Wenn Schlange und Löwe in einem Boot sitzen

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Hermine Grangers Sicht

Keineswegs wäre mir in den Sinn gekommen, dass sich Draco seine Fehler eingesteht! Aber, wie wird es weitergehen? Ist es überhaupt in Ordnung, dass sich der Slytherin in meiner Nähe aufhält, wenn die Gefahr besteht, dass Dia Riddle jeden Moment die Kontrolle über meinen Körper übernimmt? 

Es ist alles deutlich komplizierter geworden, als es am Anfang schon gewesen ist. Auf einer Seite hat es Voldemort auf Harry abgesehen und auf der anderen Seite will seine Tochter meinen Körper für sich selbst. 

,,Miss Granger?", vernehme ich McGonagalls Stimme und blicke über meine Schulter zu ihr.

Unerwartet kommen die Erinnerungen an den Tag, als mich McGonagall nach Slytherin versetzt hatte zurück. Ich drehe mich komplett zu ihr und setze mein freundlichstes Lächeln auf.

,,Ja, Professor?", antworte ich höflich und behalte meinen netten Gesichtsausdruck.

McGonagall steht direkt vor mir und legt ihre Hand auf meine Schulter. Die Professorin wirkt bedrückt. Ich mustere erst ihre Hand, welche auf meiner Schulter ruht und danach ihr trauriges Gesicht.

,,Ich möchte mich bei Ihnen noch einmal entschuldigen", spricht McGonagall. ,,Ich habe bloß versucht keine Aufmerksamkeit zu erregen. Uns ist überhaupt nicht in den Sinn gekommen, dass es besser wäre, wenn Sie von alldem wüssten!"

Ich winke mit der Hand und erkläre: ,,Sie haben das Beste für alle getan. Sie sind mir keine Entschuldigung schuldig, Professor."

Und wie sie das ist.

Professor McGonagall lächelt mich mitfühlend an und sagt erleichtert: ,,Ich bin froh, dass wir keine Auseinandersetzung mehr haben, Miss Granger. Versuchen Sie weiterhin Ihr Bestes!"

Mit diesen Worten klopft die Professorin leicht auf meine Schulter und geht an mir vorbei. Ein Stein fällt mir vom Herzen, da ich nun endlich weiß, dass alles wieder gut ist. 

Nun, nicht alles, aber fast.


Wie versprochen eile ich in die große Halle. Meine Augen wandern zu dem Tisch der Löwen. Harry und Ron mustern mich unauffällig und heben ihre Hände daraufhin minimal, um bloß keinen Verdacht schöpfen. Schnell nicke ich ihnen zu und bewege mich zu den Schlangen. 

,,Hey, Granger", begrüßt mich Draco mit einem schiefen Grinsen. 

Wie immer sitzen neben ihm Blaise und Theo. Ich setze mich gegenüber von ihnen, in die Mitte von Pansy und Daphne. 

Alle grüßen mich, deutlich freundlicher als Draco selbst. Sofort fülle ich meinen Teller mit dem Essen.

In diesem Moment tritt Dumbledore vor und spricht: ,,Liebe Schüler! Wie Sie wissen haben wir neulich die erste Runde des Trimagischen Turniers abgeschlossen! In ungefähr zwei Wochen wird die nächste Runde stattfinden und derzeit liegt Mister Draco Malfoy in Führung!"

Alle Schlangen applaudieren und um den lieben Herrn Malfoy nicht wütend zu machen, stimme ich mit ein. 

Wie habe ich nur denken können, dass Harry die Runde gewonnen hat? Selbstverständlich ist mein bester Freund ein starker Magier, aber Draco spielt in einer anderen Liga!


Nach dem Essen verlassen alle Professoren die große Halle. Aus irgendeinem unerklärlichen Grund weiß ich, dass es um mich geht.

,,Wo bist du eigentlich gewesen?", fragt Pansy neugierig.

Meine Augen richten sich auf ihre Hand, welche die von Theo hält. Ein Lächeln schmückt mein Gesicht und ich zucke mit den Schultern.

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