boden warf und ihn anfunkelte. ''Ach, ich schon oder was? Wegen wem müssen wir denn diese Scheiße hier machen?''

Er blickte mich abfällig an und zog dann seine Augenbrauen zusammen. ''Wegen dir. Wenn du nicht mit dieser Schlacht angefangen hättest, wäre das ni-.'' ''WEGEN MIR?'', schrie ich und ballte meine Hände zu Fäusten. ''Du hast doch den scheiß Streich gespielt, warum beschuldigst du mich für die scheiße die du angerichtet hast?'', wiedersprach ich mit lauter Stimme und biss meine Zähne zusammen.

Er richtete sich auf und stellte sich dann genau vor mich. Er sah mich mit seinen hasserfüllten Augen an und biss seinen Kiefer zusammen, sodass, mal wieder, seine Wangenknochen zum Vorschein kamen.

Die Luft zwischen uns war zum schneiden dick und wir durchbohrten uns mit unseren Augen, ohne dabei den Blickkontakt abzubrechen.

''Wärst du nicht auf die Idee gekommen dem Typen Beinchen zu stellen, hätte ich überhaupt nicht mit den Streichen angefangen.'', antwortete er.

''Wenn du mich von Anfang an nicht dumm angemacht hättest wäre das doch nie passiert!'', rief ich und musste mich zusammenreißen um ihm nicht die Haare eigenhändig rauszureißen.

''Wärst du nicht auf das Internat gekommen, wäre das alles nie passiert. Hätte ich dich einfach im Wald gelassen und dir gar nicht geholfen. Dich braucht doch eh niemand.'', erwiederte er und lehnte sich dann arrogant mit verschränkten Armen gegen den Schrank.

Autsch.

Der hat gesessen.

Geschockt blickte ich ihn an. Ein leichtes schmunzeln umspielte seine Lippen, was mich noch wütender machte. Ist er jetzt auch noch stolz das er es geschafft hat mir wehzutun?

Ohne etwas zu erwiedern stürmte ich aus der Küche raus und knallte dann mit voller Wucht die Tür zu.

Dieses Arschloch.

Soll er den Scheiß alleine zu Ende bringen.

Ich spürte wie mir Tränen in die Augen stiegen und sich ein Klos in meinem Hals bildete.

Ich wollte nicht weinen. Nicht wegen ihm. Ich sollte das alles nicht ernst nehmen, er hat das doch nur gesagt um mich zu provozieren, oder?

Ich rannte durch den Flur und knallte, als ich um die Ecke bog, in jemanden rein.

Wie oft will mir das denn noch passieren?

''Wow, sachte.'', sagte eine nur allzu bekannte Stimme. ''Oh, hast du deine Meinung geändert und gibst mir jetzt deine Nummer?'' Ich ignorierte ihn und wollte mich an ihm vorbeidrücken, doch er hielt mich an meinem Handgelenk fest. ''Lass mich verdammt nochmal in Ruhe.'', rief ich vollkommen außer mir und riss mein Handgelenk aus seiner Hand.

Geschockt von meiner Reaktion blickte er mich verwirrt an und hob abwährend seine Hände. Ich wendete mich von ihm ab und rannte in mein Zimmer.

Frustriert legte ich mich in mein Bett und schluchzte in das Kissen.

Eigentlich sollte es mir doch egal sein, oder nicht? Er sagt das doch nur um mich zu nerven und mich zu kränken, weil er mich hasst.

Aber er hatte Recht.

Ich bin doch Schuld an dem Tod meiner Mum, ich hab das Leben von meinem Dad zerstört. Sie ist durch mich gestorben. Nur durch mich. Wenn ich nicht da wäre, wäre es niemals passiert.

Wer braucht mich also schon?

Ich hörte wie die Tür aufgemacht wurde und eine singende Abi reinkam, ehe sie mich entdeckte und sofort verstummte. ''Madi? Was ist denn los?'', fragte sie mich besorgt und strich mir über meine Haare als sie an meinem Bett ankam. ''Nichts.'', murmelte ich und drückte mein Gesicht noch fester in das Kissen.

Ich wollte nur noch alleine sein. ''Möchtest du alleine sein?''

Mit einem Nicken meinerseits verliess sie den Raum.

Das einzige was mir half nicht mehr traurig zu sein, war Klavier spielen.

Langsam stand ich von meinem Bett auf und fuhr mir über mein Gesicht. Mit schnellen Schritten ging ich die Treppe runter und klopfte an der Tür von Mrs. Smith. Ein dumpfes 'Herein' war zu hören, was für mich hiess das ich die Tür aufmachen konnte.

''Oh, hallo Madison. Was führt dich zu mir?''

''Ich wollte fragen ob ich den Schlüssel für den Musikraum haben könnte.''

Ein breites und warmes Lächeln umspielte ihre, mit Lippenstift bedeckten, Lippen und sie kramte in einer Schublade rum, ehe sie mir den Schlüssel gab.

"Ich freue mich das du das Angebot angenommen hast. Ich wünsche dir viel Spaß."

Ich bedankte mich bei ihr, nahm den Schlüssel und ging dann mit schnellen Schritten über den Hinterhof in Richtung Musikraum.

Nachdem ich die Tür aufgeschlossen und danach hinter mir zugezogen hatte setzte ich mich auf den kleinen Hocker vor dem wunderschönen weißen Flügel.

Langsam machte ich den schweren Deckel auf und strich mit meiner Hand sanft wie eine Feder über die Tasten. Dann legte ich meine Finger drauf und fing an, ein paar Akkorde zu spielen. Ich blickte starr gerade aus, einfach ins Leere.

Ich spielte irgendeine Melodie, ohne zu wissen welche es überhaupt war.

Hauptsache ich spielte. Denn das heilte meine Seele und ließ mich freier fühlen.

Irgendwann wurde ich langsamer und spielte ein paar Takte hintereinander. Ich verlangsamte das Tempo, damit es passend für den Song war, dessen Intro ich spielte, und fing dann niedergeschlagen an, zu singen.

''Hello, hello

Anybody out there? Cause I don't hear a sound

Alone, alone

I don't really know where the world is but I miss it now''

Hallo, hallo? Ist irgendjemand da draußen? Denn ich höre nichts. Alleine, alleine. Ich weiß nicht wo die Welt ist, doch ich vermisse sie jetzt.

''I'm out on the edge and I'm screaming my name

Like a fool at the top of my lungs

Sometimes when I close my eyes I pretend I'm alright

But it's never enough.

Cause my echo, echo

Is the only voice coming back

My shadow, shadow

Is the only friend that I have''

Ich bin draußen in der Ecke und schreie meinen Namen. Wie ein Narr, an der Spitze meiner Lunge. Manchmal wenn ich meine Augen schließe, tu ich so als sei alles in Ordnung. Aber es ist nie genug. Weil mein Echo, der einzige Sound ist der zurück kommt. Mein Schatten mein einziger Freund ist, den ich habe.

''Listen, listen

I would take a whisper if that's all you had to give

But it isn't, isn't

You could come and save me and try to chase the crazy right out of my head.''

Hör zu. Ich würde ein Flüstern nehmen, wenn es alles wäre was du mir geben könntest. Aber das ist es nicht. Du könntest kommen und mich retten, von den ganzen verrückten Sachen in meinem Kopf.

''I'm out on the edge and I'm screaming my name

Like a fool at the top of my lungs

Sometimes when I close my eyes I pretend I'm alright

But it's never enough

Cause my echo, echo

Is the only voice coming back

My shadow, shadow

Is the only friend that I have

I don't wanna be down and

I just wanna feel alive and

Get to see your face again''

Ich bin draußen in der Ecke und schreie meinen Namen. Wie ein Narr, an der Spitze meiner Lunge. Manchmal wenn ich meine Augen schließe, tu ich so als sei alles in Ordnung. Aber es ist nie genug. Weil mein Echo, der einzige Sound ist der zurück kommt. Mein Schatten mein einziger Freund ist, den ich habe.

Ich will nicht mehr niedergeschlagen sein. Ich möchte mich wieder lebendig fühlen und ein letztes mal dein Gesicht sehen.

Continue Reading

You'll Also Like

3 0 1
Hallo ihr! Ich bin neu hier und habe vor kurzem meine Geschichte an einen Verlag geschickt. Dieser hat mir jedoch kein Feedback zu meiner Geschichte...
6.3K 154 9
Was würde passieren wenn ich mit meinen Eltern nach New York ziehen müssen? Was würde passieren wenn ich dort auf zwei Jung...
990 101 20
Hi das wird meine erste Story sein also nicht meckern wenn sie nicht gut ist. In der Geschichte wird es um die Jungs aus B.A.P gehen und um eine bish...
29 3 1
Was würdest du tun, wenn du in einer Welt leben würdest, in der ein Verrückter Kinder entführt, ohne eine Spur zu hinterlassen? Was würdest du tun, w...
Wattpad App - Unlock exclusive features