121 - Spitz wie Nachbars Lumpi

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~El~

Als Jukka mich am nächsten Morgen weckte, klapperte unten in der Küche bereits das Geschirr und ich war drauf und dran, die Polizei zu rufen. „Baby, dass sind Michi und Heike. Sie machen Frühstück." Ich beruhigte mich wieder und strich über meinen Bauch, wo das Baby schon wieder Turnübungen machte und sich versuchte, durch meine Bauchdecke hindurch zusätzlichen Platz zu verschaffen. Ich hatte schon überall blaue Flecken davon. Jukka war in der Zwischenzeit ebenfalls aus dem Bett gekrabbelt und legte von hinten seine noch immer relativ schlaksig wirkenden Arme um mich. Auch wenn er öfter mit Samu, Mikko und Sebu trainieren gewesen war, sah er immer noch so aus wie damals bei Helen. Seine Hand bekam gerade einen ordentlichen Tritt ab und er zog leicht erschrocken seine Hand zurück. „Du brütest da aber einen kleinen Wildfang aus, Baby," lachte er herzlich auf und küsste mich liebevoll. Ich wandte mich um und krallte mich in seinen Nacken, bis er aufstöhnte. „Nein, nicht jetzt, wo Heike und Michi hier sind," ermahnte ich ihn. Ich liebte dieses kleine Spiel einfach. Es brauchte nicht viel und er war spitz wie Nachbars Lumpi. Zu meinem Vergnügen ließ ich ihn dann in letzter Zeit öfters einfach stehen und ging duschen. So auch heute. Ich entsorgte meine Schlafhose und spazierte nur in Slip und Shirt ins Bad. Ich spürte Jukkas Blick förmlich auf meinem Po und ich hätte schwören können, seine Augen waren dort festgeklebt. Dummerweise lag das Schlafzimmer am Ende des Flures und das Bad direkt neben der Treppe. Und genau in dem Moment, als ich ins Bad gehen wollte, das Shirt schon halb über den Kopf gezogen, kam Michi nach oben. Er stammelte eine wortreiche Entschuldigung und lief peinlich berührt weiter. Bis auf meinen überdimensionalen Bauch hatte er nichts sehen können, deswegen wunderte ich mich, dass er so reagierte. Na ja, ich lief jeden Tag in den absurdesten Klamotten durchs Haus, weil alles halbwegs gescheite im Moment nicht passte, aber wahrscheinlich hatte das gerade den Vogel abgeschossen. „Michi, jetzt komm wieder runter. Das war nur mein Bauch." Er kam gerade wieder zurück und ich hatte vorsorglich das Shirt wieder nach unten gezogen. „Sorry nochmal, ich-" „Komm mal wieder runter, willst du etwa, dass Heike einen Schreck kriegt, wenn du bei ihr genauso reagierst? Dieses Monstrum von Bauch gehört einfach dazu, das ist nicht schlimm. Und jetzt gib mir mal deine Hand." Er streckte mir zögerlich seine Pranke entgegen und ich legte sie unter dem Shirt auf meinen Bauch. Das Baby trat wieder um sich und erschrocken entzog Michi mir seine Hand. „Das war nur das Baby, keine Panik. Das ist alles ganz normal." Ich legte seine Hand zurück unter mein Shirt. Gott, war das ganze hier primitiv. Konfrontationstherapie, ganz simpel. Langsam nervten mich die ständigen Tritte und ich wurde ungeduldig. Behutsam zog Michael wieder seine Hand zurück. „Das war... einfach wunderbar und faszinierend." „Nichts zu danken, darf ich dann jetzt duschen gehen, kleiner Angsthase?" „Ich bin nicht klein!-" „Aber ein Angsthase, hast du selber grad bestätigt." Mit einem breiten Grinsen auf den Lippen ging ich nun endgültig ins Bad, entledigte mich der zwei Stofffetzen und stellte das Wasser an. Es tat gut, das kühle Nass auf meiner von den jetzt schon hohen Temperaturen erhitzten Haut zu spüren. Vor lauter Freude hörte ich nicht, wie die Tür aufging und mein Ehemann herein kam. Ich bekam es erst mit, als die Tür zur Dusche aufschwang und ich seine leicht kratzige Morgenstimme vernahm. „Wolltest du mich wirklich so sitzen lassen? Kleines Miststück." Er lachte. „Immer noch dein Miststück, Schnuffelchen." Ich stand mit dem Rücken zu ihm und legte meine Arme um seinen Hals. „Mein kleines Luder. Und jetzt zeig ich dir mal, wie das ist, wenn man scharf sitzen gelassen wird." Er legte seine Hände an mein Schlüsselbein und ließ sie quälend langsam über meine Oberkörper gleiten. Auf meinem Bauch angekommen malte er mit dem Finger filigrane Muster, die nur in seinem Kopf oder auf einer Klaviertastatur Sinn ergeben hätten. Das Baby lag ausnahmsweise auch mal still und schien Jukkas zärtliche Massage zu genießen. Ich verlor langsam aber sicher den Halt und krallte mich an Jukkas Nacken, damit ich noch aufrecht stehen konnte und nicht in die Knie sank.

Finnian //Jukka Backlund [under editing]Where stories live. Discover now