19. Bestätigung der Theorie?

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An diesem Freitag war meine Motivation wirklich am Tiefpunkt, weil ich irgendwann spät abends noch eine Vorlesung hatte und ich gerade noch an meiner Hausarbeit in der Uni saß und nicht vorankam. Deprimiert ließ ich meinen Kopf auf den Tisch in der kleinen Bibliothek sinken und stöhnte. Am liebsten hätte ich meinen Kopf, wie in diesen ganzen Filmen mit vollem Karacho gegen das Holz knallen lassen, aber dafür hatte ich zu sehr Angst vor den Konsequenzen. Mein Handy summte und nahm den Anruf an, ohne auf den Anrufer zu achten.

"Ja?", murmelte ich.

"Bist du beschäftigt?", hörte ich Taddls Stimme fragen und richtete mich sofort wieder auf.

"Nein?", log ich und wartete auf seine nächste Aussage.

"Gut, könntest du mir vielleicht dann mit der Vorbereitung der Party helfen?"

"Klar. Was soll ich machen?", sagte ich verblüfft.

"Danke! Du rettest gerade meine Laune."

Am liebsten hätte ich jetzt gesagt: Du meine auch. Aber das wäre komisch gekommen, glaubte ich jedenfalls.

"Am besten wäre es, wenn du einkaufen gehen könntest. Du kriegst das Geld auch zurück. Versprochen!", fing er an und ich hörte, wie er sich hinsetzte.

"Ja, klar. Mach' ich gerne, wenn du mir sagst, was ich einkaufen soll."

"Ich schick' dir den Einkaufszettel", sagte er und kramte in irgendetwas herum. Ich wartete solange.

"Nochmal danke. Du bist meine letzte Rettung. Weil Ardy irgendwie gerade nicht da ist."

"Keine Ursache. Und ich glaube es wäre besser, wenn wir die Sache mit Ardy später besprechen, oder?", fragte ich ihn und hörte ihn seufzen.

"Wahrscheinlich", sagte er ein bisschen niedergeschlagen und das Handy vibrierte in meiner Hand. Ein Foto von Taddl.

"Ok, dann mach' ich mich jetzt los."

"Ok, wir sehen uns später?" Es klang eher wie eine Frage, als eine Aussage. Ich bejahte und legte auf. Danach klappte ich meinen Laptop zusammen, steckte ihn in meine Tasche und schaute mir den Einkaufszettel an.

Ziemlich viel Alkohol war darauf zu sehen, aber unserer Laune nach zu urteilen, konnte uns ein wenig Alkohol nicht schaden. Zum Glück war der Zettel nicht allzu lang, sodass ich gleich mit meinem Board hinfahren konnte. Schnell schrieb ich Ethan noch eine Nachricht, dass ich die Vorlesung schwänzen würde, woraufhin er wieder einmal heftig protestierte. Aber das war mir jetzt egal. Jetzt war ich wieder in meiner eigenen Welt und konzentrierte mich auf meine Aufgabe.

Der Alkohol in den Taschen an meinen Händen war schwer, aber ich schaffte es bis oben zu Taddls Haustür, der diese sofort öffnete und mich begrüßte. Er nahm mir die Tüten ab und stellte sie auf die Arbeitsplatte in der Küche.

"Hier", sagte er und drückte mir einen Hunderter und einen Fünfziger in die Hand.

"Das ist viel zu viel!", beschwerte ich mich, aber er schüttelte nur mit dem Kopf. Ich solle das Geld trotzdem behalten. Schulterzuckend steckte ich mir das Geld letztendlich dann doch in mein Portmonee und beobachtete, wie sich sein Blick trübte, als er den Kassenzettel überprüfte. Ich hatte schon beim Eintritt in seine Wohnung gesehen, dass er traurig war. Sein Geburtstag war zwar schon einen Monat her, aber trotzdem sollte er auch zu seiner Geburtstagsfeier nicht deprimiert sein.  Als wir gerade mit der Bestellung des Caterings fertig waren stellte ich ihn zur Rede.

"Taddl...?", fragte ich zögerlich. Er saß auf der Couch und hob den Kopf.

"Was war mit dir und Ardy?" Er ließ den Kopf wieder hängen und ich setzte mich neben ihn.

"Ich hab' mich mit ihm gestritten. Weil, weil er in der letzten Zeit so schlecht drauf ist. Danach ist er sauer geworden und ist abgehauen", gestand er und schaute auf seine Hände.

"Du weißt, dass du nichts falsch gemacht hast, oder? Es ist dein Recht, ihn darauf anzusprechen. Ich meine, seine Laune hat dich doch bestimmt auch mit runtergezogen."

"Genau deswegen habe ich ja mit ihm gesprochen. Außerdem möchte ich nicht, dass er unglücklich ist, aber er lässt sich ja nicht helfen", raunte er und schaute mir in die Augen. Zögerlich legte ich einen Arm um seine Schulter und drückte diese kurz: "Ardy ist ein starker Typ. Der kriegt sich schon wieder ein. Mach' dir keine Sorgen."

"Und was ist, wenn er nicht zu meiner Party kommt?", fragte Taddl besorgt und wandte den Kopf von mir ab.

"Er wird zu deiner Party kommen. Ich meine, kostenloser Alkohol. Wer kann da nicht widerstehen?", ermutigte ich ihn, woraufhin er kurz lachte und mir wieder entgegenblickte.

"Danke, dass du für mich da bist", flüsterte er und legte seinen Kopf auf meine Schulter. In diesem Moment, fing mein Herz so fest an zu pochen, dass ich Angst hatte, es würde aus meiner Brust springen oder noch schlimmer, er würde es hören.

"Kein Problem", sagte ich und sog den Geruch seiner Haare ein. Sie rochen angenehm nach fruchtigem Shampoo und benebelten meine Sinne. Als er seinen Kopf wieder aufrichtete, kitzelten mir seine Haare im Nacken und ich bekam eine Gänsehaut.

"Wenn wir fertig sind, wird es ziemlich spät sein, wenn du willst kannst du hier übernachten", schlug er vor und schaute mich mit seinen blauen Augen an.

"Lieber nicht, Taddl. Mein Geschenk steht noch bei mir zu Hause", sagte ich und lächelte leicht.

"Oh, okay. Dann solltest du wirklich lieber noch mal nach Hause", grinste er und mir fielen seine Lachfältchen auf. Sie waren süß, schön, was auch immer, mir fielen keine Wörter mehr ein, um dieses perfekte Wesen zu beschreiben. Ich bemerkte, wie seine Augen nicht mehr in meine sahen, sondern ein paar Zentimeter weiter nach unten glitten. Auf meine Lippen.

Sofort wich alle Farbe aus meinem Gesicht und ich hatte das Gefühl zu fallen. Noch bevor er zurück in meine Augen sehen konnte, stand ich auf, wobei sich alles drehte, und ich mich gespielt lächelnd zu ihm umdrehte. Ich tat so, als hätte ich das eben nicht bemerkt und sagte: "So, dann haben wir ja noch viel zu tun. Ich möchte doch morgen keine Augenringe haben."

Auch er riss sich aus seiner Starre und lächelte dann leicht. Schnell verschwand ich in der Küche und stellte die Getränke kalt, während er im Wohnzimmer die Möbel umstellte. Und so langsam wurde mir ein Gedanke immer klarer im Kopf.

Shit, was ist wenn Ethan Recht hatte und ich wirklich Bindungsängste besaß?. Auf dem Weg nach Hause hatte ich mein Board unterm Arm, googelte solange Symptome von Bindungsängsten und wählte besorgt Tobis Nummer.

"Mmheyy zusammen!",

1. Eine sehr coole Leserin (@DatFcknEdding) hat mir letztens einen Kommentar hinterlassen, ob ich nicht mal ein Buch erstellen könnte, in dem ich sage wo ich meine Inspiration herhabe. Zu diesem Thema habe ich eine Frage: Würdet ihr euch dafür interessieren? Natürlich würde ich dort nicht nur über Inspiration usw. sprechen, sondern auch dort so Zeug veröffentlichen, das ich nicht in meinen Büchern unterbringen kann. Also vielleicht so was wie One Shots, Dialoge oder etwas zu meiner Person wie Meinungen zu bestimmten Themen, Dinge die in meinem Alltag passieren und Tags, oder so. Dann kann ich euch vielleicht auch mal taggen^^

2. Im Moment bin ich in der Phase in meinem Leben, in dem ich entscheiden muss, welchen Weg ich einschlagen möchte (Bringt mich um ey, das ist so schwer.). Deswegen möchte ich euch fragen, ob ihr vielleicht ein Buch (Fantasy, Science-Fiction oder ein bisschen Horror), was ich geschrieben habe, kaufen würdet. (Ich habe noch kein Buch geschrieben, was ich verlegen lassen würde, ich bin nur neugierig).

Joa, das war's dann auch von mir. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend/Morgen/Mittag, was auch immer. *Hier Abmoderation von Bergi einfügen*

Drawn Love (Taddl FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt