Kapitel 37

2.8K 64 0

Die Tür des Apartment ging auf und Matthew kam herein. Sein Gesicht war kreidebleich und sein gesamter Körper zitterte wie Espenlaub. Er setzte sich neben Lucy auf die Couch, stützte seine Arme ab und vergrub sein Gesicht in seinen Händen.
"Was ist denn los?" Fragte Lucy sofort nachdem er sich zu ihr gesetzt hatte. Sie hatte ihn noch nie so gesehen, so aufgelöst und ängstlich zugleich. Wie ein kleines Kind, was in seinen Träumen einen Geist gesehen hatte, schaute er auf und sah Lucy in die Augen.
"I i ich habe William wieder gesehen!" Kam es stammelnd über seine Lippen und sein Gesicht zog eine angsteinflößende Grimasse. Seine silbernen Augen wurden gläsern und sein ganzer Körper zitterte nur noch mehr. Sofort sah Lucy die ganze Angst in seinen Augen, seine Furcht vor der Vergangenheit, alles was er ihr erzählt hatte, alles was er erlebt hatte, alles was es ihn gekostet hat, jede Phasette seines dadurch zerstörten Daseins. Sie wusste was in ihm vorging, was er fühlte. Er hatte Angst davor, dass alles wieder kommen könnte, dass alles schlimmer werden könnte, dass all sein Glück, seine ganze Zukunft, in Schutt und Asche gelegt werden könnte. Es holte ihn ein wie eine Flutwelle der man nicht entkommen konnte und die alles mit sich riss was nicht Niet und Nagel fest war.
Lucy umarmte ihn, legte seinen Kopf in ihre Arme und behandelte ihn wie eine gläserne Vase, die neu zusammen gesetzt wurde und jeden Augenblick zu zerfallen drohte. Sie strich ihm sanft über den Rücken und küsste ihn auf die Backe. Sie wollte ihn beruhigen, aber sie wusste nicht wie. Noch nie in ihrem Leben war sie in einer vergleichbaren Situation und die Angst die von ihm ausging, machte sich auch in ihr bemerkbar und kratzte an ihrem Herzen wie ein böser Dämon.
Stille breitete sich aus und alles schien trostlos und düster zu wirken. Die Zeit verstrich. Sekunde um Sekunde, Minute um Minute schoben sich die Zeiger der Uhr weiter im Kreis, doch auch wenn die Uhr sich bewegte, schien die Zeit beklemmend still zu stehen. Jegliche Freude schien verschwunden, jegliche Unbeschwertheit schmolz wie Schnee in der Sonne dahin und versickert in den Tiefen der Erde, doch Lucy's Liebe zu ihm baute sich auf wie ein Schutzschild und bedeckte beide wie eine gläserne Kuppel. Sie konnte ihn nicht trauern sehen, sie wollte ihn nicht traurig sehen, sie wollte dass er nur an die guten Seiten von sich und seinem Leben dachte und nicht an die Vergangenheit, nicht an das was damals geschehen war. Er sollte nach vorne schauen, sollte sehen was für eine helle Zukunft sie beide hatten zusammen mit ihrem Kind, zusammen mit jedem anderen, sollte sehen was er erschaffen hatte, was er erreicht hatte und er sollte stolz darauf sein, er sollte sagen können "das habe ich geschafft" und er sollte lächeln, lachen, vor Glück schreien und es alles in seinem Herzen aufnehmen.

Adore me! (Fertiggestellt!) Lies diese Geschichte KOSTENLOS!