Kapitel 16

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Das strahlend gleißende Licht der Arztlampe leuchtete mit kühlem Schein auf Lucy herunter.
"Geht es Ihnen gut Miss Huston? Wie fühlen sie sich heute?" Sagte der Arzt beim Hereinkommen mit einer freundlichen Stimme zu Lucy.
"Gut! Danke!" Sagte Lucy ebenfalls freundlich zurück.
"Es gab demnach keine Beschwerden oder andere Komplikationen?" Folgte der Arzt fort.
"Nein überhaupt keine!" Entgegnete Lucy lächelnd.
"Das ist erfreulich zu hören. Na dann wollen wir uns mal vergewissern, dass wirklich Alles in bester Ordnung ist!"
Der Arzt strich sanft mit dem Ultraschallgerät über Lucy's Bauch.
Ein sanfter Herzschlag folgte dem anderen.
Matthew saß auf einem der drei Stühle am anderen Ende des Zimmers und blickte erwartungsvoll auf den Monitor. Er war das erste mal bei der Untersuchung dabei und zitterte vor Aufregung. Mit einem lauten Ruf sprang er auf und rannte zu Lucy.
"Siehst du das? Kannst du das sehen? Das ist ein Mensch! Da ist wirklich ein kleiner Mensch in dir!" Jauchzte Matthew auf und hoppelte wie ein Kleinkind an der Liege herum. Sein Gesicht verzog sich leicht und eine Freundenträne lief ihm über das Gesicht. Lucy lächelte ihn an, nahm seine Hand und drückte sie fest an sich.
"Ich liebe dich" sagte sie nach einiger Zeit und schaute zu ihm hinauf.
"Ich liebe dich auch" antwortete Matthew und küsste sie sanft auf die Lippen.
"Möchten sie beide wissen was es wird? Junge oder Mädchen?" Fragte der Arzt, dem es sichtlich leid tat die beiden in diesem Moment zu stören.
"Wollen wir es wissen?" Fragte Matthew, der noch immer wie ein Jugendlicher auf Drogen umher sprang und sich zwang nicht komplett den Verstand zu verlieren oder in Tränen auszubrechen.
"Nein wir warten!" Sagte Lucy besänftigend und schaute den Arzt freundlich an.
"Alles klar! Dem Fötus geht es wunderbar! Sie brauchen sich keine Sorgen machen!" Fuhr der Arzt lächelnd fort und wischte das verbliebene Gleitgel mit einem Feuchttuch von Lucy's Bauch.
"Ich danke ihnen vielmals!" Wendete sich nun Matthew an den Arzt und schüttelte ihm fest die Hand.
"Kein Problem! Das ist mein Job und das mache ich gerne!" Entgegnete der Arzt und ging aus dem Zimmer.
"Vorsicht!!" Sagte Matthew schnell und aufgeregt zu Lucy, die schon im Stande war sich von der liege hoch zu hieven "ich helfe dir!".
"Danke mein Schatz!" Antwortete Lucy und gab ihm eine Hand an der er sie nach oben zog.
"Ich kann es nicht glauben! Ich bekomme ein Kind! Ich werde Vater!" Rief Matthew voller Freude und wischte sich sein Gesicht ab, welches über und über Tränen bedeckt war. Lucy grinste ihn an und schaute ihm tief in die wunderschönen Silber-grauen Augen, weiche von den Tränen wunderschön glänzten und das helle Licht der Deckenlampe wieder spiegelten. Sie bekam heute das erste mal seine sentimentale Seite zu Gesicht, sie hätte nicht gedacht, dass er sie jemals offen zeigen würde und es freute sie ungemein.
"Komm! wir gehen jetzt nach Hause" sagte Lucy schnell, um nicht selber weinen zu müssen.
Matthew griff ihr unter den Arm und begleitete sie hinaus aus dem Krankenhaus. Er setzte sie in sein Auto, einen schönen a7 von Audi, mit einer edlen schwarzen Farbe und sportlichen Felgen. Der sportliche Motor brummte unter ihnen auf  und schon glitt die Limousine über den Asphalt in Richtung Zuhause.
Lucy war in zwischen bei Matthew eingezogen und teilte jede Sekunde mit ihm. Sie ging in ihre Arbeit und lebte ein ganz normales Leben. Es wurde nie langweilig, da Matthew so viel Mühe in die Beziehung steckte, dass Lucy fast keine Zeit hatte über schlechte Sachen nachzudenken oder einen Tag vollkommen außer acht zu lassen. Er war ein perfekter Freunde geworden, mit perfekten Eigenschaften und einem perfekten Aussehen, seine muskulöse Statur, seine makellose Haut und seine vollen Haare waren wieder zurückgekommen und schmückten sein kantiges Gesicht noch besser als zuvor. Über seine rechte Brust auf seinen muskulösen Arm laufend, hatte er sich ein Tattoo stechen lassen, welches einen schwarzen Engel und einen Teufel darstellte die sich küssten und im Stande waren sich zu versöhnen. Er hatte es sich als Zeichen seiner eigenen Seele und seiner eigenen Empfindungen stechen lassen und als Versprechen an Lucy, sie nie wieder gehen zu lassen.
Er hatte die Wohnung ein wenig umgestellt und sein Bett hatte er mit einem schneeweißen Laken und Bettsachen geschmückt, welche in dem sonst immer noch dunklen Zimmer hervorstach, wie eine Taschenlampe in vollkommener Dunkelheit.
Den Kleiderschrank hatte er umbauen lassen, so dass auch Lucy eine Seite für sich hatte und ihre gesamten Klamotten, welche nicht viele waren aber sie stetig füllten, reinpassten.
Er räumte einen anderen Raum aus, welchen Lucy noch nicht einmal kannte und fing an das Kinderzimmer darin vorzubereiten, er hatte in diesem Punkt nur eine Bedingung gestellt, die Lucy keineswegs schlecht fand, er wollte keinen kitschigen Krimskrams, von wegen Einhörner-oder Piratenbilder, in diesem Zimmer sehen, er wollte ein schönes edles, zu der Wohnung passendes Zimmer, natürlich sollten Spielzeuge oder Bettwäsche kein Problem sein, aber er dachte daran, dass das Kind ja schnell größer werden würde und das Zimmer dann umgebaut werden müsste, was er sich ersparen  wollte.
Lucy war im Himmel, in ihrem ganz persönlichen Himmel, den sie nie verlassen wollte.
Jeden Sonntag ging Lucy alleine zu Thea's Grab und stellte einen Strauß frischer Rosen in das Glas, welches in der Mitte des Grabes stand. Sie hätte sich so gefreut, wenn Thea das alles gesehen hätte, wenn sie Lucy glücklich gesehen hätte, wenn sie mit ihr durch die Stadt laufen hätte können und sie sich über ihr Leben austauschen, wenn sie sie umarmen hätte können und ihr sagen  "ich hab dich lieb!" das wäre alles gewesen, was Lucy glücklich gemacht hätte, was ihr Leben noch perfekter gemacht hätte.

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