0:30

1K 83 8
                                    

.. drei Stunden später ..

< Eddie P.o.V. >

"Clarke, wenn du das hier abhörst, ruf mich bitte sofort zurück! Ich mach mir fürchterliche Sorgen!"

Ich stützte meinen Kopf auf beide Handflächen und legte das Telefon auf den Tisch.

Sie wollte vor mehr als zwei Stunden hier sein! Da stimmte doch irgendwas nicht..

Langsam stand ich auf und ging in mein Arbeitszimmer. Ich schaltete einen der Bildschirme meines Computers ein und starrte darauf.

Es wurden keine neuen größeren Verbrechen angezeigt. Das beruhigte mich ein kleines bisschen, dennoch wusste ich immer noch nicht, wo Clarke war und, viel wichtiger, ob es ihr gut ging!

< Clarke P.o.V. >

"Was soll dieses Spielchen?"
"Das kommt dir alles ziemlich bekannt vor, hm? Weißt du, ich werde diesen Ort nie vergessen"

Ich öffnete langsam meine Augen und sah durch den Raum. Überall standen Ölfässer. Ich saß, gefesselt an einen Stuhl, in der Mitte des Raums. Die Stimmen kamen aus einem Raum nicht weit von hier.
Ich konnte jedoch niemanden sehen.

"Schon witzig, wie schnell sich das Blatt wenden kann"
"Du weißt genau, dass du damit nicht durchkommst. Du wirst das hier bitter bereuen"
"Na, das will ich sehen. Also im Moment sitzt du hier gefesselt und wartest auf deinen Tod - nicht ich"
"Als ob du mich so einfach töten könntest"
"Ich entscheide das nicht selber. Vielleicht will der Zufall ja, dass du lebend hier raus kommst, aber das bezweifle ich. Du hast es verdient, genau hier zu sterben. Dort, wo du mir meine Familie genommen hast!"
Der letzte Teil des Satzes wurde gebrüllt.

Eine der beiden Stimmen erkannte ich sofort. Es war wahrscheinlich Jack, aber die zweite Stimme kannte ich nicht. Sie kam mir ein wenig bekannt vor, doch ich konnte damit nichts anfangen.

"Genieß noch deine letzten Minuten. Vielleicht ist deine Begleitung ja schon wach. Dann kannst du noch ein paar Minuten mit ihr erzählen"
"Begleitung?"
"Ist doch schön, wenn man der Person, die einem nahe steht, sagen muss, dass alles gut wird - auch wenn das nicht stimmt, hm?"
"Harvey, sie hat damit nichts zu tun!"
"Achja? Naja, Pech"
"Was soll das ganze?! Lass doch wenigstens sie gehen!"
"Gehen werde hier nur ich, und zwar jetzt. Weißt du, ich tue damit nicht nur mir, sondern auch Gotham einen Gefallen"
"Du kleine miese Drecksau!", brüllte Jack.
Kurz danach hörte ich eine Tür weiter unten ins Schloss fallen.

"Clarke? Kannst du mich hören? Wo bist du?", rief er laut.
"Jack?"
"Du bist wach, das ist gut. Naja, das hier ist nicht gut, aber du weißt, wie ich das meine"
"Wieso sind wir hier?"
"Dent hat uns hier her bringen lassen. Er will uns in die Luft jagen"
"Was?!"
"Beruhig dich"
"Beruhigen?! Ich hab gerade eben erfahren, dass ich in.." Ich drehte mich kurz zur Seite, wo ein Timer stand. ".. drei Minuten dreißig draufgehe!"
"Uns wird schon jemand helfen, irgendwie"
"Wie denn bitte? Weiß denn überhaupt jemand, dass wir hier sind? Du brauchst nicht versuchen, mir einzureden, dass alles gut wird! Gar nichts wird gut!"
"Beruhig dich, verdammt!"
Ich legte den Kopf in den Nacken und schloss kurz die Augen.

Super, das ist also die Art, wie ich sterben werde. Ich dachte immer, ich würde durch einen Kopfschuss sterben oder später vielleicht an Altersschwäche, aber an sowas hab ich nie wirklich gedacht.

"Es tut mir leid", sagte Jack.
"Es tut dir leid?"
"Du stirbst hier wegen mir"
"Wieso? Weil ich dir nahe stehe? Es hätte jeden treffen können"
"Nein, hätte es nicht! Es ist alles meine Schuld!"
"Hör auf mit den Schuldzuweisungen. Lass uns lieber einen Weg hier raus finden!"

2:23

"Es gibt hier keinen Weg raus"
"Es gibt immer einen Weg. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg"

Ich versuchte, mit dem Stuhl zu einer Wand zu rücken. Das war jedoch gar nicht so einfach.

2:05

"Das wird nichts"
"Ich werde jetzt sicher nicht aufgeben, und du auch nicht!", sagte ich.

"Was willst du denn erreichen? Denkst du, du könntest irgendwie mit dem Stuhl die Treppe runter?"
"Bessere Idee?"

1:50

"Sieh der Tatsache doch einfach ins Gesicht. Wir sterben hier. Du hast vielleicht Glück und Batman oder Robin retten dich. Mich werden die hier eh nicht raus holen", sagte er und lachte ein bisschen.

"Du willst Harvey also einfach gewinnen lassen?"
"Nein"
"Dann hör jetzt auf zu diskutieren und versuche, hier raus zu kommen!"

1:30

Ich kam mit dem Stuhl bis fast zur Tür. Es fehlten nur noch vier Meter. Nach und nach fand ich die Idee auch nicht mehr sehr gut. Jack hatte recht. Wie sollte ich die Treppe runter kommen?

1:20

Ich lehnte mich zurück und gab auf. Es brachte eh nichts. Ich schloss meine Augen und atmete tief durch. Was machte man denn so in der letzten Minute des Lebens?

Ich dachte an all die schönen Erlebnisse. Fast alle hatte ich mit Eddie erlebt. Ich war die ganze Zeit über den Tränen nah.

Ich konnte sie zwar eine Zeit lang zurück halten, doch als ich daran dachte, wie wir zwei auf dem Jahrmarkt waren, unser erster Kuss, liefen mir ein paar Tränen die Wangen hinunter.

0:30

Whatever doesn't kill you simply makes you strangerWo Geschichten leben. Entdecke jetzt