Isabella Malfoy

By DearMrDarcy

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Isabella Malfoy ist eine Schande für ihre hochangesehene Familie, als sie aus Durmstrang verwiesen wird und n... More

Der Brief
Beschlossene Tatsachen
Rechtschaffung
Severus Snape
Obsidianschwarze Augen
Post von Albus Dumbledore
Im Traum verfolgt
Gleis Neundreiviertel
Hogwarts
Die Auswahl
Ernüchternde Worte
Ein Date?
Zaubertränke mit Folgen
Empathie wider Erwarten
Verschlüsselte Eulenpost
Neue Kontakte
Nachsitzen
Peripetie
Die Kunst, aufzubegehren
Kosequenz des Widerstandes
Paradigmenwechsel
Ein Schritt zurück?
Einsicht
Legilimens
Unerwartete Verbindungen
Das Duell zwischen Löwe und Schlange
Im Büro des Tränkemeisters
Ein Blick in die Vergangenheit
Eine aufschürfende Erkenntnis
Vorweihnachtliche Unglücksboten
Verborgene Seiten
Party auf Umwegen
Feuerwhiskey und Butterbier
Träume sind Schäume, oder?
Abschied
Die Bürde der Malfoys
Reibung und Spaltung
Die Ruhe vor dem Sturm
Erwachen
Ein erschütterndes Ereignis
Die Wiesen von Wiltshire
Zerrissenes Papier
Im goldenen Käfig
Saphir und Silbermond
Schlag auf Schlag
Blaue Flecken
Sackgasse Hoffnung
Reue
Schwarze Tinte
Schlagzeilen
Das Collier
Atmen
Von Kindheit und Erwachsenwerden
Die Drohung
Ein neues Kleid
Versäumnisse
Ein besonderes Geschenk
Der Abschlussball
Der gebrochene Mann
Familienbande
Der Satan in ihm
Die Hochzeit
Wieder der Fluss
Epilog
Es gibt eine Fortsetzung!

Zu spät

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By DearMrDarcy


Wuii, vielen Dank für eure Bewertungen und lieben Kommentare :)


Severus' Hand lag ruhig und beschützend in der meinen, vor neugierigen Blicken unter seinem weiten, schwarzen Umhang verborgen. Er stand so dicht hinter mir, dass ich ihn förmlich spüren konnte. Ich wünschte, er hätte direkt neben mir gestanden, sodass ich ihm ins Gesicht hätte sehen können. Schon lange hatte ich mich nicht mehr so geborgen gefühlt, aber seine Berührung ließ auch Angst in mir aufkeimen. Was, wenn mein Vater uns sah oder irgendein anderer der Anwesenden? Doch alle waren viel zu sehr damit beschäftigt, den Sarg anzugaffen, sich die Nase zu putzen oder leise, gedämpfte Worte zu wechseln. Niemand beachtete uns.

Endlich traute ich mich, mich umzudrehen und ihn anzusehen. Sein noch recht junges Gesicht war von leichter Besorgnis gezeichnet und seine schwarzen Haare waren von dem aufkommenden Wind zerzaust und fielen ihm in die Stirn. Seine dünnen Lippen kräuselten sich auf diese altbekannte Weise, als er meinen Blick bemerkte und seine Mundwinkel hoben sich ein wenig. Mit dem Kopf nickte er in Richtung der Baumgruppe am Rande der Wiese. Ich nickte kaum merklich und tat so, als würde ich mich wieder dem Grab zuwenden. Seine warme Hand löste sich vor mir, doch ich ließ mir nichts anmerken. Nach einigen Minuten empfand ich es für sicher genug, Severus unbemerkt zu folgen.

Ich wollte mich gerade umdrehen, als ich prompt in Amycus Carrow hineinlief. „Tschuldigung", murmelte ich und wollte schon weitergehen, als sich seine dicke Hand um meinen Oberarm schloss. An seinem rechten Zeigefinger prangte ein klobiger, alter Siegelring und ein starker Tabakgeruch ging von ihm aus.

„Nicht so schnell, meine Hübsche", knurrte er und sein heißer, fauliger Atem schlug mir ins Gesicht, sodass mir übel wurde.
Ich sah zu Boden und versuchte mich, seinem Griff zu entwinden, aber seine plumpen Finger hatten sich regelrecht um meinen Arm gekrallt.

„Lassen Sie mich los", zischte ich.

„Oho", machte er und lachte kurz auf. „Erst wirst du dich richtig bei mir entschuldigen. Weißt du eigentlich, wer ich bin? Haben dir deine Eltern keine Manieren beigebracht?"

„Lassen Sie mich in Frieden", wiederholte ich und sah ihm diesmal direkt in sein teigiges Gesicht.

In seinen gelbstichigen Augen war für einen kurzen Augenblick offene Überraschung zu lesen. „Du bist die kleine Malfoy", stellte er fest und seine Augen verengten sich zu Schlitzen. „Und ich habe mich schon gefragt, was so ein junges, reizendes Mädchen wie du auf dieser Beerdigung zu suchen hat." Sein lüsternder Blick glitt meinen Körper hinab. "Dein Vater könnte ganz schön in Verruf geraten, wenn die Leute wüssten, was für einen Flegel er zur Tochter hat. Dein Vater ist nämlich gar nicht so ein feiner Kerl wie alle denken. Aber der Dunkle Lord vertraut ihm... Noch..." Er lachte heiser auf. „Wäre eine Schande, wenn der edle Name der Malfoys in den Dreck gezogen würde", sagte er mit falschem Bedauern in der Stimme. „Aber dein Vater... Will sich die Hände nicht schmutzig machen... Sieht immerzu von oben auf uns herab... Aber schon bald wird der Dunkle Lord erkennen, wer seine wahren, treu ergebenen Diener sind."

„Sie faseln, Sie Narr... Lassen Sie mich endlich los", zischte ich.

„Na na, Amycus", vernahm ich plötzlich eine tiefe Stimme hinter mir. „Lass das Mädchen los."

„Lucius", Amycus deutete eine leichte Verbeugung an und setzte nun ein schmieriges, falsches Grinsen auf. „Wie du siehst habe ich gerade deine Tochter kennengelernt."

Die Miene meines Vaters war unberührt, die perfekte, kalte Fassade. „Lass Sie los, Amycus", wiederholte er ruhig.

Amycus lachte erneut auf. „Salazar, war doch nur ein kleiner Spaß", sagte er scheel grinsend und ließ endlich meinen Arm los. Ich stolperte zu meinem Vater herüber. „Mein Beileid, Lucius", fuhr Amycus fort und sein Blick blieb kurz an Abraxas' Grabstein hängen, ehe er sich wieder seinem Gegenüber zuwandte. „Wie läuft es mit deinen Plänen? Kommst du voran?" Der frostige Blick, mit dem Lucius Malfoy ihn nun betitelte ließ ihn dann aber doch nicht ganz kalt und er wich einen Schritt zurück.

Mein Vater legte mir beschützend eine Hand auf die Schulter und sah mir kurz prüfend ins Gesicht. „Geh zu deiner Mutter", murmelte er und schickte mich mit einem kleinen Stoß in ihre Richtung.

Dieses Mal befolgte ich seine Anweisung ohne Widerrede. Mit pochendem Herzen warf ich einen Blick über die Schulter und konnte sehen, wie Amycus Carrows blasierte Miene unter den Blicken meines Vaters zu schrumpfen begann. Zufrieden wandte ich mich ab, doch anstatt zu meiner Mutter hinüberzulaufen, die gerade in ein Gespräch mit einer vollschlanken Hexe mir Monokel vertieft war, huschte ich zu der Baumgruppe herüber. Mit einem letzten, prüfenden Blick und in der Sicherheit, dass mich niemand bemerkt hatte, ging ich hinter den dicht beieinanderstehenden Haselnusssträuchern in Deckung. Severus' Augenbrauen waren wieder einmal dicht zusammengezogen und seine schwarzen Augen funkelten gefährlich.

„Was wollte dieser Carrow von dir?"

Ich machte eine wegwerfende Handbewegung. Im Schutz der Bäume und Sträucher konnte ich mich endlich ein wenig beruhigen. „Was machst du hier?", hauchte ich und überging seine Frage somit.

Seine Augenbraue wanderte schlagartig ein Stück nach oben. „Zufälligerweise wurde ich eingeladen", sagte er und ein maliziöses Grinsen schlich sich für einen kurzen Moment auf seine Gesichtszüge. „Von deiner Mutter", erklärte er auf meinen fragenden Blick hin.

„Sev-", begann ich, aber er unterbrach mich sofort wieder.

„Ich muss mit dir reden, Isabella." Er fuhr sich mit der Hand durchs Haar und seine Augen wirkten bei diesen Worten so dunkel, dass seine Iris beinahe mit seiner Pupille zu verschmelzen schien.

„Aha, und worüber?", fragte ich schnippisch und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Dir ist doch klar, dass", er machte eine kurze Pause und schloss die Augen, „das hier", er wedelte unbeholfen mit den Armen zwischen mir und sich hin und her, „nicht funktionieren kann."

Ich hob eine Augenbraue. „Ist das so?"

Er sah dem kühlen, distanzierten Zaubertrankprofessor mit einem Mal so unähnlich, dass ich schlucken musste. Wie war das Ganze überhaupt passiert? Wieso war alles so schnell gegangen? Wir hatten uns doch nur ein einziges Mal geküsst, warum fühlte ich mich ihm so verbunden, warum war alles, was er tat und sagte, so warm und vertraut? Was er damals unten im Kerker zu mir gesagt hatte... Bedeute ihm das denn garnichts mehr? Ich hielt inne... Seit wann hatten meine Gefühle die Oberhand gewonnen? Wo war meine Vernunft geblieben und was tat ich hier überhaupt? Tausend Fragen und Zweifel schwirrten mir durch den Kopf, auf die ich keine Antwort wusste. Ich versteckte mich hinter einer Gruppe Haselsträucher, redete mit meinem Zaubertranklehrer über eine Sache zwischen uns, die nicht existierte, während ich auf der Beerdigung meines Großvaters war und mein Vater sich keine fünfzig Meter von mir entfernt in einer Gruppe von Todessern und Ministeriumsangestellten befand und Amycus Carrow plauderte...

„Was soll ich denn sonst sagen, Isabella?!" Severus' aufgebrachte Stimme holte mich zurück in die Wirklichkeit und ich fühlte wie die Enttäuschung und die Leere langsam zurückkehrten.

„Du sollst ja eben gar nichts sagen", zischte ich. „Du solltest am besten gar nicht mal hier sein."

„Dann kann ich ja gehen."

„Fein." Ich wirbelte auf dem Absatz herum, aber er hielt mich am Handgelenk zurück.

„Willst du wirklich, dass wir so auseinander gehen?", fragte er leise und ich drehte mich wieder zu ihm um. Und bei seinem Anblick verschwand mein Zorn augenblicklich wieder.

„Nein, aber du offensichtlich", sagte ich mit trockener Kehle.
Durch die Äste der Sträucher erkannte ich, wie die ersten Gäste langsam den Rücktritt antraten, die leere Kutsche setzte sich in Bewegung. Ich sah, wie sich meine Mutter suchend unter den Leuten umsah.

„Ich muss gehen, wir reden, wenn du wieder in Hogwarts bist", murmelte er zerstreut. Dann hielt er kurz inne und seine Hand schloss sich fester um mein Handgelenk. „Wird es dir wirklich gut gehen?" Sein Blick bekam etwas Eindringliches.

„Ich werde... okay sein... Ist es das, was du mich sagen hören willst?"

„Glaub mir, es ist besser so", setzte er an und berührte sachte meine Schulter, aber ich zuckte unter seine Berührung so heftig zusammen, als wenn er mir gerade eine verpasst hätte.

„Nein, schon gut." Ich wandte mich von ihm ab, damit er meine Tränen nicht sah. „Vielleicht sind manche Leute einfach nicht dazu bestimmt, gerettet zu werden...", sagte ich leise.

„Isabella", presste er mit geschlossenen Augen hervor. „Ich weiß, dass es schwer für dich ist, aber das ist nicht richtig..."

„Weißt du, Severus, es ist nur leider so, dass niemanden interessiert, was ich denke oder wie ich mich fühle, bis zu dem Zeitpunkt, an dem etwas wirklich Schlimmes passiert."

Verzweiflung schlich sich in seinen Blick. Fahrig fuhr er sich mit der Hand übers Gesicht, dann packte er mit beiden Händen meine Schultern und sah mir direkt in die Augen. „Du musst vorsichtig sein", murmelte er. „Wir dürfen uns nicht ineinander verlieben. Das ist nicht richtig."

„Zu spät", flüsterte ich.

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