Attack

50 3 0
                                        

Als hätte ich die ganze Zeit die Luft angehalten, schreckte ich nach vorne und fiel dabei fast von der Couch. Jungkook hatte ungefähr die gleiche Haltung wie ich. Wir sahen uns erst gegenseitig an, dann zu Namjoon hoch. „Und?" fragte Jin besorgt. Joon nickte mit angespannten Kiefer. „Er ist es. Und Jin..." „Sag mir nicht, dass es Wonshik ist." Namjoon nickte nur. Ohne nachzufragen wusste ich, dass Wonshik der Typ war, der Jin die Narbe zu verdanken hatte. Na toll, komplizierter konnte die Scheiße nicht werden, oder?

„Leute, wir haben Besuch." grummelte Hosoek angepisst, mit erhobenen Händen. Er trat langsam aus seinem Zimmer heraus, hinter ihm tauchte ein Mann auf, der eine Waffe an seinen Kopf hielt. „Guten Abend die Herren, meine Dame..." begrüßte er uns grinsend.

Namjoon ging einen Schritt auf ihn zu, doch ich drückte ihn an seiner Brust zurück. „Kluges Mädchen. Wer einen weiteren Schritt näher kommt..." Er entsicherte seine Waffe und drückte sie an seinen Kopf. „...Bam, dann wird es dieser Vampir hier nicht überleben." Ich sah ihn wütend an, während er schelmisch grinste.

Die Tür zu unserer Wohnung wurde eingebrochen und noch mehr Leute mit Waffen verteilten sich um uns herum. Wir hielten ergeben unsere Arme hoch, das war das einzig Vernünftige in so einer Situation.

Wir wurden von gut 15 Männern und Frauen umzingelt und wir waren zu acht.

„Es war klug sie im Auge zu behalten, Soyeon. Ich hätte nicht gedacht, dass wir durch sie die beiden Werwölfe finden würden." lobte eine vertraute Stimme Soyeon. Die Jäger machten ein wenig Platz, damit sich ihr Vater vor uns stellen konnte.

Ich biss mir fest auf die Zunge, um ja mein vorlautes Maul zu halten oder auszurasten.

Er lächelte herablassend und musterte jeden einzelnen. „Was haben wir denn alles? Hmm, die beiden Werwölfe die uns entwischt sind, einen Vampir, ohh..." Er lief an uns vorbei und grinste Taehyung und Jimin an. „Einen Dämon und einen Gefallenen. Ist schon ein Weilchen her, seit ich diese Arten zusammen gesehen habe." meinte er beeindruckt.

„Woher habt ihr diese Waffen? Sie gehören nicht euch." fragte Tae angespannt. Wonshik lächelte schwach und tippte an den Dolch an seinem Gürtel. „Die Waffen von Engeln sind wirklich hilfreich, muss ich sagen. Sie töten alles und sind viel leichter, als alle anderen Waffen die von Menschenhand geschaffen wurden." lobte er die Schmiedekunst der Engel. Jimin stand neben mir und rückte kaum bemerkbar näher zu mir. Er tippte mich an und nickte schwach zum Bücherregal. Dann zeichnete er vorsichtig mit seinem Finger an meinem Rücken.

J - I - N

Ich hatte verstanden und tippte mit meiner Fußspitze gegen die von Jin. Als er zu mir sah nickte ich zum Bücherregal. Er folgte meinem Blick fragend, dann kniff er leicht seinen Mund zusammen. Die Jäger hatten unsere stumme Absprache wohl nicht mitbekommen, denn sie sahen zu Wonshik welcher sich mit Taehyung unterhielt. Wohl eher verspottete er ihn.

„Ach was, das ist nicht wahr. Kim Seokjin dich wiederzusehen...Haha...Erinnerst du dich daran?" wand sich Wonshik ironisch lachend und schlug Jin brüderlich gegen die Schulter, wäjrend erit der anderen Hand an sein Auge deutete. Jin durchbohrte ihn förmlich mit seinem Blick. Wonshik lachte laut auf:„Nicht so mürrisch. Ohne dich hätte ich niemals vom Übernatürlichen erfahren. Wir wären gar nicht hier."

Ich zählte stumm die Sekunden bis Wonshik in seiner kleinen Wanderung, direkt vor dem Bücherregal stand. „Jetzt!" rief ich. Jin benutzte seine Telikinese, um die ganzen Bücher durch die Gegend schweben zu lassen und donnerte sie an die Köpfe vieler Jäger. Der Rest von uns nutzte diesen Überraschungsmoment und kümmerte sich um den jeweiligen Gegenüber von uns.

Und bei mir war es Wonshik. Er war aber nicht so unvorbereitet wie die Anderen, weshalb er nach hinten auswich. Aber ich reagierte schnell, stellte mein Bein hinter das seine, packte seinen Arm und riss ihn mit voller Kraft zu Boden.

„Bleib ja auf dem Boden liegen. Wir holen jetzt die Polizei." warnte ich ihn. Ich drückte seinen Kopf an den Boden, mitunter, weil ich ihn hasste. Ich hatte das dringende Bedürfnis ihn irgendwie zu schaden. Aber auf der anderen Seite sprach die Vernunft, die mir sagte, dass sich Rache nicht lohnen würde.

„Du bist nicht schlecht, das muss ich dir lassen..." lobte er mich, weshalb ich seinen Kopf noch tiefer in den Boden drückte. „Von einem Mörder brauche ich kein Lob." knurrte ich ihn an. Er lachte nur. „Wieso Mörder? Ich töte Monster, keine Menschen."

„Ach ja? Was ist mit der unschuldigen Familie vor 20 Jahren im Wald? Du und deine Jäger haben einen Mann, eine Frau und ein Kind erschossen. Erinnerst du dich?" fragte ich angepisst. Der brennende Hass in meiner Brust kochte nur noch mehr auf, weil er sich dumm stellte. So auch mein Herzschlag. Ich wusste ich musste mich beruhigen, aber es war schwierig.

Der Mann der mir alles genommen hatte lag direkt unter mir, bewegungsunfähig, ein Leichtes ihm weh zu tun. Ich hatte die Chance mich an ihm zu rächen. „Wovon sprichst du?" fragte er. Ich knirschte mit den Zähnen, Tränen der Wut sammelten sich in meinen Augen.

„Die Familie die im Winter zelten war. Die Frau hatte dich angefleht sie gehen zu lassen. Wieso hast du sie dennoch erschossen? Sie waren Menschen!" Ich wurde immer lauter. „(YN) beruhige dich. Es wird alles wieder gut. Wir haben jetzt den Mörder." sprach Jimin ruhig auf mich ein und legte seine Hände vorsichtig auf meine Schultern.

Ich ließ Wonshik aber nicht los. „Wieso hast du sie getötet?" fragte ich leiser, während die erste Träne über meine Wange kullerte. Jimin löste meine Hände langsam von Wonshik und half mir auf die Beine, während Jungkook für mich das Festhalten übernahm. „Es wird alles wieder gut." meinte Jin tröstend.

Ich nickte und seufzte erleichtert. „Die Familie im Wald vor 20 Jahren? Ahhh doch ich erinnere mich an sie. Fürchterlich wehleidig. Die Bettelei war erbärmlich." meinte er provokant. „Haltet mich besser zurück." murmelte ich, ehe ich versuchte mich auf ihn zu stürzen. Doch Jimin und Namjoon waren glücklicherweise schnell genug mich unter den Armen fest zu halten.

Dann hörte ich mehrere Schüsse. Mir wurde plötzlich schwindelig, bevor ich die Schmerzen im Nacken wahrnahm. Ich bekam mit wie die Anderen ebenfalls taumelten ehe sie zusammenklappten. Gegen den Schwindel ankämpfend, tasteste ich in meinen Nacken und holte einen Betäubungspfeil hervor.

„Hättest du dich doch nicht gewehrt (YN)." hörte ich Soyeon sagen, die gerade hereinlief und ihrem Vater aufhalf. „Schlaf gut, Kindchen." verabschiedete sich Wonshik mit einem elendig widerlichem Grinsen, ehe alles schwarz um mich wurde.

...

ChangesWhere stories live. Discover now