Kapitel 39

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Lucy stieg aus dem Wagen aus und sogleich wurde ihr die Tür zu dem Türsteher des Restaurant aufgehalten.
Es war ein sehr altes Restaurant. Große dunkelbraune Tische standen großzügig verteilt in einem großen offenen Raum, welchen man fast als einen Saal ansehen konnte. Große Blumengestecke warten in jedem Aus-und Eingang aufgestellt und mit Lichtern,welche in den Boden eingelassen waren, angestrahlt. Über jedem Tisch ging ein alter und doch sehr edler Kronleuchter. Jeder erstrahlte in einem warmen gelblichen Licht und versetzte den gesamten Raum in eine romantische Stimmung.
In der Mitte des großen Raumes hing der größte Kronleuchter. Er ragte imposant über alle anderen hinweg und durchflutete den Saal mit eben dem selben Licht wie all die anderen.
Die Tische waren aus starkem Holz genau wie die Wände und die andere Inneneinrichtung. Dunkelblaue mit weißen Mustern bestickte Tischdecken zogen sich darüber und gläsernes Servies war perfekt angeordnet darauf gestellt. Die Sitzflächen der Stühle waren mit Samt überzogen der exakt das gleiche blau wie die Tischdecken hatte und das Holz war mit edlen Schnitzereien verziert von der Lehne bis zu den Füßen.
Matthew und Lucy wurden von einem perfekt angezogenen Kellner zu dem Tisch genau in der Mitte des Raumes geführt. Er zog den Stuhl zurück und wartet bis Lucy sich hinsetzte, damit er ihr den Stuhl hinschieben konnte. Matthew nahm ihr gegenüber Platz.
"Darf ich Ihnen schon etwas zu trinken bringen?" Fragte der Kellner sogleich und händigte beiden die Speisekarten aus.
"Für mich bitte einen Martini mit zwei Oliven" sagte Matthew ohne zu zögern und nahm die Karte dankend entgegen.
"Ich nehme einen Cosmopolitan bitte" sagte Lucy ebenfalls sofort, während der Kellner auch ihr die Karte aufgeschlagen reichte.
Nachdem der Kellner weggegangen war, war es eine kleine Zeit lang still und Matthew und Lucy lasen beide die Speisekarte. Stück für Stück lief Lucy das Wasser im Mund zusammen, da der gesamte Raum hervorragen nach allem möglichen exquisiten Essen roch. Wenige Minuten später kehrte der Kellner mit den Drinks zurück und stellte sie sachte auf den Tisch.
"Auf einen Wunderschönen Abend" sagte Matthew und erhob sein Glas. Lucy stieß ihr Glas sanft gegen Matthew's und ein heller leiser Ton erklang.
"Ich liebe dich!" Sagte Lucy danach und lächelte Matthew ebenso verliebt zu. Dieser lächelte ebenfalls und signalisierte ihr, dass er das selbe fühlte.
Lucy nahm einen kleinen Schluck ihres Cosmo und schloss sanft die Augen für einige Sekunden.
"Haben sie sich schon entschieden?". Die Stimme des Kellners war warm und nett. Er lächelte herunter und wartet auf eine Antwort.
"Ja! Ich nehme das Rinderfilet bitte!" Sagte Matthew freundlich zurück und legte die Karte auf den Rand des Tisches.
"Ich hätte gerne das Zander filet" entgegnete Lucy und tat es Matthew gleich.
Der Kellner verschwand mit leisen Schritten und schlang sich zwischen den Tischen hindurch zur Tür der Küche.
"Ich werde kurz auf die Toilette gehen und mich frisch machen. Sagte Lucy und lächelte Matthew an. Der lächelte zurück und ließ sie aufstehen.
Die Toiletten waren ebenso wie das Restaurant luxuriös und edel eingerichtet. Ein kleiner Flur führte einen zu einem runden Raum welcher in der Mitte mit einem marmornen, weißen Brunnen versehen war. Dahinter waren die Waschbecken und angrenzend, im Kreis angeordnet, waren die Toiletten. Die Waschbecken waren mit kleinen Parfums ausgestattet, sowie verschieden duftende Seifen. Goldene Wasserhähne ragte stolz aus dem selben weißen Marmor des Waschbeckens hervor.
Lucy schaute sich in dem Spiegel an. Aber sie sah sich wie sie früher war, wie sie ihren Körper verabscheut hatte, wie sie eine jeans und eine Bluse anhatte, ihre Haare waren ungemacht, ihre Haut weder geschminkt noch wunderschön.
Eine Stimme ertönte. "Lucy kommst du? Wir müssen langsam los! Wir sind eh schon zu spät dran!". Die Stimme ließ sie auffahren. Es war die unverkennbare, laute und aufgeregte Stimme von Thea die sie immer überall hin hetzte und ihr immer den nötigen Tritt aus der Haustür gab. Thea kam neben sie und strich ihr über den Rücken. "Alles gut bei dir? Du siehst blass aus?".
Lucy vermisste die Stimme von ihr, sie vermisste die Tage mit ihr, die Stunde in denen sie redeten, in denen sie sich gegenseitig alle Probleme, alle Witze und alle schönen Zeiten erzählten, in denen sie lachten, weinten, komplett bescheuerte Sachen machten.
Lucy schloss ihre Augen. Genoss die Zeit, und ein schmales Lächeln strich über ihr Gesicht. Als sie ihre Augen wieder öffnete war Thea wieder verschwunden und Lucy sah in ihr perfekt geschminktes Gesicht, auf ihre perfekt gemachten Haare, auf ihr schwarzes Kleid, in ihre grünen Augen. Was würde sie nur alles geben um sie wieder zurück zu haben. Um noch einmal ihr Lachen zu hören, um noch einmal von ihr zum Sport gezwungen zu werden, neben ihr zu stehen und ihr dabei zuzuschauen wie Thea von einem Typen nach dem anderen angesprochen wurde.
In letzter Zeit dachte sie immer öfter an ihr altes Leben, an ihr Leben als junge Frau, an dich also sorgenfrei Frau, die ihre Freunde hatte, mit denen sie alles machte.
Wieder schloss Lucy die Augen, atmete ein paar tiefe Atemzüge ein und aus und machte sich auf den Weg zurück zu Matthew. Doch Matthew war nicht an ihrem Tisch, keiner war da. Lucy setzte sich auf ihren Stuhl und wartete.
"Miss! Kommen sie bitte mit!". Der Kellner stand auf einmal da und lächelte wieder nett zu ihr herunter.
"Wissen Sie zufällig wo mein Gefährte ist?" Frage Lucy etwas verwirrt.
"Sie sollen auf seinen Geheiß mit mir kommen!" Sagte der Kellner mit ebenso netter Stimme und hielt ihr die Hand zum aufstehen hin.
Lucy, immer noch leicht verwirrt, nahm seine Hand die in weiße Handschuhe gehüllte war und stand auf.
Der Kellner führte sie durch einen langen Gang und blieb vor einer großen Flügeltür stehen.
"Mach sie sie auf und gehen sie hinein!" Sagte er leise und lief sofort danach wieder den Gang hinunter.
Lucy stand da. Es war alles still und dunkel. Murmeln kleiner heller Lichtstreifen quetschte sich unter der Tür vor ihr durch und brachte ihre Schuhe zum glitzern.
Was wird sie hinter der Tür erwarten? War wird passieren? Wird hinter der Tür Matthew schon auf sie warten? Was wird passieren, wenn sie die Flügeltür aufmachte?
Tausend Gedanken schossen wieder durch ihren Kopf.
Lucy ergriff die Türklinken und schob die großen Türen auf. Schlagartig wurde es gleißend hell und die Fluten von Licht schwärmten durch den gesamten Gang und umhüllte Lucy wie Tonnen von warmen Wasser.

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