Kapitel 41

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Heyho, ich hab es auch mal wieder geschafft.. Sorry für die lange Wartezeit! Ich hoffe, ihr hattet alles schöne Weihnachten ( falls ihr es feiert) und einen guten Rutsch! :)



 Ich:

„Anna? Anna?! Verdammt, hast du mir überhaupt zugehört?!“
Erschrocken hob ich den Blick und schaute verwirrt um mich. Mary stand vor mir, die Arme in die Hüfte gestemmt und blickte mich anklagend an.
„Sorry, was hast du gesagt?“, murmelte ich abwesend und starrte erneut auf mein Handy.
Mary seufzte frustriert. „Ich habe dich gefragt, ob…“ Sie verstummte als sie meinen Gesichtsausdruck sah und ihre Miene wurde augenblicklich weicher.
„Nicht so wichtig… Immer noch keine Nachricht von ihm?“, fragte sie vorsichtig und ließ sich neben mir nieder.

Ich presste die Lippen auf einander und schüttelte den Kopf.
Es war jetzt schon gut einen Monat her, dass Harry sich Hals über Kopf im Park von mir verabschiedet hatte und seit dem hatte ich nichts mehr von ihm gehört. Er hatte mich damals so damit überrascht, dass ich nicht mal auf die Idee gekommen war zu fragen, warum er eigentlich genau vereisen musste.

Außerdem war ich davon ausgegangen, dass er sich wenigstens ab und zu mal melden würde und wir uns dann nochmal in Ruhe über alles unterhalten könnten.
„Du könntest ihn anrufen, weißt du…“, sagte Mary und warf mir einen Blick von der Seite zu.
„Ich weiß“, seufzte ich und ließ mein Handy in meiner Jackentasche verschwinden.
Mary raufte sich die Haare und schüttelte leicht den Kopf. „Ich verstehe dich nicht. Wenn du ihn vermisst, dann ruf ihn an. Wo liegt das Problem?“
Ich biss auf meine Unterlippe und drehte meinen Oberkörper zu Mary. „Ich weiß, es ist lächerlich, aber ich bin immer davon ausgegangen, dass Harry sich melden würde, sobald er wo-auch-immer ankommt. Aber als ich dann keine Nachricht von ihm bekommen habe, und den nächsten Tag auch nicht und den Tag darauf auch nicht…“ Ich merkte, dass meine Stimme leicht anfing zu zittern. „… dann kam mir der Gedanke, dass er sich vielleicht einfach nicht melden will.
Mary schaute mich stumm an und ich lachte nervös in die unangenehme Stille hinein. „Macht das irgendeinen Sinn oder werde ich langsam komplett verrückt?“

Mein Handy vibrierte leise in meiner Tasche. Einen Sekundenbruchteil später hielt ich es in der Hand, nur um enttäuscht zu sehen, dass es eine Nachricht von meiner Mutter war. Ohne diese anzuschauen, steckte ich das Handy wieder weg.

„Du wirst nicht verrückt“, antwortete Mary sanft. „Aber entweder du nimmst es selbst in die Hand und klärst die Sache mit ihm oder du schließt endgültig mit dem Thema ab. Aber einfach nur rumsitzen und Trübsal blasen wird überhaupt nichts ändern.“
Sie warf mir ein aufmunterndes Lächeln zu, welches ich sogar erwiderte.
„Bree hat mir erzählt du gehst mit ihr zum One Direction Konzert?“, versuchte sie dann das Thema zu wechseln und legte sich theatralisch die Hand auf die Stirn. „Ich bin schockiert!“
Ich verdrehte die Augen, konnte aber nicht anders als zu lachen. „Ja, ich weiß selbst nicht, wie sie es eigentlich geschafft hat mich davon zu überzeugen.“

Kurz dachte ich an das Versprechen, dass ich Harry gegeben hatte, schob den Gedanken aber schnell wieder beiseite. Ich hatte getan was ich konnte. Aber wie ich es vorausgeahnt hatte, hatte Bree mir nicht die kleinste Möglichkeit geben mich irgendwie rausreden zu können. Aber die ganze Sache mit Harry beschäftigte mich so sehr, dass ich nicht mal den Elan hatte mich über das Konzert aufzuregen.

„Ich werde es überleben“, fügte ich schulterzuckend hinzu.
Ein paar Minuten lang blieb es still zwischen uns. Ohne es zu bemerken, hatte ich wieder mein Handy in der Hand und ließ es nachdenklich in meiner Hand kreisen.
Mary beobachtete mich eine Weile lang. Doch dann griff sie auf einmal nach vorne und schnappte sich mein IPhone.
„Hey!“, rief ich, zu verwirrt um wirklich wütend zu sein und schaute meine Freundin fragend an.
Diese tippte ein paar Sekunden auf dem Handy rum und reichte es mir dann mit einem entschuldigenden Grinsen.
„Ich konnte es einfach nicht mehr mit ansehen. Du wirst mir später dafür danken.“
Auf dem Display leuchtete groß Harrys Name und das Zeichen, dass eine Telefonverbindung aufgebaut wurde.

Harry:

„Noch 5 Minuten, Jungs!“ Paul steckte kurz den Kopf durch die Tür, um sicherzugehen, dass wir alle soweit fertig waren, und verschwand dann wieder.

Niall lümmelte auf dem Sofa und öffnete noch schnell einen Schokoriegel. „Ich werde auf der Bühne immer hungrig“, erklärte er schulterzuckend, als er meinen Blick bemerkte.
Zayn ging nervös in dem kleinen Raum auf und ab und murmelte lautlos Songtexte vor sich hin. Auch wenn er es niemals zugeben würde, wusste ich, wie sehr er die Vorstellung hasste, Texte auf der Bühne falsch zu singen.
Louis saß mit geschlossenen Augen auf einem Stuhl zurück gelehnt da, während Lou, unsere Stylisten, um ihn herumkreiste und verzweifelt versuchte seine Haare in eine anständige Position zu bringen.
Da Niall das komplette Sofa für sich beanspruchte, hatte Liam und ich uns nebeneinander auf den einzigen Sessel im Raum gequetscht.
Seit dem Flug nach Amerika war unser Verhältnis deutlich entspannter. Es schien tatsächlich so, als hätte Liam aufgegeben und gönnte Anna und mir nun unsere Beziehung.
„Wenn du so weiter machst, hast du bald keine Freundin mehr“, bemerkte Liam genau in diesem Moment, fast so als hätte er meine Gedanken gelesen.
„Lass ihn in Ruhe, Liam“, rief Louis von der anderen Seite des Raumes, die Augen immer noch geschlossen. „Harry weiß was er tut.“
Ich nickte, doch innerlich zog sich alles zusammen. Die Wahrheit war:  ich hatte nicht den blassesten Schimmer, was ich hier eigentlich tat!
Ich wusste, ich hätte Anna direkt nachdem ich gelandet war anrufen sollen… Aber zu dem Zeitpunkt war alles so stressig gewesen, dass ich schlichtweg keine Zeit gehabt hatte. Und während der nächsten Tage, hatte ich mehrmals daran gedacht mich bei ihr zu melden. Allerdings hatte ich das aus irgendeinem Grund immer weiter vor mir hergeschoben und immer neue Ausreden gefunden, wieso der Moment angeblich unpassend war.
„Du verhältst dich wie ein Arsch, Harry“, mischte Niall sich kauend ein. „Ich dachte zwischen euch läuft alles so gut?“
Ich seufzte. „Ich weiß. Ich vermisse sie ja auch.“ Ich warf einen Blick zu Liam, der allerdings total entspannt wirkte. „Das Problem ist, dass ein Telefonat daran nichts ändern wird. Während ich hier mit euch auf Tour bin, wirkt alles in England so weit weg…“ Ich suchte nach den richtigen Worten. „Aber wenn ich ihre Stimme wieder höre, mit ihr rede, aber sie nicht berühren kann… Ich glaube nicht, dass ich das ertragen könnte.“
Ich schluckte uns starrte auf den Boden. Im Raum herrschte eine betretene Stille. Es kam selten vor, dass irgendeiner von uns so offen vor allen über seine Gefühle sprach.
„Noch eine Minute!“ Paul erschien wieder in der Tür und erlöste uns damit alle. „Macht euch bereit.“
Augenblicklich war Louis auf den Beinen und schon auf dem Weg zum Aufgang der Bühne. Wie vor jedem Konzert sprühte er förmlich vor Energie. Niall schob sich den Rest seines Riegels in seinen Mund und stand dann ebenfalls auf. Nach und nach folgten auch die anderen, bis ich als letztes im Raum zurück blieb.
Gerade als ich ebenfalls zum Bühnenaufgang gehen wollte, fing mein Handy an zu klingeln. Halb aus der Tür raus, warf ich einen Blick auf das Display und blieb wie versteinert stehen.
Annas Namen auf meinem Handy zu lesen, löste in mir einen Sturm von Emotionen aus, die ich auf die Schnelle gar nicht alle verarbeiten konnte. Für den Bruchteil einer Sekunde schwebte mein Finger über dem grünen Hörer, während meine Gedanken verrücktspielten. Wie würde es sein wieder mit ihr zu reden? Hatte sie mich auch vermisst? Gab es einen bestimmten Grund warum sie anrief? War alles okay?
„Harry, komm schon!“ Zayns Stimme riss mich aus meiner Starre. „Was machst du denn da? Wir müssen auf die Bühne!“
Ich blinzelte ein paar Mal um meinen Kopf wieder frei zu bekommen und  nickte langsam. Bevor ich noch weiter darüber nachdenken konnte, hatte ich den Anruf abgelehnt, mein Handy weggelegt und hastete zu den anderen.
Selbst von hier aus war das Kreischen der unzähligen Fans deutlich zu hören.
Einen Moment lang schauten wir uns alle stumm an. Jedes Mal aufs Neue war es unmöglich zu begreifen, wie weit wir es gebracht hatten.
Ich atmete einmal tief ein und verdrängte alles andere, bis auf das berauschende Gefühl aus Adrenalin und Nervosität.
Dann sprintete ich mit den anderen zusammen die paar Stufen bis zur Bühne hoch und verlor mich fast augenblicklich in den tausenden strahlenden Gesichtern, gegrölten Songtexten, blendenden Scheinwerferlichtern und grenzenloser Euphorie.  

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