Wotan♡

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Die nächste Tage verbrachte ich nur im Bett. Durch den Fluss hatte ich mir eine schlimme Lungenentzündung eingefangen. Ich aß nichts mehr und wurde immer dünner. Das lag zum Teil an dem Schmerz der Lungenentzündung, aber auch an Amigos Tod. Seid 3 Wochen lebte ich schon ohne ihn. Aber ich konnte ihn nicht vergessen. Amigo warum musstest du schon gehen? Meine Wangen waren jetzt meistens rund um die Uhr rot, vom vielen weinen. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Da klopfte Mama an meine Tür. "Sam ich habe Zuchinisuppe gemacht." Voller Hoffnung hielt sie mir den Teller hin. Sie tat mir Leid. Seit Wochen kümmerte sie sich liebevoll um mich, aber ich sah wie sehr es sie belastete, dass ich mich so aufgab. Hoffnungsvoll sah sie mich an. Ich sah die Tränen in ihren Augen die sie geweint hatte. Da gab ich mir einen Ruck und nickte. Sie strahlte mit der Sonne um die Wette. Noch ganz ungläubig stellte sie mir die Suppe aufs Bett und gab mir einen Löfel. Langsam fing ich an sie zu essen unf schaffte es alles auf zu essen. Mama kam aus dem Strahlen gar nicht mehr raus. Erfreut drückte sie mich und schlich aus dem Zimmer. Ich ließ mich auf das Kissen fallen und versuchte zu schlafen. Aber immer wieder sah ich Amigo vor mir. Ich sah, wie er litt und sich quälte. Ich wälzte mich wieder herum und sah das gleiche Bild. Endlich schaffte ich es in einen unruhigen Schlaf zu fallen....

Da war eine große weite Ebene. Überall wuchs Gras viele Blumen blühten. Auf einmal verdunkelte sich der Wolkenlose Himmel. Leicht verunsichert sah ich mich um. Da kam ein Pferd auf mich zu.

Amigo!

Er ging langsam auf mich zu und schmiegte sich an mich. Ich konnte seine Wärme und sein Fell spüren. Ich drückte ihn überglücklich an mich. Da hörte ich eine Stimme:" Sam...du darfst wegen mir dich nicht aufgeben! Du musst wieder leben!" Mich wunderte eigentlich nicht, dass Amigo sprach. Ich antwortete ihm:" Aber wie soll ich ohne dich leben? Du bist ein Teil meines Lebens, der brutal herausgerissen wurde."

"Ich werde dir jemanden schicken der meinen Teil ersetzen soll. Sei gut zu ihm er war mein bester Freund!" Verwirrt rief ich:" Aber ich will nicht, dass du ersetzt wirst! Ich will dich nicht vergessen! Niemals! Amigo, ich liebe dich!" Amigo sagte zärtlich:"Du sollst mich auch nicht vergessen! Ich werde dich immer lieben und nie vergessen! Sam ich muss jetzt gehen." Da kullerten mir die Tränen über die Wangen. Schluchzend fragte ich:" Werde ich dich je wieder sehen?" Er antwortete mir:" Ja. Wir werden uns wiedersehen. Aber nicht hier und nicht jetzt. Ich liebe dich, ich werde niemals damit aufhören." Nach diesen Worten schmiegte er sich noch ein letztes mal an mich. Ich drückte ihn an mich und streichelte ihn. "Amigo..."  Ich klammerte mich an in. "Bitte lass mich nicht allein!"  Amigo sagte zärtlich:" Wotan wird dir helfen. Er wird dir die Liebe geben die du brauchst. Vergiss nicht, ich werde immer bei dir sein. Ich liebe dich. Ich werde immer da sein. Du wirst niemals allein sein! Niemals!" Mit diesen Worten löste er sich von mir und galoppierte  mit wehender Mähne zum inzwischen aufgegangenen Mond.  Dort drehte er sich ein letztes Mal um und sah mich liebevoll an. Dann bäumte er sich auf und wieherte. Ich rief ihm zu:" Ich liebe dich!"  Er wieherte nochmal und galoppierte dann hinter den Hügel und verschwand. Ich fing an zu schluchzen. Da tauchte ein wunderschönes Pferd vor mir auf. Es hatte eine lange und cremefarbene Mähne und kastanienbraunes Fell. Außerdem hatte er eine weiße Blesse. Er sah mich liebevoll an und legte seinen Kopf in meine Hände. Ich streichelte ihm über den Kopf und lächelte das erste Mal seid Monaten wieder.

In diesem Moment wachte ich auf. War das alles nur ein Traum? Es hatte sich so echt angefühlt. Benommen sah ich mich in meinem Zimmer um. Alles war wie immer. Das Bett, der Schreibtisch und die Bilder von Amigo...ich konnte sie einfach nicht abnehmen.

Gedankenverloren starrte ich die Bilder an. "Sam wir müssen dir was zeigen!", hörte ich Mely hinter meinem Fenster rufen. "Jetzt nicht!" "Komm schon, BITTE!" Seufzend stand ich auf und öffnete das Fenster. Dann schaute ich hinaus...und wäre dabei fast aus dem Fenster gekippt. Als hätte es meinen Blick gespürt schaute mich ein Pferd mit kastanienbraunem Fell, cremefarbener Mähne und mit einer weißen Blesse aus dunklen, liebevollen Augen an...

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