Kapitel 15 - It's hard to stay strong

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Als wir uns endlich voneinander gelöst hatten, blickten wir uns wieder tief in die Augen. Ich liebte die Tiefe und Unendlichkeit seiner Augen, ich verlor mich immer wieder darin. Und sie sprühten nur so vor Glück, ich wusste nicht einmal, wieso. Und um ihn zu fragen hatte ich noch nicht genügend Kraft. Langsam ließ er mich zurück ins Bett sinken, dabei drückte er seine Hand in meine rechte Seite. Es fühlte sich an als rammte er mir einen Dolch zwischen die Rippen, schmerzverzerrt verzog ich das Gesicht. Etwas erschrocken zog er seine Hand weg und legte mich vorsichtig hin. „Hatte ich ganz vergessen. Du hast dir eine Rippe gebrochen.“, sagte er sanft und nahm wieder meine Hand. Rippe gebrochen? Wieso? Hatte das alles etwas mit diesem Unfall zutun an den ich mich nur grob erinnern konnte? Ich beobachtete seine Bewegungen, seine Hand wanderte zu dem Alarmknopf für die Krankenschwestern, dann drückte er. Es dauerte nicht lange bis Ärzte ins Zimmer kamen und Logan während der Untersuchung aus dem Raum schickten, ich wollte seine Hand nicht loslassen, doch ich musste. Sie untersuchten mich von Kopf bis Fuß, einfach alles. Dann lächelte einer der Ärzte. „Du wirst wieder vollständig gesund. Wir behalten dich noch ein paar Tage zur Beobachtung hier und du wirst zur Physiotherapie gehen müssen, da deine Muskeln ziemlich abgebaut haben über die lange Zeit. Aber dann darfst du nach Hause.“ Ich lächelte nur schwach zurück, dann verließ er den Raum und Logan kam wieder rein. Er setzte sich und nahm sofort meine Hand, ich lächelte. „Was haben sie gesagt?“, fragte er und sah mir etwas hoffend in die Augen. „Ich werde wieder gesund und darf bald gehen“, sagte ich nur kurz. Ich hatte kaum Kraft und atmete tief aus. „Schlaf erstmal ein bisschen.“, sagte er fürsorglich und streichelte mir über die Stirn. „Bleibst du hier?“, fragte ich leise. Ich wollte nicht das er ging, er durfte mich nicht allein lassen. Denn irgendwie machte mir das alles hier Angst. „Natürlich.“, antwortete er lächelnd und drückte sanft meine Hand. Ich sah ihn noch kurz an, dann schloss ich die Augen. Und nach ein paar Momenten der Stille fiel ich schon in einen tiefen Schlaf.

-------------------- Logan's Sicht --------------------

Kurz nachdem sie aufgewacht war, drückte ich sofort den Knopf um eine Schwester zu rufen. Ein Arzt hatte mir gesagt, dass ich wenn sie aufwachte sofort jemanden rufen sollte, damit sie untersucht werden konnte. Sie schickten mich kurz raus, als ich auf dem Weg zur Tür war und sie anlächelte, wirkte ihr Blick noch verwirrter als zuvor. Ich setzte mich. Ich musste ihr erklären was passiert war. Aber wie sollte ich das nur tun? Ich konnte ihr doch nicht sagen das ihre Mutter gestorben war. Aber wer sollte es sonst tun? Ihr Vater? Der war ja wieder zurückgeflogen um seinen Job nicht zu verlieren und ich sollte ihn anrufen, wenn sich etwas getan hatte. Was für ein Vater. Egal, jedenfalls war ich für sie da. Und ich war nun auch verantwortlich ihr alles zu erzählen. Aber dafür war sie einfach noch zu schwach. Sie war gerade dabei, sich wieder etwas zu erholen, da konnte ich ihr nicht den nächsten Todesstoß versetzen. Ich holte mein Handy raus und rief Kendall an. Es dauerte etwas, bis er abnahm. „Hallo?“, fragte er leise, seine Stimme klang verschlafen. „Kendall?“ - „Logan? Was gibt’s?“ - „Jenni ist gerade aufgewacht.“ - „Was? Oh man na endlich! Ich war schon dabei die Hoffnung aufzugeben. Du glaubst gar nicht, wie ich mich freue.“ - „Ja, frag mich mal. Ich bin der glücklichste Mensch der Welt. Ich hab nur ein Problem.“ - „Was denn?“ - „Sie wird neugierig sein, ich weiß nicht wie ich ihr alles erklären soll. Das haut sie doch total um. Das kann ich nicht machen.“ - „Dann warte ab bis es ihr besser geht, sie wird sich gedulden müssen.“ - „Ok, du hast Recht. Das mache ich. Ach und übrigens, kommt bitte nicht gleich vorbei. Das würde ihr zu viel werden.“ - „Alles klar. Nächstes Wochenende? Und da klären wir dann auch den Rest?“ - „Ja. Und das nächste Problem ist die Wohnung von ihr und ihrer Mutter. Die kann doch nicht so bleiben!“ - „Hey warte. Dann kommt sie ja wieder nach Los Angeles?!“ - „Ja ich denke schon. Aber der Verlust ihrer Mutter wird sie sehr mitnehmen. Das wird eine schwere Zeit.“ - „Ihr schafft das schon. Und bald kommen wir auch. Also, bis später. Und viel Glück.“ - „Danke. Bis dann“ Damit legte ich auf und die Ärzte kamen wieder aus Jenni's Zimmer. Ich ging wieder rein und lächelte sie sofort an. Sie war noch immer an ein paar Maschinen angeschlossen, aber bei weitem nicht mehr so viele als am Anfang. Ich setzte mich und nahm wieder ihre Hand. „Was haben sie gesagt?“, fragte ich, in meinem Blick lag Hoffnung. „Ich werde wieder gesund und darf bald gehen“, antwortete sie nur. Sie sah wirklich sehr erschöpft aus, doch zwang sich immer wieder zu einem Lächeln. Ich streichelte ihr über die Stirn und schlug ihr vor, ein wenig zu schlafen. „Bleibst du hier?“, fragte sie und ich konnte die Unsicherheit in ihrem Blick sehen. Vielleicht lag darin sogar ein wenig Angst. „Natürlich.“, antwortete ich und drückte ihre Hand ein wenig. Nach ein paar Sekunden schloss sie die Augen und schlief sogleich auch ein.

Live your life like it's a vacation [BTR-FF]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt