Kapitel 14 - Sometimes, life isn't easy

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-------------------- Logan's Sicht --------------------

Entspannt und voller Vorfreude saß ich in dem Restaurant, in welchem ich mich mit Jenni und ihrer Mutter verabredet hatte. Jenni wusste natürlich nichts davon, das würde die Überraschung noch wesentlich steigern und die Freude auch. Es war mir schwer gefallen, ihr nicht zu erzählen, dass wir nach Deutschland kamen, doch irgendwie hatte ich es geschafft. Wir hatten hier nur einen kleinen Wochenendaufenthalt, nichts großes also. Und nun saß ich hier, in diesem etwas teuren Restaurant, mit schwarzer Hose, weißem Shirt und schwarzem Blazer, wie ein reicher Gentlemen. Ich wusste nicht, ob mir das stand, doch ich hielt es für angemessen. Alles hier war teuer, dann sollte ich auch nicht aussehen wie von einem Dorf.

Ich wartete, sogar sehr lang. Ich sah auf die Uhr. Eigentlich hätten sie schon vor einer Stunde hier sein müssen. Seltsam. Hatte Jenni's Mutter das etwa vergessen? Nein, das glaubte ich nicht. Es war zu wichtig um es zu vergessen. Vielleicht standen sie ja nur im Stau.

Zufällig konnte ich hören, wie sich zwei Mädchen - etwa um die 17, 18 Jahre - über einen Unfall unterhielten. Ich stand auf, ging rüber und fragte nach. "Hey, ich hab zufällig euer Gespräch gehört und" - "Bist du nicht von Big Time Rush?!", unterbrach mich die Eine der beiden plötzlich aufgeregt. Ich nickte. "Kann ich ein Autogramm haben? Und ein Foto?", fragte sie und ich willigte ein. Ich unterschrieb auf einer Serviette, dann machten wir noch ein Foto mit ihrem Handy. "Also, was ist passiert?", fragte ich schließlich noch einmal und sah sie ernst an. Auch ihr Gesichtsausdruck wurde ziemlich ernst. "Es gab hier vor etwa einer Stunde einen Autounfall, auf der Autobahn nicht weit von hier. Ein Geisterfahrer ist in die falsche Richtung gefahren und direkt in ein anderes Auto geknallt, mehr weiß ich nicht." Ich lächelte, bedankte mich und setzte mich wieder auf meinen Platz. Mir wurde auf einmal total flau im Magen. Was, wenn das ausgerechnet Jenni und ihre Mutter waren, die von diesem Verrückten gerammt wurden? Oder in den der Verrückte genau reingefahren ist.. aber nein, das konnte nicht sein. Durch den Unfall war bestimmt alles gesperrt und sie kamen nicht durch, das würde es sein.

Nach ein paar weiteren Minuten des Wartens, die mir wie qualvolle Stunden vorkamen, klingelte mein Handy. Mein Herz schlug höher, vielleicht war das Jenni. Die Freude verschwand sofort wieder, denn es war eine amerikanische Nummer. Wer konnte das sein? Zögernd nahm ich ab. "Hallo?" - "Logan, hier ist Jenni's Vater." Ich wurde etwas nervös. Was wollte Jenni's Vater denn jetzt? Und nebenbei.. er klang nicht gerade fröhlich. "Ich weiß du bist gerade in Deutschland. Fahr bitte so schnell du kannst ins Krankenhaus bei Berlin! Jenni und ihre Mutter hatten einen Autounfall und ich kann so schnell nicht vor Ort sein. Ich springe sofort in den nächsten Flieger und bin morgen da! Danke, ich weiß auf dich ist Verlass.", damit legte er hektisch auf. Mein Atem stockte, mein Magen schien sich umzudrehen. Ich saß da wie gelähmt, ich fühlte mich, als hätte mich gerade ein Blitz getroffen. Dieser Unfall.. das waren doch Jenni und ihre Mutter! Ich konnte mir das nicht vorstellen. Sollten die beiden jetzt wirklich im Krankenhaus liegen?

Als ich wieder halbwegs zu mir gefunden hatte, sprintete ich aus dem Restaurant und sprang in mein Auto. Ich ließ es an und fuhr hektisch los. Ich konnte es nicht glauben. Sie verwechselten da bestimmt jemanden. Genau, das würde es sein.

Am Krankenhaus angekommen, parkte ich schnell, dann rannte ich fast schon rein. Beinahe panisch suchte ich die Unfallstation, eine Krankenschwester sagte mir schließlich den Weg. Es war niemand da, weit und breit. Also setzte ich mich auf einen Stuhl und wartete wieder.

Diese Warterei war einfach unerträglich, diese Unwissenheit dazu noch mehr. Ich hoffte weiterhin inständig, dass es nicht Jenni war. Vielleicht einfach eine Verwechslung, konnte ja gut sein. Dann öffnete sich kurz eine Tür, ich sah einen Arzt. Sofort sprang ich auf und lief auf ihn zu. "Entschuldigung", sagte ich kurz, dann sah er mich an. "Haben sie eine Jenni Dawson hier?" Ich sprach die Worte langsam aus, ich zitterte schon ein wenig, weil ich so aufgeregt war. "Ja, sie wird gerade notoperiert." Notoperiert? Diese Aussage verpasste mir fast schon einen Schlag ins Gesicht. Die nächsten Worte, die ich sagte, bohrten sich tief in mein Herz. Es schmerzte, soetwas auszusprechen. "Wird sie durchkommen?" - "Ich weiß es nicht, aber bis jetzt sieht es so aus." Das war zwar eine gute Aussage, aber auf die ganzen Schlechten war es nur wie ein Tropfen Wasser auf einen heißen Stein - so gut wie nichts. Dennoch würde sie überleben. Ich hätte nie gedacht, dass ich mir so früh schon darüber Gedanken machen müsste. "Danke", sagte ich noch kurz und setzte mich zurück. Aber ich hatte mich noch immer nicht vergewissert ob es wirklich Jenni war. Vielleicht war sie es ja gar nicht? Das war die letzte Hoffnung, an der ich mich verzweifelt festklammerte.

Live your life like it's a vacation [BTR-FF]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt