3. Kapitel

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Als ich aufwachte wurde mir erst nach wenigen Augenblicken bewusst was passiert war. Gestern hatte ich den ganzen Tag durchgeschlafen. Würde ich jetzt auch gerne wieder machen. Dicke Tränen kullerten über mein Gesicht. Amigo, warum nur? Ich vergrub mich wieder in meinem Bett und trauerte. Draußen hörte ich Fioro und Skywalker über die Straße reiten. Als ich einen Blick hinaus warf, sah ich dass sie eine Kutsche zogen, auf der zwei Schaufeln lagen. Ach ja...Amigos Grab. Ich wollte helfen aber ich...ich konnte einfach nicht. Der Schmerz war noch zu groß. Ich hatte meinen besten Freund verloren. Warum?! Warum?! Warum hat das Pech nicht mich erwischt. Es wäre für moch wrniger schmerzvoll gewesen als das hier... Da hörte ich ein Klopfen an meiner Tür. "Was ist?", fragte ich und ich schämte mich etwas dafür, dass meine Stimme so verheult war. Vor zwei Tagen war noch alles perfekt gewesen. Ich bin mit Amigo ausgeritten, mit ihm galoppiert und mit ihm geschmust. Da hörte ich die Stimme von meiner Mama auf der anderen Seite der Tür:" Sam? Es gibt Mittagessen!" Ich sollte essen?! In dieser Situation?! Niemals! "Hab keinen Hunger." Besorgt steckte Mama den Kopf durch die Tür und sah mich besorgt an. "Schatz, du musst was essen!" Ihre Stimme klang ehrlich besorgt aber.... ich konnte einfach nicht. Ich schüttelte nur stumm den Kopf. Mam verstand und ließ mich in Ruhe. Ich versank wieder in Erinnerungen.

Was mir bleibt ist allein die Erinnerung

Mely:

Gedankenverloren fuhren Jonas und ich mit der Kutsche zu Amigo's letzter Ruhestäte. Was gestern passiert war, hat sich wie ein Brandzeichen ins Herz von uns allen geschweißt. Wir wissen das wir es nicht rückgängig machen können aber wir wissen auch, dass die Zeit alle Wunden heilt. Ich weiß, dass Sam Amigo nie vergessen wird aber ich hoffe, dass sie trotzdem wieder Freude am Leben findet. Wie wäre mein Leben wenn Fioro plötzlich nicht mehr da wäre? Kalt und grau.

Leon:

Gedankenverloren fuhr ich die Kutsche. Sam tat mir echt voll Leid. Sie war immer so süß aber gestern hat sie einfach nur traurig ausgesehen. Da rüttelte Mely an meiner Schulter. "Hey wir sind da Leon! Bieg rechts ab!" Gerade noch rechtzeitig erwischte ich die Abzweigung und wie kamen an dem Platz an dsn wir für Amigo's letzte Ruhestäte vorgesehen hatten. Voller Tatendrang schnappte ich mir eine Schaufel und begann mit gemischten Gefühlen zu graben. Einerseits wiederstrebte es mir Amigo's Körper in diese Grube zu werfen, andererseits ist das das letzte und beste was wir für ihn und Sam tun können. Sam... sie ist wunderschön. Ihre Honigblonden Haare fließen über ihre Schultern wie flüssiges Gold. Das blau ihrer Augen strahlte so intensiv, dass man am liebsten darin versinken und nie wieder auftauchen wolle. Ihre Augen strahlten immer Entschlossenheit und Lebensfreude aus. Aber gestern war dieser Ausdruck aus ihren Augen verschwunden. Stattdessen hatte sich Trauer und Leid darin ausbereitet. Dieser Ausdruck fraß sich in mein Herz und zerteilte es in zwei Stücke. Mittlerweile war das Loch tief genug und ich hörte auf zu graben. Wortlos stiegen wir auf die Kutsche und fuhren zurück.

Sam:

Ich weiß nicht wie lange ich geschlafen habe. Als ich wieder aufwachte war ich nass geschwitzt und verweint. Ich hatte von Amigo geträumt. Als ich aufsah merkte ich, dass es wohl mitten in der Nacht sein musste, denn hinter meinem Fenster war es stockdunkel. Leise schlich ich mich hinaus und lief in den Wald. Ich weiß nicht warum aber ich glaube ich wollte einfach weg. Aber vor meinen Tränen konnte ich nicht wegrennen. Sie liefen ungehindert über meine Wangen und ich konnte sie nicht vertreiben. Ich lief immer weiter. Da kam ich am Fluss an. Vor 1 Woche bin ich hier noch mit Amigo geritten. Und schon liefen die Tränen wieder. Ich sank ins Gestrüpp und begann hemmungslos zu heulen.

Als ich wieder aufstand wusste ich nicht wie lange ich geweint hatte. Aber es dämmerte schon und ich schätzte, dass es zirka 5 Uhr war. Langsam ging ich zum Fluss und kühlte meine Füße. Sie waren voller Schrammen und schmerzten furchtbar. Ich verzog das Gesicht ließ meine Beine aber im Wasser. Kurze Zeit später stieg ich ganz rein und kalte Wellen schwappten an mir hoch. Es fühlte sich so an als ob meine Lungen zusammengepresst würden. Ich tauchte unter und spürte das kalte Wasser überall um mich herum. Die Schmerzen hörten nicht auf, aber ich wollte nicht aus dem Wasser. Der Schmerz tat gut.  Er lenkte mich von meinen trüben Gedanken ab. Das kalte Wasser schien jetzt eisig. Ich hatte Mühe zu atmen und es wurde mir zu viel.

Mit meinen letzten Kräften schleppte ich mich an Land und legte mich ans Ufer. Mein Atem ging stoß weiße und mein Herz hämmerte so stark dass es weh tat. Langsam stand ich auf und ging langsam nach Hause.

Als ich Zuhause ankam, war es bereits Später Vormittag. Meine Mama stand schon besorgt in der Tür. Als sie mich sah holte sie sofort eine Decke aus dem Haus und hüllte mich darin ein. Mir war das alles ziemlich egal. Seid Amigo tot war ließ ich alles einfach an mir vorbei ziehen. Amigo...

Wotan ✔Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt