Das Problem am Schweigen ist nicht, dass die Leute dich übersehen - es ist, dass sie anfangen zu glauben, du hättest nichts zu sagen.
Ich bemerkte sie, bevor sie überhaupt etwas sagten.
Man entwickelt mit der Zeit ein Gefühl dafür - für diese Blicke, dieses leise Grinsen, wenn man selbst gerade zum Witz geworden ist.
Trotzdem blieb mein Blick auf die Seiten meines Buches gerichtet. Ich tat so, als würde ich lesen, als wäre ich komplett in dem Thema versunken und hätte nichts um mich herum wahrgenommen.
Das war einfacher. Sicherer.
„Streber.", hörte ich Tyler neben mir murmeln.
Seine Stimme war ruhig, fast beiläufig, als wäre ich nicht mal wichtig genug für echte Aufmerksamkeit.
Ich reagierte nicht, jeden Morgen das Selbe, es war wirklich erbärmlich, wie ich mich an diese Routine gewöhnt hatte.
Neben ihm ließ Jason ein spöttisches Schnauben hören und ich spürte seinen Blick auf mir.
Betont gelangweilt blätterte ich eine Seite um, obwohl ich nicht einmal wusste, was ich gerade gelesen hatte, meine Sinne waren viel zu sehr auf mein Umfeld gerichtet.
Ich fokussierte mich auf die Geräusche um mich herum, lauschte Konversationen und beobachtete wie zwei Ameisen vor meinen Füßen einen kleinen Stock transportierten.
Als die Schulglocke das Ende der ersten großen Pause ankündigte, packte ich mein Buch in meinen heruntergekommenen Rucksack und lief zurück zum Schulgebäude.
Das Vibrieren meines Handys ließ mich innehalten und nach einem flüchtigen Blick hinter mich um sicherzugehen, dass keiner zu nah war, zog ich es aus meiner Hosentasche.
Unbekannte Nummer
Ich zögerte einen Moment, dann ging ich dran.
"Kayla Black, Hallo?"
"Kayla" leise und gebrochen, doch ich erkannte die Stimme sofort.
"Opa? Alles gut?" Ich bewegte mich langsam weiter weg vom Schulgebäude, in den Schatten der Bäume.
"Komm bitte sobald du kannst nach Hause, wir müssen etwas besprechen." Seine Stimme klang ... anders, beunruhigt trat ich auf der Stelle hin und her.
"Ja? Ich bin auf dem Weg." Irgendetwas stimmte ganz und garnicht.
Ich wollte noch fragen, ob ich auf dem Heimweg etwas besorgen sollte, doch das lautet Piepen signalisierte mir, dass er aufgelegt hatte.
Einfach so..
Ohne nochmal zur Schule zu schauen, machte ich mich direkt auf den Heimweg. Mein Bus würde erst in 20 Minuten kommen, also entschloss ich mich, die 30 Minuten nach Hause zu laufen.
Doch meine Ungeduld zwang mich bald zu einem leichtem Jog.
Die kalte Frühlingsluft schlug mir ins Gesicht, mein Pulli schlackerte locker bei jedem Schritt mit, die Vögel zwitscherten laut aus dem Wald neben mir.
Schon bald erreichte ich die Straße in der das Haus meiner Großeltern stand, doch das gewohnte Glücksgefühl blieb aus und meine Sorge wurde immer größer.
In unserer Einfahrt standen zwei Fremde Autos und während ich meinen Schlüssel aus der Tasche kramte, analysierte ich sie auf Hinweise, die mir verraten könnten, wer um alles in der Welt bei meinem Opa zu Hause ist.
Viele Freunde hatte er nicht mehr in seinem Alter, vielleicht jemand aus der Gang, aber eigentlich kannte ich die meisten Autos meiner Leute..
Doch meine Gedanken verstummten schlagartig, als ich die Tür öffnete.
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The Problem With Silence
Novela Juvenil"Das Problem am Schweigen ist nicht, dass die Leute dich übersehen - es ist, dass sie glauben, du hättest nichts zu sagen." Für die Welt ist Kyla Black nur die graue Maus der Highschool. Niemand ahnt, dass die 17-Jährige im Schatten die Fäden der G...
