Kapitel 20 - It's christmas time

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Seitdem ich diese eine Nacht bei Logan verbracht hatte, ging mein Leben langsam wieder bergauf. Ich war noch eine Weile mit ihm allein gewesen und wir hatten die Zeit sehr genossen, aber irgendwann musste ich wieder zu meinem Vater gehen. Er war sehr überrascht dass ich mittlerweile wieder wesentlich mehr aß und das sah man meiner Figur auch langsam an. Logan war weiterhin jeden Tag zu Besuch gekommen, um zu sehen ob es mir gut ging. Und das tat es. Jedenfalls um einiges besser als ein paar Wochen zuvor. Ich vermisste sie immer noch über alles auf der Welt, aber so langsam kam ich wenigstens mit dem Schmerz klar und fand doch noch ein bisschen Freude an meinem Leben.

Die Zeit rannte. Es war bereits Dezember, ein paar Tage vor Weihnachten. Und ich hatte noch kein einziges Geschenk besorgt. Das nächste Problem war, dass ich wirklich keine Ahnung hatte, wem ich was schenken sollte. Vor allem bei Logan. Zum Glück hatte ich einen Notfallplan.

Ich tippte etwas auf meinem Handy herum und schrieb Julia, ob wir uns in der Stadt treffen könnten, um Geschenke zu kaufen. Sie war schon längst aus dem Urlaub mit Carlos zurück, seitdem hatte ich zu ihr so gut wie gar keinen Kontakt. Aber eigentlich hatte ich allgemein zu niemandem Kontakt außer zu Logan. Ich hatte so viel verpasst was sie mir erzählen müsste.

Es dauerte nicht lang, da bekam ich eine Antwort:

„Na klar! Bis gleich“

Ich holte meine Tasche und machte mich auf den Weg. Es war nicht allzu weit, also ging ich direkt zu Fuß.

Als ich am Stadtzentrum ankam, wartete sie schon und lächelte als sie mich sah. Wir umarmten uns. „Ich bin so froh dass es dir wieder besser geht“, sagte sie mit einem besorgten Unterton in der Stimme. „Ich auch“, antwortete ich und lächelte. „Logan hat mir sehr geholfen. Aber jetzt erzähl du doch erstmal.“ Und da fing sie an zu erzählen. Ihren Urlaub hatten sie in Maui verbracht, zwei Wochen lang. Sie erklärte, wie die beiden Klippen springen waren und sich dabei noch näher gekommen waren. Wie sie jeden Tag am Strand verbracht haben. Wie sie zusammen Milchshakes getrunken und Corndogs gegessen haben. Und dann sagte sie etwas sehr romantisches. „Ich denke, ich möchte ihn sogar heiraten.“ Dabei hatte sie das glücklichste Lächeln der Welt auf den Lippen. Ich sah sie an. „Wirklich?“ Sie nickte und lächelte wieder. „Niemand hat mich je so glücklich gemacht.“ Das war wirklich süß. Ich konnte mir die beiden tatsächlich gut als Ehepaar vorstellen. Und auch, wenn sie sich noch nicht allzu lange kannten, hatte ich bei ihnen das Gefühl, dass es wahre Liebe war. Man erkennt wahre Liebe, wenn man sie sieht. Und das war welche.

Wir schlenderten unschlüssig etwas durch die Läden, leider ohne einen richtigen Plan zu haben. „Was willst du Carlos denn schenken?“, fragte ich nach einiger Zeit. „Ich wollte ihm eigentlich eine Kamera kaufen, die er sich schon ewig wünscht, aber so viel Geld habe ich nicht.“ - „Die kann er sich ja eigentlich auch selber kaufen, er hat ja genug Geld. Wir brauchen etwas individuelles, was richtig gutes. Es muss von Herzen kommen.“ Julia nickte. „Ja, da hast du recht. Nur wo finden wir sowas?“ Ich zuckte mit den Schultern. Das versprach ein langer Nachmittag zu werden.

Am Anfang hatte es zwar nicht so ausgesehen, aber am Ende des Tages hatten wir doch für jeden ein Geschenk. Für James hatte Julia einen Pullover gekauft, für Carlos eine Kette mit ihren Initialen und Datum. Ich hatte für Kendall eine schöne Beanie, für meinen Vater ein Parfüm und für Logan hatte ich auf ein kleines Kissen ein Foto von uns drucken lassen und auch etwas Parfüm. Damit konnte man nie etwas falsch machen. Wir verabschiedeten uns noch und dann trennten sich unsere Wege wieder, aber diesmal würden wir uns schneller wieder sehen.

Ein paar Tage später war der Tag der Weihnacht gekommen, ich war noch im Schlafanzug und verpackte alle Geschenke. Ich fragte mich, wann ich Logan und Kendall eigentlich ihre Geschenke geben sollte, denn ich war mir nicht sicher ob wir uns heute nochmal sehen würden. Schade irgendwie. Früher hatten wir die Weihnachten immer mit Kendalls Familie gefeiert, da sich unsere Eltern so gut verstanden hatten. Ob es diesmal auch so war? Ich wusste nicht, ob mein Vater irgendwas geplant hatte. Aber innerlich hoffte ich es. Denn hier allein mit ihm am Tisch zu sitzen und in der Stille der Küche eine Gans zu essen, das würde ich nicht aushalten. Ich brauchte immer noch Aufheiterung. Und die bekam ich – bei aller Liebe – nicht indem wir schweigend am Tisch saßen.

Live your life like it's a vacation [BTR-FF]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt