23. Hunger?

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Von einem leisen Piepen öffnete ich meine Augen.
Ben lag neben mir, doch das ganze Bett war von Ärzten und Krankenschwestern umstellt.
Ich zuckte zusammen.
Das Piepen kam von dem Blutdruckmessgerät an Bens Arm.
Ben lächelte mich an.
Ich setzte mich irritiert auf.
Alle starrten mich an.

"Sie sollten jetzt gehen.", bat die eine Krankenschwester.

"Wieso?", fragte ich besorgt.

"Wir werden ein paar Untersuchungen durchführen, bei denen sie nicht dabei sein dürfen.", erklärte der Arzt und nahm das Blutdruckmessgerät von seinem Arm.

"Wieso?", fragte ich weiter und nahm ängstlich Bens Hand.

"Schon gut, Baby. Ich werd's überlebenden.", beruhigte mich Ben und gab mir einen Kuss.

Ich sah die Ärzte misstrauisch an und verließ langsam das Zimmer.
Luca saß mit Nick und Micha, wieder an den Stühlen an der Wand.

"Wie gehts ihm?", fragte Micha.

"Ganz OK, ich darf bei den Untersuchungen nur nicht dabei sein.", murmelte ich und ließ mich neben sie fallen.

"Das ist normal, wegen den Hygiene Vorschriften und so. Mach dir da keine Sorgen!", erklärte Nick.

Ich nickte und lehnte meinen Kopf an die Wand.

"Hast du gar keinen Hunger?", wollte Luca wissen.

"Ich esse später mit Ben.", antwortete ich glücklich.

"Du magst ihn wirklich, hum?", schmunzelte Micha.

Ich nickte und musste Grinsen.

"Na dann!", lächelte Luca und legte seinen Arm um mich.

"Er wird wieder OK.", lächelte ich überzeugt.

"Weil du für ihn da bist. Du bist ne tolle Freundin.", fügte Micha hinzu.

In diesem Moment kamen Dani, Jan und Mila in den Flur gerannt.

Ich sprang auf und rannten ihnen entgegen.
Mila fiel mir um den Hals.

"Grace! Ich hab mir solche Sorgen gemacht.", schrie sie.

"Ich mir auch!", erwiderte ich schmunzelnd.

"Grace, du schaffst es immer wieder!", beschwerte sich Jan.

"Das nächste Mal sagst du uns Bescheid, wenn du einfach abhaust.", forderte Mila.

"Dani war doch bei mir.", erwiderte ich.

"Soll uns das jetzt überzeugen?!", lachte Jan.

Dani boxte ihm gegen die Schulter.

"Wie gehts ihm?", fragte Dani.

"Ganz ok, er wird wieder. Wir dürfen nur nicht rein, wegen irgendwelchen Untersuchungen.", erklärte ich.

Er nickte verständnisvoll.

"Hunger?", fragte Mila und deutete auf die Kantine.

"Ich wollte mit Ben essen.", murmelte ich.

Da kamen die Ärzte auch schon aus seinem Zimmer.

"Sie werten die Untersuchungen so schnell es geht aus.", hörte ich sie reden, als sie an mir vorbei gingen.

Ich zog Mila, Jan und Dani hinter mir her in sein Zimmer.

"Hey, Süße!", lächelte er und nahm meine Hand.

Ich lächelte und gab ihm einem Kuss auf die Stirn.

"Ben, das sind Mila, Jan und Dani.", stellte ich sie vor.

"Die Gang von der Treppe.", schmunzelte er.

Die Drei lachten auf.

"Hunger?", fragte ich und setzte mich auf sein Bett.

"Darf nicht aus meinem Zimmer.", antwortete er leidend.

"Du sollst dein Zimmer auch gar nicht verlassen. Sag einfach worauf du Hunger hast?", erwiderte ich und strich ihm fürsorglich über die Wange.

Er legte seine Hand in meinen Nacken und zog mich zu sich runter.
Mila kicherte und Jan und Dani verdrehten schmunzelnd die Augen.

"Dich.", flüsterte Ben mir zu.

Ich schmunzelte und sah ihn ermahnend an: "Ich bring dir Nudeln mit."

"Ich bleib hier. Bringt mir irgendwas mit.", erklärte Dani und setzte sich zu Ben.

Ich sah ihn verwundert an, doch wurde dann von Jan und Mila in die Kantine geschoben.

Luca und Micha waren wieder in der Uni und Nick war nach Hause gefahren.

Jan schnappte sich ein Tablett und ging durch die Kantine.

"Jan, hier nimm noch was davon.", rief Mila ihm zu und stellte Pudding Becher auf sein Tablett.

"Für dich doch immer.", lächelte er.

Sie kam lächelnd zu mir zurück.
Ich saß an einem Tisch und beobachtete die Beiden.
Jan lief weiter durch den Raum und legte alles auf das Tablett was er sah.
Mila setzte sich grinsend neben mich.

"Was läuft da zwischen euch?", fragte ich schmunzelnd.

Sie zuckte mit den Schultern und fummelte an ihrer Jacke herum.

"Und bei dir und Ben?", wollte sie plötzlich wissen.

"Gut.", lächelte ich sie an.

"Wo sind eigentlich seine Eltern?", fragte sie weiter.

"Die kommen erst übermorgen. Keine Ahnung wo die sind, er tut mir richtig leid.", erzählte ich ihr.

"Aber er hat ja dich.", grinste sie.

"Stimmt!", lachte ich und stand vom Stuhl auf.

Jan kam mit dem gefüllten Tablett auf uns zu.
Mila lächelte und folgte uns zurück in Bens Zimmer.

Dani drehte sich zu uns um, als wir herein kamen. Die beiden schienen wirklich mit einander geredet zu haben, ohne sich umzubringen.

Jan stellte das Tablett auf Bens Nachttisch und zog sich einen Stuhl an Bens Bett.

"Passt auf die Schläuche auf.", warnte Ben sie freundlich.

Ich war stolz auf ihn, anscheinend hatte der Unfall ihn geändert. Davor hätte ich mich niemals getraut, ihn meiner Familie vorzustellen.
Aber Bitte schön! Hier Sitze ich nun mit Ben und den Irren, auf der Intensivstation, an einem Bett und klauen Essen aus der Kantine.

Wer sagt bitte wir wären normal?

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