Kapitel 27

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Das Gefühl, Lucy endlich wieder in den Armen halten zu können, mit ihr reden zu können, sie lebendig sehen zu dürfen, raubte Matthew jeglichen Verstand. So lange hatte er auf diesen Tag gewartet und so lange hatte er gehofft, dass Lucy am Leben bleiben würde, dass sie zu ihm und dem Baby zurück kommen würde.
Matthew rannte die Treppen des Hauses in dem er wohnte hinunter und sprang in seinen Wagen. Er schoss wie ein Pfeil durch die Stadt und raste mit quietschenden Reifen auf den Parkplatz des Krankenhauses. Seine Augen waren voller Freudentränen, sein Puls raste und sein Herz hüpfte wie das eines Hasen.
Er sprintete durch die Eingangstür geradewegs auf die Stufen zu. Er hätte auch den Aufzug nehmen können, doch das dauerte ihm zu lange, auch wenn er vier Etagen nach unten rennen musste, um in die Notaufnahme zu gelangen. Vor der Tür des Zimmers stand die Krankenschwester schon erwartungsvoll. Als sie ihn erblickte, lächelte sie ihn mit einem netten Blick an und befahl ihm mit einer Handbewegung stehen zu bleiben.
"Bevor sie zu ihr gehen, achten sie bitte darauf, dass sie ruhig reden und sie sie nicht zu fest umarmen! Ihre Glieder sind noch nicht funktionstüchtig. Sie braucht Ruhe!" Sagte sie mit einem netten Ton, machte den Weg frei und ließ Matthew gewähren.
Matthew machte langsam die Tür auf und blickte in die grünen Augen seiner Freundin. Er ließ einen tiefen Seufzer von sich, als wäre ihm ein ganzer Felsen vom Herzen gefallen, ging auf sie zu und umarmte sie sanft aber doch tief und innig.
Lucy genoss es ihn endlich wieder in den Armen zu halten. Seine festen Arme schmiegten sich um ihren Körper und sein warmer Körper versetzte Lucy sofort in ein Gefühl der Ruhe und der Geborgenheit.
"Ich habe dich so sehr vermisst! Ich habe jeden Tag gezählt, jede Sekunde der Zeit gebetet und gehofft, dass dieser Tag kommen wird, an dem ich dich wieder bei mir habe!" Sagte Matthew mit leider Stimme in Lucy's Ohr und küsste sie sanft auf den Hals. Er löste sich von ihr und schaute sie mit einem tiefen und verliebten Blick an, lächelte und nahm sie erneut in die Arme.
"Ich habe dich auch so unendlich vermisst!" Sagte Lucy nach einer Weile, "Ich war wie gefangen! Ich habe dich immer gehört, dich immer an meiner Seite gespürt! Aber ich konnte dich nicht erreichen! Ich konnte dir nichts sagen. Ich wurde wie festgehalten von einer unsichtbaren Macht!"
"Ich bin da für dich! Ich war und werden immer für dich da sein und dich nie im Stich lassen!" Sagte Matthew mit ruhiger Stimme und lächelte Lucy verliebt und erleichtert an, ehe er sich weiter von ihr weg setzte und ihre Hand sanft streichelte.
Genau in dem Moment kam die andere Krankenschwester mit dem Kind in ihren Armen herein. Das kleine Kind zappelt freudig mit den Füßen und spielte mit dem weisen Kittel der Schwester.
"Ich habe hier jemanden, der sie nach so langer Zeit endlich kennen lernen möchte" begann die Krankenschwester mit freundlichem und zugleich aufgeregten Blick zu sprechen.
Lucy stockte der Atem, ihre Augen weiteten sich und ihr gesamter Körper verätzte sich in ein unruhiges und aufgeregtes Zittern.
Matthew stand auf und nahm das Kind aus den Armen der Schwester und ging dann zu Lucy. Er legte es ihr langsam und sachte auf die Brust, setzte sich dann wieder auf den Bettkante und beobachtete ganz still Lucy und das Kind. Es war das schönste was er je gesehen hatte. Das kleine Kind in den Armen seiner Freundin, so freudig, so lebendig, so glücklich. Er sah wie eine kleine Träne über Lucy's Wange lief und dem Kleinen auf die Stirn tropfte. Dieser schaute verdutzt um sich, weitete dann seine kleinen grünen Augen und fing an zu lachen und mit seinem ganzen Körper zu strampeln. Nach geraumer Zeit legte er seinen Kopf gegen Lucy's Brust, wurde ganz still und schaute Lucy einfach nur an.
Es wurde ganz still im Raum, jeder schaute jeden an, und lächelte, grinste, war glücklich, doch, wie lange würde nun dieses Gefühl des Glückes anhalten? So oft spielte das Leben Ihnen schon Streiche, so oft schon führte es sie in eine Sackgasse und so oft trat es ihr Glück mit Füßen, doch aufgeben wollte keiner, außer glücklich sein gab es keine Option, alles was zählte, war ihr Leben, ihr Glück und ihre Unversehrtheit.

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