3 || Tinderella

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Boys - Charli XCX

Ich schreckte aus dem Schlaf hoch, irgendetwas Weiches hatte mich mitten ins Gesicht getroffen. Mühsam schlug ich meine Augen auf und sah gerade noch, wie ein weiteres Kissen auf mich zuflog, bevor auch dieses mich ebenfalls traf.

Tyler stand breit grinsend im Türrahmen und hielt noch zwei weitere Kissen wurfbereit unter dem Arm. "Bist du auch mal wach?", neckte er mich.

"Du kleiner Pisser!", rief ich empört, Kissen ins Gesicht werfen war definitiv nicht die feine englische Art, Menschen zu wecken. "Das kriegst du zurück, na warte!"

Ich griff nach dem Kissen, das eben an mir abgeprallt war und pfefferte es in Tylers Richtung. Naja so mehr oder weniger. Im Liegen gestaltete sich das Werfen definitiv schwerer, als im Stehen. Das Kissen nahm somit nicht seine geplante Flugbahn ein, sondern landete mitten auf meiner Kommode. Ein Bild von mir und meinen Freunden wackelte und drohte umzufallen, doch Tyler fing es im letzten Moment auf.

"Du musst doch nicht direkt dein ganzes Zimmer zerlegen", meinte er und lachte mich aus. "Ich wollte dir doch eigentlich nur sagen, dass du Besuch hast." Er trat einen Schritt zur Seite und Logan kam zum Vorschein.

"Ich lasse euch zwei dann mal alleine", verabschiedete sich Tyler und schloss die Tür hinter sich.

"Hey, mein kleiner Morgenmuffel", begrüßte Logan mich lächelnd und schloss mich in eine kurze Umarmung. "Ich hab dir was mitgebracht." Er zog eine riesige Packung Schokoladenpralinen hinter seinem Rücken hervor.

Erstaunt sah ich ihn an. "Hältst du mich nach gestern für so psychisch labiel, dass du mir extra Schokolade mitbringst?"

"Nein, du bist hart im Nehmen, das weiß ich. Die brauchen wir als Nervennahrung für etwas anderes." Er machte es sich neben mir auf meinem Bett bequem. Der Umstand, dass ich bis vor zwei Minuten noch geschlafen hatte und demnach weder geduscht noch angezogen war, schien ihn herzlich wenig zu stören.

"Aber das Wichtigste zu erst, wie geht es dir eigentlich?" Logan sah mich ernst an und mir war sofort klar, dass er jetzt doch auf gestern Abend anspielte.

"Mir geht es gut, ehrlich. Das einzige Problem könnte sein, dass ich mir einen lebenslangen Feind gemacht habe."

Logans Miene hellte sich wieder auf. "Ich wäre zu gerne dabei gewesen, als du Noah eine übergebraten hast. Die anderen haben es mir aber ausführlich geschildert. Ich wette, Noah sieht echt heiß aus, wenn er wütend ist", grübelte er.

"Wenn das deine größte Sorge ist, dann weiß ich auch nicht mehr. Solltest du nicht auf meiner Seite stehen?" Entrüstet stieß ich Logan meinen Ellenbogen in die Seite, konnte mein Grinsen aber trotzdem nicht verbergen.

Irgendwie hatte er schon Recht, Noah war echt verdammt attraktiv. Diese braunen Haare, die so extrem weich aussahen, dass man am liebsten die Hände darin vergraben würde, sein makelloses Gesicht mit den markanten Wangenknochen und sein perfekt gebauter Körper, er hatte einfach das Rundumpaket. Auf einer Skala von eins bis zehn, wäre er definitiv eine elf.

Am meisten hatten es mir jedoch seine Augen angetan. Dieses funkelnde Eisblau fazinierte mich, auch wenn der Blick dahinter immer kalt und berechnend war, aber da gab es noch mehr, da war ich mir sicher... Oh Gott, schwärmte ich gerade etwa von Noah Collins?!

Three MonthsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt