Ewig

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Im Leben und in Ewigkeit
in Klang, Musik gefangen,
sind wir nun niemals mehr bereit,
aus diesem zu gelangen.
Gesegnet sein die Dummen,
wir spielen noch ihr Trauerlied,
dass ewig sie verstummen
in unaufhörlich Schrei und Lied.
Dies Trauerlied zu summen
mit ihrer maximalen Ruh,
bedeutet für die Dummen
schon Feier, Alkohol dazu.
In allem Funkeln und im Glanz,
in der Ekstase Flammen,
und ewig wildem Seelentanz,
da halten wir zusammen.

Und nicht dem Maß zu Ehren,
zum Lobe der Musik in aller Not -
Vernunftsweg überqueren -
wir leben, rauben Denkenden das Brot.
Die Zukunft ist die Gegenwart,
im Geiste zu bewahren;
"zu brav ihr all Chaoten wart" -
das ist der Welt Gebaren.
Dazugehör'n, bereuen
zusammen kriegst du nicht verdaut,
und wenn wir uns erst freuen,
dann wird es endlich einmal laut.
Am Ende steht das Leben,
wann sahen wir denn je den Tod?
Solch hat es nie gegeben,
wir sehn zusammen alle rot.

Das Herz noch kalt, die Lungen beben,
die Flügel haben alle noch erhitzt,
und dann ist Fieber mir mein Leben,
als hätt ich ewig nicht geschwitzt.

Ein ewig Lied und nur Geschrei,
dass niemals Ruhe hier gedeih;
du hebst, wir heben unsre Hände,
und feiern, bleiben bis ans Ende.

Wir schauen nicht auf unsre Schuld
und brauchen niemals mehr Geduld.
Das Herz  noch warm, die Körper kalt,
gebeugt der höheren Gewalt.

17. 04. 2019

Ein Buch, so bunt wie das LebenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt