Kyle Jefferson
Zurücklehnend und mit einem Becher Kaffee aus der Universitätscafeteria saß ich in der Teambesprechung. Mein Blick fixiert auf den Schulleiter Flynn Heist, welcher motivierend auf die Tafel zeigte. Ich seufzte, nahm einen Schluck meines Kaffees und richtete meine Aufmerksamkeit nun auf die Präsentation.
,,Liebe Kollegen und Kolleginnen, hier sehen sie nun die Einteilungen in die verschiedenen Semester. Bei Fragen gerne melden.", sprach Flynn und lächelte mitleidig in meine Richtung. ,,Kyle, wie Sie sehen werden Sie die Schüler und Schülerinnen aus dem diesjährigen Erstsemester unterrichten. Beruhend auf den Bewertungen aus vergangenen Jahren ließ sich schließen, das Sie einen guten Job machten. Ob das nun auf ihrem Aussehen beruhte sei mal dahingestellt." Ich schaute ihn mit einem fragenden und zugleich zustimmenden Blick an, zuckte jedoch mit den Schultern und schrieb in mein Notizheft. ,,Ich erwarte gute Leistungen, Jefferson.", fügte er hinzu. Noch bevor ich mich äußern wollte, widmete er sich meiner Sitznachbarin zu. Ich stieß einen frustrierenden Atemstoß aus.
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Auf dem Weg zu meiner Vorlesung, welche ich nun bei den neusten Schülern der Universität halten musste, hörte ich viel Geflüster seitens der Stammbelegschaft. Hailey stoppte mich, indem sie mich sanft an meinem Arm festhielt und auf sich aufmerksam machte. Ich drehte mich mit einem Lächeln auf den Lippen zu der Blondhaarigen und blickte sie fragend an. ,,Wie kann ich Ihnen helfen, Hailey?"
,,Herr Jefferson, entschuldigen Sie. Ich wollte bloß fragen... ob.. nunja.." Haileys Wangen färbten sich hellrosa und nervös spielte sie mit ihren Armbändern.
,,Also.. Da Sie nun nicht mehr in unserem Kurs tätig sein werden, wollte ich mich erkundigen, ob es dennoch möglich wäre, dass Sie ihr Wissen mit mir teilen. In Form eines.. nunja.. privaten Treffens..?"
Sie lief nachdem sie die Frage ausformulierte hochrot an und sah zu Boden. Geschmeichelt und doch perplex blickte ich auf sie hinab. Dieses Mädchen war gute zehn Jahre jünger als ich. Nach kurzer Überlegung, hob ich ihr Kinn an und sah in ihre hellblauen Augen. Schon länger warf ich ein Auge auf Hailey, jedoch wurde mir klar, das sie kaum der Protagonist meines Buches werden könne, weshalb ich sie abwies:
,,Liebes, mir ist bewusst, dass du nicht nur meine Dienste als Dozent in Anspruch nehmen möchtest. Einerseits fühle ich mich von Ihrem Angebot geschmeichelt, andererseits muss ich Sie bitten derartige Anfragen zu unterlassen." Ich zog meine Hand zurück, strich ihr über die Schulter und schenkte ihr ein aufbauendes Lächeln, bevor ich meinen Weg fortsetzte.
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CZYTASZ
Literary Obsession
Krótkie OpowiadaniaEine Obsession mit der Kunst der Literatur, sowie dem Gedankengang alles in einem Buch über seine Schülerin Avery Craven festhalten zu müssen. Darum geht es im Leben des jungen Kyle Jefferson, Literaturprofessors der Universität in Kopenhagen. Sein...
