Kapitel 33-Die Sterne

768 83 17
                                    

Diana_Genjieva gewidmet

5.Tag

Finnick P.o.V

,,Finnick?", fragt Laze unsicher. Ich höre das Rascheln im Gras, das bedeutet, dass sie sich langsam nähern.
Ich drehe mich um und sehe die anderen. Verwirrte Blicke, eifersüchtige Blicke, wütende Blicke, verzweifelte Blicke. Ich setze ein gewinnenden Lächeln auf.
,,Ist das ein Dreizack?", fragt Laze sanft. In ihrer Stimme liegt Verwirrung. Was eine dumme Frage. Was denn sonst?
Aber ich lächele nur sanft. ,,Ja. Mit dem Dreizack zu kämpfen ist besser, als mit jeder anderen Waffe"
Paul mustert die schwarz glänzende Waffe misstrauisch. Anscheinend ist er eifersüchtig, weil er nicht so ein teures Sponsorengeschenk bekommen hat. Ich habe als ich noch zu Hause war on der Bibliothek das Buch ,,Rekorde der Hungerspiele" gelesen. Wenn ich mich recht erinnere, ist dieser Dreieck das teuerste Geschenk, das es jemals gab.

,,Wie wäre es, wenn wir eine kleine Pause machen?", fragt Laze. Da es schon dunkel ist, ich schätze mal Nachmittag, sehe ich nur ihre Umrisse und ihre Haare, die in Mondschein glänzen.
,,Meinetwegen", höre ich Pauls Stimme von dem Schatten, den ich als ihn selber vermute.
Wenig später essen und trinken wir. Dank Silla haben wir Wasser, denn als sie sich auf dem Berg umsieht, entdeckt sie einen kleinen Fluss, an dem wir unsere Flaschen auffüllen. Sonstiges Essen finden wir nicht.
Auf ein mal kommt mir eine Idee. Ich fange an, ein paar lange Grashalme aus der Erde zu ziehen und flechten sie mit einer besonderen Technik. Nach ein paar Minuten erkennt man schon den Anfang des Netzes. Laze setzt sich neben mich.
,,Was machst du da?", fragt sie.
,,Ein Netz. Damit kann ich die Tribute fangen und dann mit dem Dreizack töten", erkläre ich.
Bewundernd sieht sie mich an. Sie lehnt ihren Kopf auf meine Schulter und sieht nach oben. Am Himmel sind keine Sterne zu sehen. Nur die Silhouette des Mondes.
,,Ich vermisse sie", sagt Laze irgendwann. Ich sehe von meinem noch unfertigen Netz auf.
,,Wen?"
,,Die Sterne", antwortet Laze. ,,Über meinem Bett hatte ich ein Fenster durch das ich mir immer die Sterne angesehen habe, bis ich eingeschlafen bin"
,,Dir scheint sehr viel an ihnen zu liegen"
,,Ja. Meine Mutter hat mir immer die Sternzeichen erklärt."
Ich muss lächeln. Sterne waren noch nie überhaupt ein Thema für mich, über das ich nachgedacht habe. Aber Laze ist anders.
,,Vermisst du sie?"
Im Mondlicht sehe ich glänzende Tränen in Lazes Augen, also lege ich den Arm um sie.
,,Ja", antwortet Laze leise. ,,Sie war immer für mich da, hat mich für die Hungerspiele ermutigt, hat mit mir trainiert, mir erklärt, dass jeder irgendwann stirbt und dass man sein Leben genießen soll, sie hat mir die Natur gezeigt"
,,Ich wette, sie wäre stolz auf dich"
Laze nickt kurz. ,,Immer, wenn ich die Sterne gesehen habe, habe ich auch sie in ihnen gesehen. Die Sterne waren für mich immer ein Zeichen dafür, dass sie da war. Dass sie mich beschützt hat"
,,Sie beschützt dich auch ohne die Sterne", sage ich und streiche ihr über die Haare. ,,Denn sie ist da drin", sage ich und deute auf ihr Herz.
,,Danke, Finnick", sagt Laze und ich kann spüren, dass sie lächelt.
Ich widme mich wieder meinem Netz.
Die anderen sitzen ein wenig abseits, außer Höhrweite und reden nicht. Mittlerweile beginnt die Sonne aufzugehen. Am Horizont taucht sie langsam auf und alles strahlt in einem sattem orange. Das bedeutet, dass es abend wird, da Tag und Nacht in dieser Arena vertauscht sind.
Ich bin fast fertig mit dem Netz. Die anderen schlafen alle, erschöpft von dem Aufstieg auf den Berg. Lazes Kopf liegt immer noch auf meiner Schulter, ihre Augen sind geschlossen.
Ich nehme mir noch einen Grashalm und flechten ihn ein.
Als ich kurz danach fertig bin, Muster ich das Netz. Es hat kleine Maschen und ist reißfest. Wenn man eine Stelle des Netzes mehr belastet, zieht sich das Netz zusammen. Das ist dafür gut, dass wenn sich eine Person im Netz verheddert, dass sie dann ganz gefangen wird. Diese Technik habe ich mal auf der Akademie gelernt. Zusammen mit-Nein! Keine Gedanken an zu Hause verschwenden.
Die Sonne schiebt sich innerhalb höher. Ich beobachte die Schmetterlinge, die sich auf die Blumen setzen und über die Wiese flattern. Ihre Flügel sind zierlich und sanft. Wie schön muss es sein, fliegen zu können. Immer frei zu sein.
Auf ein mal wird es dunkel und die Hymne ertönt. Ich merke, wie die anderen aufwachen. Ich wecke Laze, die immer noch schläft mit einem Kuss auf die Stirn auf. Sie blinzelt kurz verwirrt, schaut aber dann zum Himmel, wo gerade das Panem-Logo erscheint.
Auf einmal, quietscht sie freudig. Ich sehe sie an.
,,Finnick", seufzt sie. ,,Sie mal"
Sie deutet nach oben zum Himmel. Erst weiß ich nicht, was sie meint, aber dann sehe ich es: Am Himmel glänzen Sterne. Halle Sterne, wie die echten. Vielleicht sind es die echten. Laze halt sich die Hände vor den Mund und Freudentränen füllen ihre Augen.
,,Sie passt auf dich auf", flüstere ich.
,,Mom", sagt Laze leise und Freudentränen laufen ihre Wangen hinunter. ,,Sie ist da"
Ich weiß, dass das Kapitol das extra fürs Drama gemacht hat.
,,Ja, sie ist da", sage ich zu Laze und küsse sie. ,,Sie ist da und passt auf dich auf"
--------------------------------------------------------
Dieses Kapitel kam als Entschädigung etwas schneller. Wie findet ihr Lazes Sichtweise so? Die Sache mit den Sternen.
Ich hoffe, das Kapitel hat euch gefallen.
Süße Grüße
Eure Lona♡♥♡♥

Die Tribute von Panem-Dunkele LügenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt