16. Kapitel

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  • Gewidmet Vali ;* Laura ;) Vici :)

Die Uhr blieb bei...

55,59 Sekunden stehen! Langsam wurde mir bewusst was das hies. Ich hatte versagt. Entäuschung schien meinen Körper nieder zu pressen und ich musste mich zusammennehmen um nicht zu heulen. Das durfte nicht war sein! Warum? Womit haben wir das verdient? Ich straffte nochmal die Schultern, verabschiedete mich von den Richtern und ritt mit hängenden Schultern aus der Arena. Ich würde alles verlieren. Alles... Meine Mam, Mely und Leon standen draußen vor dem Tor und lächelten mich etwas gezwungen an. Es war als würde eine eisige Hand mein Herz umklammern als ich sie sah. Langsam glitt ich aus dem Sattel und senkte meinen Blick. "Es...es tut mir so Leid. Ich habe versagt.." Da rollten die ersten Tränen über meine Wangen. Wart ihr schonmal so richtig enttäuscht und hattet das Gefühl versagt zu haben? Habt ihr euch mies und dreckig gefühlt und zu nichts zu gebrauchen? Habt ihr gewusst, dass sich jetzt alles ändern würde und das einem von einer Minute auf die andere alle Lebensgeister entzogen wurden? Hattet ihr schon mal dieses Gefühl? Nein? Dann wünscht euch, dass ihr es nie haben werdet. Die Tränen kullerten unaufhaltbar über meine Wangen und Mam kam auf mich zu und nahm mich in den Arm. "Schatz, du hast alles versucht und hast dein bestes gegeben. Du hast für uns gekämpft. Aber man kann leider nicht alle Schlachten gewinnen. Und manchmal ist das Schicksal unerbittlich und schlägt hart zu. So war es leider in diesem Fall..." Das Schicksal ist ein mieser Verräter.... zum ersten mal in meinem Leben konnte ich nachvollziehen was sie damit meinten. Mely kam zu uns und streichelte mir über die Haare. "Mach dir keine Vorwürfe. Ohne dich hätten wir noch nicht mal eine Chance gehabt. Und ich finde du bist viel besser geritten als diese blonde Tusse auf ihrem Angeber-Pferd!" Auch Leon kam zu uns herüber. Er sagt nichts sondern nahm nur meine Hand und streichelte langsam mit dem Daumen darüber. Ich wusste sie versuchten alles um mich zu trösten, doch in diesem Moment stürzte meine ganze Welt zusammen. Als ich keine Tränen mehr hatte drehte ich mich zu Wotan um, der die ganze Zeit brav neben uns stehen geblieben war. "Geht schon mal zum Restaurant, ich versorge noch schnell Woti und komme dann nach." "Aber Sam...", sagte Mely noch doch ich wollte allein sein. "Bitte geht." Sie hatten verstanden und verschwanden mit hängenden Schultern Richtung Buffett. Langsam führte ich Woti zum Hänger doch unterwegs lief mir wieder Vali über den Weg. Erschrocken sah sie mir ins Gesicht. "Sam was ist los?" Irgenwie wollte ich alles loswerden und erzählte Vali einfach alles. Ich kannte sie erst seid ein-zwei Stunden doch ich wusste, dass ich ihr vertrauen konnte. Als ich fertig war schloss sie mich in ihre Arme. "Es tut mir so Leid! Kann ich irgenwas für dich tun?" Ich schmiegte mich an sie. Vali hatte es geschafft, dass ich sie innerhalb von zwei Stunden schon in mein Herz geschlossen hatte. "Nein, niemand kann jetzt mehr etwas tun. Jetzt ist die Entscheidung gefallen..." Vali drückte mich noch fester an sich. Dann lies sie mich plötzlich los. Sie fummelte an ihrem Hals herum und hielt mir schließlich eine wunderschöne Kette hin. In der Mitte pragte ein weißer Edelstein und er hing an einem Faden aus Naturfasern. "Hier die schenk ich dir. Meine Mum hat sie mir mal als Glücksbringer gegeben. Aber ich habe eigentlich immer Glück. Ich wurde wahrscheinlich schon unter einem Glücksstern geboren. Aber in deinem Leben war so viel was nicht sein sollte und du brauchst sie dringender als ich. Hier nimm sie." Sie streckte ihre Hand aus und wollte mir die Kette geben. "Ab..Aber das geht doch nicht! Du kannst sie mir nicht einfach schenken sie ist viel zu schön!" Vali lächelte nur. "Nimm sie. Bitte!" Sie nahm die Kette ging hinter mich und legte sie mir um den Hals. Gerührt berührte ich den Edelstein und spürte die Wärme die von ihm ausging. Ich nahm Vali in die Arme und flüsterte ihr ein leises ,,Danke" zu. Plötzlich hörte ich ein räuspern hinter uns. Erschrocken sprangen wir auseinander und sahen die Tunierleitung und die Richter vor uns stehen. Schockiert sahen wir uns an. Hatten wir etwas falsch gemacht? Ein Mann mit grauem Haar begann zu sprechen:"Sind Sie Frau Samara Chana?" Zögernd antwortete ich ihm:" Ja das bin ich. Was kann ich für sie tun?" "Wir habe gerade eine Doppingkontrolle bei dem Pferd ihrer Konkurrentin, Leonie Welar, gemacht." "Die Blonde?", rutschte es mir raus. Beschähmt senkte ich den Kopf. "Ja genau die. Und wir haben herausgefunden, dass ihr Pferd unter Doppingmitteln stand." Ich verstand nur Bahnhof. "Das heißt?", fragte ich verwirrt. "Das heißt, dass ihr der erste Platz abgesprochen wird und ihnen zusteht. Herzlichen Glückwunsch, Miss Chana sie haben gewonnen! Kommen sie..." Weiter kam er nicht, weil ich und Vali ihm gleichzeitig um den Hals fielen.

Wotan ✔Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt