7. Kapitel

304 41 16

Ich starrte sie ungläubig an.

"Ge..geschlossen?! Aber das ist doch unser Zuhause! Wo sollen wir dann hin?" Meine Augen brannten und mein Herz pochte heftig gegen meine Brust. Plötzlich kam mir ein schrecklicher Gedanke :"Was...was wird dann aus Wotan?"

Meine Mama schaute mich traurig an. "Sam es...es tut mir so Leid."

Ich hielt es nicht mehr aus. Verzweifelt stürmte ich ihn mein Zimmer und warf mich aufs Bett. Da konnte ich die Tränen nicht mehr halten. Unkontrolliert strömten sie über mein Gesicht und hinterließen Rötungen auf meinen Wangen. Zwei Pferde in nicht mal 2 Monaten zu verlieren ist unerträglich. Ich heulte Rotz und Wasser...bis ich von unten ein Wiehern hörte. Ich blickte aus dem Fenster und meine Augen trafen sich mit denen von Woti. Treu blickte er mich an und fragte sich wohl was los ist. Mich konnte nichts mehr halten und ich stürmte die Treppe hinunter. Völlig außer Atem kam ich bei seiner Koppel an und strich ihm sanft über die Stirn. Er schmiegte seinen Kopf und meinen Körper und ich streichelte ihn sanft. Als ich meine Hände austreckte um ihn zu umarmen, hob er sanft seinen Kopf über meine Schulter, sodass ich meine Arme um ihn legen konnte. Es war wie immer ein herrliches Gefühl. Aber in diesem Moment überkam mich einfach nur überdimensional große Trauer. Ich hatte so gut wie alles verloren was mir wichtig war! Der Tod meines Vaters vor vielen Jahren war schon das erste Messer, das in mein Herz gestochen wurde. Jetzt auch noch Amigo. Die zweite scharfe Klinge. Und jetzt sollte ich auch noch Woti und mein Zuhause verlieren?! Der Schmerz war zu groß! Ich fing hemmungslos an zu heulen.

Als ich nach einer Weile keine Tränen mehr hatte begann ich nachzudenken. Was sollte dann aus Wotan werden? Auf diese Frage wollte ich eigentlich keine Antwort... Was sollte aus mir und Mam werden? Wir werden wahrscheinlich auf der Straße leben und betteln müssen. Genauso wie alle anderen Bewohner des Armenhauses. Mely und Leon werden es auch nicht besser haben. Wahrscheinlich werden wir alle unter einer Plane schlafen und uns im Winter in Decken Hüllen die uns Kaufhäuser oder mitleidige Menschen schenken werden. Dieser Gedanke fühlte sich schrecklich an. Aber am meisten belastete mich das was wahrscheinlich mit Wotan passieren würde. Und wieder rollten die Tränen. Wotan blies mir mit seinem warmen Atem über den Rücken und ich schmiegte mein Gesicht in seine Mähne. Wie gut es tat ihn zu riechen und zu fühlen. Das ist das schönste Gefühl der Welt...

Als ich um ca. 12:00 Uhr wieder ins Haus kam, war Mam gerade nicht da. Ich beschloss mich aufs Ohr zu hauen und ein Nickerchen zu machen. Ich fiel in unruhige Träume...

Ich stand auf einer Wiese auf der viele Blumen wuchsen. Es war wahrscheinlich eine Lichtung im Wald denn um mich herum standen Fichten, Buchen und andere Bäume. Da sah ich einen Schatten am Waldrand. Er ging zielstrebig auf mich zu. Als er aus dem Wald hervor trat dachte ich ich wäre verrückt geworden. Ich sah meinen Vater. Mir rollten Tränen der Freude über die Wangen als er die Arme ausstreckte und auf mich zu rannte. Ich rannte ihm völlig überwältigt entgegen und ließ mich in seine Arme fallen. Ich konnte in spüren und sehen. Überglücklich schmiegte ich mich an ihn und spürte wie seine sanften großen Hände durch meine Haare fuhren. Er drückte mich an sich. Dann hielt er mich an den Schultern und streckte mich ein Stück von sich weg. Erfreut musterte er mich. "Du bist genauso schön wie deine Mutter! Ach meine Kleine!" Gerührt rollte mir eine Träne über die Wange. Er wischte sie sachte mit seiner Hand weg. Da konnte ich mich nicht mehr beherrschen und erzählte ihm alles was in meinem Leben nach seinem Tod vorgefallen war. Ich erzählte ihm von der großen Trauer, ihn verloren zu haben, von Amigo, vom Armenhaus, von Meli und Leon, von Amigos Tod, von meinem Traum und Wotan und letztendlich von der Pleite des Armenhauses und meiner Besorgnis über Wotans Schicksal. Er hörte sich alles geduldig an und streichelte zwischen durch immer wieder meine Haare. Dann sagte er zu meiner Überraschung: "Schatz, das weiß ich schon alles. Und das mit den Träumen das ist so eine Sache. Wenn es Menschen jetzt ganz schlecht geht dann kommen manchmal Verstorbene aus ihrem früheren Leben und versuchen ihnen zu helfen. Das ist nicht bei allen Menschen so aber bei vielen. Und ich bin aus dem selben Grund hier. Ich will das du für das Armenhaus kämpst, und es rettest."  " Aber wie, Dad, wie soll ich das machen?! Ich würde so gerne aber ich weiß nicht wie!" Geduldig gab er mir die Antwort:" Ich werde dir ein Zeichen senden, und wenn du es beachtest wirst du das Armenhaus retten können. Und jetzt Sam müssen wir uns leider von einander verabschieden." Schon wieder rollten mir Tränen über die Wangen. "Werden wir uns wiedersehen, Dad?" " Ja, in einer anderen Zeit an einem anderen Ort.", er drückte mich an sich und flüsterte in mein Ohr;" Ich hab dich und deine Mama ganz doll lieb. Ich liebe euch und werde jeden einzelnen Tag an euch denken. Und irgendwann werden wir uns wiedersehen. Das versprech ich dir!" " Ich hab dich auch lieb Dad!" Ich drückte ihn noch ein letztes Mal an mich und dann war er verschwunden.

Ich wachte in meinem Bett auf und richtete mich verwirrt auf. Dann bemerkte ich das ich Hunger hatte und ging hinunter in die Küche. Es war schon der nächste Tag. Ich musste die ganzen Nachmittag und die Nacht verschlafen haben. Als ich in der Küche ankam lag auf dem Küchentisch ein Brief. Ich riss den Umschlag auf und mir stach ein einziger Satz sofort ins Auge:

Einladung zum großen Springtunier mit hoher Geldsumme für den Gewinner!

 

So Leute, dass wars für dieses Kapitel. Würde mich über Sterne freuen! BITTE SCHREIBT MIR IN DIE KOMMENTARE WIE EUCH DIESES KAPITEL GEFALLEN HAT!!! WENN ES VIELEN GEFALLEN HAT SCHREIBE ICH VLT NOCH EIN PFERDE BUCH! ES KOMMT AUF EUCH AN!! ALSO SCHREIBT MIR KOMMENTARE WIE ES EUCH GEFALLEN HAT!!!

glg und hab euch lieb! horsi :)

Wotan ✔Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt