Tet

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   A u r o n

Und da lag sie, meinetwegen lag sie da. Hätte ich sie nie alleine gelassen würde es ihr jetzt gut gehen und sie wäre dabei mich anzuzicken und Dinge am aufzählen die ich nicht machen soll. Bei den Gedanken zucken meine Mundwinkel.

Nachdem Rina ihr Bewusstsein verloren hat, bin ich mit rasender Geschwindigkeit in das nächste Krankenhaus gefahren. Sie wurde sofort untersucht, ihre Schnitte wurden genäht und jetzt liegt sie hier seit paar stunden im Krankenzimmer, aber sie wacht nicht auf. Ich wich ihr nicht von der Seite. Ich bete innerlich das sie endlich aufwachen würde. Ich sitze hier und halte ihre Hand, ich male Kreise auf ihren Handrücken, weil ich weis das sie das beruhigt. Ich hatte mir dies an unserer Verlobung gemerkt.

Was muss sie erlebt haben das sie so fertig aussieht? Was hat dieser verfickte Bastard zu ihr gesagt das sie so leiden muss? „Ich hätte dich nie alleine lassen sollen." hauche ich an ihre Hand und küsse diese.

Plötzlich fängt Rina an zu schreien und zu weinen, es kam so unerwartet das ich mich aufschrecke„Bitte fass mich nicht an. Was habe ich dir getan das du das tust? Lass mich in ruhe bitte.'' schreit sie und fasst sich mit beiden Händen an den Kopf. Es scheint als würde sie sich bildlich alles vorstellen und traumatisiert davon zu sein.

„Rina Zemer schau mich an. Kshyrum Arberin. Ich bin es Auron." ich nehme ihre Hände in meine. „Auron." haucht sie nur und versucht ihren Atem zu kontrollieren. „Alles wird gut, ich bin da. Er wird dir nichts tun." sage ich sanft zu ihr und setze mich zu ihr.

Unerwartet schlingt sie ihre Arme um meinen Bauch und drückte mich so fest an ihr. Ich verspanne mich ein wenig doch erwidere ihre Umarmung. „Du bist gekommen Auron, du hast mich nicht aufgegeben" flüstert sie eher zu sich selber. Ich lege meine eine Hand an ihrem Kopf und die andere bewegt sich auf und ab an ihrem Rücken, damit sie sich beruhigt. Sie löst sich von unserer Umarmung und blickt in meine Augen, ihre Augen sehen so müde aus voller Erschöpfung, Schmerz und Angst. Ich werde jeden umbringen der es auch nur wagt ihr ein Haar zu krümmen. Ich werde mit meinem Leben auf sie aufpassen.

„Ich habe angst." flüstert sie zitternd „Ich weis Rina ich weis, aber ich bin da. Da für dich, du bist nicht mehr alleine und du wirst diese Personen nie wieder sehen Zemer. Er wird und darf dir nichts mehr antun. Niemand auf dieser Welt darf das, sonst wird er sich für deine Tränen gerade machen." antworte ich ihr ehrlich.
„Du hast mein Leben gerettet, ich danke dir wirklich." schnieft sie. Ich lege sie vorsichtig wieder zurück damit sie ein wenig Schlaf abbekommt und sich ausruhen kann.

Als ich auf den Arzt zu treffe erzähle ich ihm die Situation die gerade passiert ist. Er erklärt mir das sie wahrscheinlich ein Trauma davon hat weswegen sie mit Panikattacken zu tun haben wird, sie sollte möglichst wenig alleine bleiben. Sie darf heute nach Hause, denn ihr geht es schon etwas besser.
In solchen Situationen sollte man nicht vergessen seine Dankbarkeit zu zeigen.

Ich wollte Rina nicht aufwecken weshalb ich sie zum Auto trage, dort lege ich sie behutsam auf dem Beifahrersitz ab und schnalle sie an. Das Auto starte ich und machte ihr die Sitzheizung an, da ihr Körper etwas zittert von der Kälte. Ich rufe meine Familie an und gebe ihnen bescheid das es Rina gut geht und wir jetzt nach Hause kommen.

Meine Eltern sowie Geschwister lieben Rina ich weis nicht wie sie es geschafft hat, aber sie gehört nun vollkommen zur Familie. Meine Eltern liebten sie als wäre sie deren eigene Tochter und meine Geschwister sahen sie als deren Schwester.

Ich schaue nach links zu ihr und sah das sie friedlich schlief. Sie sieht süß aus beim schlafen, man würde gar nicht denken was für ein Biest dahinter steckt.

Gerade als ich das Tor auf mache, wacht Rina neben mir auf „Wo sind wir?" fragt sie verträumt, ich grinse und antworte ihr das wir Zuhause sind. Wir wollen aussteigen aber ich hielt sie auf. Ich gehe zu ihrer Tür und trage sie in Brautstyle hoch, sie schreit erschrocken auf. „Auron ich kann auch selber laufen, lass mich runter jetzt." fängt sie an zu diskutieren. Ich sag doch dieses Mädchen ist zum rum zicken nie zu müde.

Sie fängt an zu zappeln aber hört sofort auf weil ihr die Kraft fehlt. „Du siehst doch selber das du keine Kraft hast, also lass mich dir helfen Rina." sage ich zu ihr. „Mit dir zu diskutieren bringt nichts oder?" ich lache „Nein Zemer überhaupt nichts."


„Rina Qika jem!" ruft meine Mutter, als wir im Wohnzimmer ankommen stelle ich sie auch schließlich auf ihre Beine. Meine Mutter zieht sie in eine herzhafte Umarmung, was mir ein warmes Gefühl in meiner Brust gibt. Jeder ist glücklich das es ihr gut geht.

Wir sitzen alle zusammen im Wohnzimmer und redeten ein wenig. „Wenn es für euch passen würde, würde ich die Hochzeit weglassen, weil es jetzt zu riskant wäre eine Hochzeit zu feiern. Rina und ich könnten uns auch Islamisch verheiraten und wir essen als Familie was, wie sieht's aus?"
„Ich find die Idee nicht schlecht mein Sohn aber trotzdem sollten wir unsere Nuse erstmal fragen was sie davon hält?" antwortet mir mein Vater.

„Sosht Problem, wir können das gerne machen." aber an ihrer Haltung sehe ich das ihr etwas nicht gefiel, sie wirkt plötzlich so angespannt. „Rina mein Kind hast du heute etwas gegessen?" fragt Mami sie. „Nein ich hatte keine Zeit um zu essen Nan aber ich habe kein Appetit." antwortet sie meiner Mutter. Die Augen meiner Mutter glänzen, weil Rina sie zum ersten mal Nanë genannt hat.

„Du wirst jetzt was essen." mische ich mich ein. „Ich habe keinen Hunger Auron." protestiert sie dagegen, habe ich jemals erwähnt wie sehr ich es liebe wenn sie meinen Namen sagt? „Nein Rin du wirst was essen. Du hast auch nichts beim Frühstück gegessen." „Ich will aber nicht, du kannst nichts machen."

Ich stehe auf und werfe Rina wie ein Handtuch über meine Schultern. „Fordere mich niemals heraus Zemer." schmunzle ich, was die anderen lachen lässt. „Lass mich runter." schreit sie und zappelt herum. Wir kommen in der Küche an und sie schaut mich nur noch wütend an. „Ach komm sei jetzt nicht sauer." necke ich sie. „Ich jag dich bald." antwortet sie mir, was mich auflachen lässt.

Nachdem sie was gegessen hatte gehen wir ins Schlafzimmer, sie zieht sich um und ich gehe mich noch schnell duschen. Fertig geduscht und angezogen gehe ich ins Schlafzimmer und sehe wie Rina im Bett liegt. „Ich muss dir noch deine Salbe drauf machen und das Pflaster wechseln." merke ich an. „Ich bin viel zu müde dafür kannst du das nicht morgen machen?" redet sie fast im Halbschlaf. „Nein Rina mach dein Oberschenkel frei." sie tut das was ich sage was mich erstaunt zu ihr gucken lässt.

Ich setze mich zu ihr und schmierte ihr die salbe an die stelle wo sie genäht wurde. Sie zischt auf „Tut es sehr weh?" frage ich sie leise. Nein du idiot sie liebt dieses Gefühl „Nein es brennt nur ein bisschen." So wie am Oberschenkel tat ich das gleiche auch am Arm. Als ich fertig mit dem eincremen bin, räume ich die Sachen weg und lege mich zu ihr. Heute schläft sie mal ausnahmsweise mit mir auf dem Bett.

„Wieso bloß hast du nicht auf mich gehört als ich meinte das du nicht alleine raus sollst?" frage ich sie und drehe mich zu ihr auf die Seite. „Ich dachte das du nur übertreiben würdest und das mir bei einen kleinen Spaziergang nichts passieren würde. Ich hätte es ernster nehmen müssen, ich weis. Und es tut mir auch wirklich leid, das musst du mir glauben Auron." gibt sie leise von sich. „Ich hätte nicht gewusst was ich gemacht hätte wäre dir irgendwas zugestoßen." flüstere ich.

„Ich werde auf dich Acht geben das war eine Lektion für uns beide Rina. Lern daraus denn ich habe es getan." ich bücke mich zu ihr rüber und gebe ihr einen Stirnkuss. Sie denkt ich merke nicht wie sie diese Stirnküsse liebt und genießt, jedes mal wenn ich es tue schließen sich ihre Augen.

Sie schläft ein aber ich konnte die ganze Zeit nicht schlafen. Das Gefühl bedrückt mich, nicht zu wissen was genau ich für Rina fühle. Sie war von Anfang an ein Mittel zum Zweck für mich, doch mittlerweile frage ich mich ob dieser Zweck noch relativ wichtig für mich ist?

Was hast du mit mir gemacht du reine Seele?

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Fati JetesWo Geschichten leben. Entdecke jetzt